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DIE ZWEI BÜCHER AN SEINE FRAU*.

[Übersetzt von Dr. K. A. Heinrich Kellner]

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Inhalt:

I. Buch.

1. Kap. Der Verfasser beabsichtigt, seiner Witwe als geistiges Testament die Aufforderung zu hinterlassen, nach seinem Tode nicht wieder zu heiraten.

2. Kap. Die Ehe ist die notwendige Pflanzstätte des Menschengeschlechtes, aber nur die einmalige entspricht der Idee Gottes.

3. Kap. Vollkommener freilich ist die Jungfräulichkeit.

4. Kap. Um ihre Wiederverheiratung zu rechtfertigen, schützen die Witwen allerlei Motive vor, besonders jugendliches Alter und Sicherung ihres Lebensunterhaltes.

5. Kap. Auch der Wunsch, Nachkommen zu hinterlassen, sollte keine Christin leiten.

6. Kap. Wiederverheiratungen führen, besonders bei christlichen Witwen, nicht selten zu großen Unzuträglichkeiten, wie Beispiele beweisen.

7. Kap. Verliert eine Frau ihren Mann durch den Tod, so ist das ein Ruf Gottes an sie, ihm in der Vollkommenheit des Witwenstandes zu dienen. Die Eingehung einer zweiten Ehe macht unfähig zum geistlichen und Ordensstande.

8. Kap. Tugend im Witwenstande zu üben, ist schwieriger als in der Jungfrauschaft, und darum Gott besonders wohlgefällig. Witwen müssen in der Wahl ihres Umganges vorsichtig sein.

II. Buch.

1. Kap. In keinem Falle ist die Wiederverheiratung an einen Heiden zu entschuldigen. Solche Ehen verbietet schon der Apostel Paulus. |61 

2. Kap. Erläuterung seiner desfallsigen Aussprüche.

3. Kap. Eine solche Ehe involviert gewissermaßen eine Lossagung von Christus und seiner Kirche und bringt nachteilige Folgen und Gefahren für den Glauben.

4. Kap. Sie erschwert und stört die Ausübung mancher christlichen Pflichten.

5. Kap. Eine christliche Frau in einem heidnischen Hause ist immer in übler Lage.

6. Kap. Sie ist in steter Gefahr der Befleckung mit heidnischer Ausgelassenheit und Götzendienst.

7. Kap. Sie hat sich aber freiwillig solchen Versuchungen ausgesetzt.

8. Kap. Die Beweggründe zu Eheschließungen mit Heiden sind meistens unlauterer Natur.

9. Kap. Rein christliche Ehen dagegen erfreuen sich des Segens der Kirche und führen zu gegenseitiger Heiligung der beiden Ehegatten.

 

I. BUCH.

1. Ich habe es, meine teuerste Mitdienerin im Herrn, schon jetzt für angemessen erachtet, festzusetzen, wie Du Dich nach meinem Hintritt aus dieser Zeitlichkeit, für den Fall, daß ich eher abgerufen würde, einrichten sollst, und Deiner Gewissenhaftigkeit anzuempfehlen, daß Du diese Festsetzung beobachtest. Haben wir doch schon mit den zeitlichen Dingen so viel zu tun und wollen wir, daß für jedes von uns beiden gesorgt sei. Wenn wir für solche Angelegenheiten Urkunden errichten, warum sollten wir nicht noch viel mehr in Betreff der göttlichen und himmlischen Dinge für die nach uns kommende Zeit Vorsorge treffen und sozusagen zum voraus ein Legat bestimmen? Ich meine eine Ermahnung und einen Fingerzeig in Betreff dessen, was zu den unsterblichen Gütern und zur himmlischen Erbschaft gerechnet wird. Daß Du die ganze Erbschaft antreten könntest, diesen Fideikommiß meiner Ermahnung, das gebe Gott, dem Ehre, Ruhm, Herrlichkeit, Würde und Macht sei jetzt und in der Ewigkeit der Ewigkeiten!

Ich schreibe Dir also vor, nach meinem Hinscheiden mit aller Enthaltsamkeit, deren Du fähig bist, jeder |62 ehelichen Verbindung zu entsagen. Mir wirst Du dadurch nichts geben, als nur, daß Du Dir nützest. Übrigens wird den Christen, die aus der Zeitlichkeit geschieden sind, keine Wiederherstellung ihrer Ehen für den Tag der Auferstehung verheißen; denn sie sind zu engelhafter Natur und Heiligkeit umgewandelt. Mithin gibt es dann keine Bekümmernis mehr, welche aus der Eifersucht von Fleisch und Blut ihren Ursprung hätte. Selbst jenes Weib, welches, wie angenommen wurde, nacheinander sieben Brüder geheiratet haben soll, wird am Tage der Auferstehung von keinem ihrer vielen Ehemänner gekränkt werden und niemand wird ihr auflauern, um sie zu beschämen1). Die Sadduzäer mit ihrem Casus mußten vor der Entscheidung des Herrn das Feld räumen2). Glaube also nicht, daß ich in Vorausahnung einer empfindlichen Beschimpfung, nur um mir die Integrität Deines Leibes zu sichern, Dir schon aus diesem Grunde den Vorschlag mache, Witwe zu bleiben! Wir werden in jener Zeit von den weniger ehrbaren Freuden nichts wieder aufnehmen. So wertlose und schnöde Dinge verheißt Gott den Seinen nicht. Jedoch es steht Dir frei, zu untersuchen, ob mein Rat Dir und jedem Gott angehörigen Weibe von Nutzen ist.

2. Wir verwerfen die Verbindung zwischen Mann und Weib keineswegs. Sie ist von Gott gesegnet als die Pflanzstätte des menschlichen Geschlechts und erfunden, um den Erdkreis zu bevölkern und die Zeit des Bestehens der Welt auszufüllen. Darum ist sie auch erlaubt, aber nur eine einzige. Denn Adam war auch der einzige Ehemann der Eva, und Eva seine einzige |63 Ehefrau, das eine Weib, die eine Rippe. Ich weiß wohl, bei unsern Vorfahren und den Patriarchen selbst war es üblich, nicht bloß zu heiraten, sondern auch mehrfache Ehen einzugehen; sie hatten auch Konkubinen. Aber obschon in der Synagoge figürliche Beziehungen auf die Kirche vorhanden sind, so war es, will man die Sache in einfacher Weise erklären, doch notwendig, Dinge einzuführen, welche nachher beseitigt oder gemildert zu werden verdienten. Denn es sollte ja später das Gesetz folgen; es mußten also die Motive, das Gesetz zu vervollkommnen, vorausgegangen sein. In derselben Weise hatte das Wort Gottes, welches eine geistige Beschneidung einführte, dem Gesetze bald nachzufolgen. So wurde also durch die allgemein verbreitete Ungebundenheit in diesem Stücke zu den danach folgenden Verbesserungen der Stoff geliefert, dessen Überfülle der Herr durch sein Evangelium und sodann der Apostel in den letzten Zeiten beschränkte oder in seiner Ungeordnetheit ordnete3).

3. Die Bemerkung über die Ungebundenheit in der älteren und die Beschränkung in der späteren Zeit will ich nicht etwa deshalb vorangestellt haben, um darauf den Schluß zu bauen, daß Christus zum Zweck der Trennung der Ehen und Auflösung der Verbindungen gekommen sei, als wenn ich schon daraufhin dem Heiraten ein Ende machen wollte. Mag es immerhin Leute geben, welche neben ihren sonstigen Verkehrtheiten auch noch Anleitung geben, das in zweien einheitliche Fleisch zu trennen, indem sie damit zugleich denjenigen leugnen, welcher das Weib aus dem Manne gebildet hat und dann die beiden Leiber, die aus der Verbindung eines und desselben Stoffes entnommen sind, wieder miteinander durch das Verbindungsmittel der Ehe vereinigte. Überhaupt lesen wir nirgends etwas von einem Verbote des Heiratens, da es ja etwas Gutes ist. |64 

Indessen wir erfahren vom Apostel, was besser sei als dieses Gut. Er erlaubt zwar zu heiraten, gibt aber der Enthaltsamkeit den Vorzug: das eine wegen der uns nachstellenden Versuchungen, das andere wegen der Bedrängnis der Zeiten, Wenn man den Grund eines jeden dieser beiden Aussprüche betrachtet, so erkennt man mit Leichtigkeit, daß uns die Erlaubnis des Heiratens nur notgedrungen gewährt sei. Was aber die Not gewährt, das entwertet sie auch. Was endlich den Umstand angeht, daß geschrieben steht: „Heiraten ist besser als Brunst leiden"4), so frage ich, was ums Himmels willen kann das für ein Gut sein, das erst durch den Vergleich mit etwas Schlimmem seine Empfehlung erhält?! dadurch nämlich, daß es schlimmer ist, Brunst zu leiden. Um wieviel besser ist es dagegen, weder zu heiraten noch Brunst zu leiden! Bei Verfolgungen z. B. ist es infolge der gegebenen Erlaubnis auch besser, aus einer Stadt in die andere zu fliehen, als, ergriffen und gefoltert, das Christentum zu verleugnen. Glücklicher aber sind die, welche imstande sind, nach abgelegtem seligen Zeugnis und Bekenntnis von hinnen zu scheiden.

Man kann sagen: wofür man erst einer Erlaubnis bedarf, das ist nicht gut. Wieso denn5) ? Für das, was erst erlaubt wird, gibt es immer eine Veranlassung zur Erteilung der Erlaubnis, welche verdächtig ist. Das Vorzüglichere aber braucht nicht erst von jemand erlaubt zu werden ---- weil es unbedenklich und wegen seiner Einfachheit an sich klar ist. Es ist nicht erlaubt, Dinge zu begehren deshalb, weil sie nicht verboten wurden. Und doch liegt gewissermaßen ein Verbot derselben darin, daß ihnen andere vorgezogen werden. Denn in dem den höhern Gütern erteilten Vorzuge liegt ein Abraten von den niedern. Nichts wird darum gut, weil es nicht schlecht ist, und es ist auch darum noch nicht |65 schlecht, weil es unschädlich ist. Aber das im vollen Sinne des Wortes Gute hat vor jenem den Vorzug, daß es nicht nur nicht schädlich, sondern noch dazu nützlich ist. Denn jeder Wettstreit hat zum Zweck die Erlangung des ersten Platzes; wer der zweite wird, hat wohl einen Trost, aber keinen Sieg. Wollen wir dem Apostel Gehör geben, so laßt uns, der geringem Güter vergessend, zu den höhern die Hände ausstrecken und Nacheiferer nach bessern Gaben sein6). So legt er uns zwar keine Schlinge um, aber er zeigt uns, was das Nützliche sei, wenn er spricht: „Die Unverehelichte denkt an das, was des Herrn ist, daß sie an Leib und Seele heilig sei, die Verehelichte dagegen ist besorgt, wie sie ihrem Gatten gefalle"7). Im übrigen gestattet er überall die Ehe, nur in der Weise, daß er lieber sähe, wenn wir seinem Beispiele nachstrebten8). Glücklich, wer Paulus gliche!

4. Allein es steht geschrieben, das Fleisch ist schwach9), und daraufhin machen wir es uns in gewissen Dingen etwas leicht. Wir lesen aber doch auch, daß der Geist stark sei, denn beides steht in einer und derselben Sentenz nebeneinander. Das Fleisch ist ein irdischer Stoff, der Geist ein himmlischer. Warum also sind wir immer mehr geneigt, zu entschuldigen, und schieben das vor, was in uns schwach ist, anstatt die Rechte des Stärkern aufrecht zu erhalten? Warum hat nicht das Himmlische vor dem Irdischen den Vorrang? Wenn der Geist, edeler wegen seiner Abkunft, stärker ist als das Fleisch, so ist es ja unsere Schuld, wenn wir dem Schwächern nachgeben. Zwei Arten menschlicher Schwäche machen, daß denen, welche außer der Ehe leben, das Heiraten als notwendig erscheint. Die erste ist eine sehr mächtige, nämlich die Begierlichkeit des Fleisches, die zweite die Begierde dieser Welt, Beide müssen von uns als Dienern des Herrn, welche der Wollust so gut wie der Hoffart des Lebens entsagt haben, verworfen werden. |66 

Die Begierlichkeit des Fleisches schützt die Triebe des blühenden Alters vor; sie wünscht, daß jemand die Blüte ihrer Reize pflücke; sie freut sich ihrer Schmach; sie gibt vor, daß ein Mann für das schwache Geschlecht als Autorität und zur Stütze notwendig sei, schon um als Schutz gegen böse Zungen zu dienen. Und Du nun? ---- Gegenüber solchen Einflüsterungen halte Dir die Beispiele unserer Schwestern vor, deren Namen beim Herrn aufgezeichnet sind, die, nachdem sie ihre Männer verloren, bei keiner Gelegenheit, die ihnen Schönheit oder blühendes Alter bot, der Heiligkeit untreu geworden sind. Sie wollen lieber mit Gott vermählt sein; lieblich vor Gott, Mägde Gottes sind sie. Mit ihm leben sie in Gemeinschaft, mit ihm unterhalten sie sich, mit ihm gehen sie Tag und Nacht um, ihm bringen sie ihr Gebet als Mitgift zu, von ihm begehren sie oftmals sein Wohlgefallen als Brautgeschenk und erhalten es. So haben sie sich in den ewigen Besitz der guten Gabe des Herrn gesetzt und werden schon auf Erden um ihrer Ehelosigkeit willen der Familie der Engel beigezählt. Durch die Beispiele solcher Frauen wirst Du Dich in der Nachahmung der Enthaltsamkeit üben, durch geistige Begierden die fleischliche Begierlichkeit unterdrücken und die zeitlichen und vorübergehenden Wünsche der Jugend und Gestalt durch die unsterblichen Güter aufwiegen und ausrotten.

Die Begierlichkeit der Welt aber bedient sich der Beweggründe des Ehrgeizes, der Habsucht, der Ruhmsucht und der Unzulänglichkeit der eigenen Mittel, um dadurch die Notwendigkeit einer Heirat nahezulegen, und stellt es als Seligkeit hin, in einer ändern Familie Einfluß zu haben, sich auf das Vermögen des ändern zu stützen, seinen Putz aus fremdem Besitz zu bestreiten und Aufwand machen zu können, ohne daß man es spüre10). Solche Berechnungen liegen uns Christen fern, weil wir uns keine Sorgen über den Lebensunterhalt machen; es müßte denn sein, daß wir den Verheißungen Gottes, seiner Fürsorge und Vorsehung mißtrauten, |67 trotzdem er die Lilien des Feldes mit solcher Anmut kleidet, die Vögel des Himmels ohne deren eigene Anstrengung ernährt, obschon er verbietet, um Nahrung und Kleidung für den morgigen Tag besorgt zu sein, und zu wissen versichert, was jeder von seinen Dienern bedarf, nämlich nicht etwa schwere Halsgeschmeide, Unwillen erregende Kleiderpracht, gallische Maulesel und deutsche Sänftenträger, was alles den Ehrgeiz nach Heiraten anfacht, sondern Genügsamkeit, welche sich für die Einfachheit und Sittsamkeit schickt. Denke an das Himmlische, und Du wirst das Irdische verachten. Für eine vor Gott besiegelte Witwenschaft ist weiter nichts nötig als Ausharren.

5. Außerdem suchen sich die Leute Motive zum Heiraten in der Sorge um Nachkommenschaft und der mit so vielen Bitterkeiten verbundenen Freude an Kindern, Für uns gilt das nicht. Denn was sollten wir uns freuen, Kinder zu schleppen? Wenn wir welche haben, so wünschen wir, sie möchten uns vorangehen, im Hinblick nämlich auf die drohenden Bedrängnisse; wir sind ja auch für unsere eigene Person voll Verlangen, dieser ruchlosen Welt entzogen und zu Gott aufgenommen zu werden, was auch der Wunsch des Apostels war. Aber es ist für den Diener Gottes natürlich Nachwuchs notwendig11)! Denn unseres Heiles sind wir ja hinlänglich sicher, so sicher, daß wir Zeit genug für Kinder übrig haben. Wir müssen uns also nach Lasten umsehen, welche sogar von den Heiden meistenteils gemieden, welche von den Gesetzen gefördert, welche sogar durch Kindesmord beseitigt werden12) und welche uns, als den Christen gefährlich, vollends sehr ungelegen sind. Denn warum hat der Herr über die Schwangeren und Säugenden ein Wehe ausgerufen13) ? Warum anders, als weil er bezeugt, daß die durch die Kinder |68 verursachten Hemmnisse ihnen in jenen Tagen von Nachteil sein werden. Und daran ist eben das Heiraten schuld. Die Witwen werden nichts damit zu schaffen haben. Bei dem ersten Posaunenstoß des Engels werden sie frei und ungehindert herbeieilen; sie werden dann jene Bedrängnis und Verfolgung gern ertragen. Die schwellende Last des Mutterleibes und der Brüste, die Folgen des Heiratens, beschwert sie nicht. Mag man daher aus Begierlichkeit, wegen irdischer Interessen oder mit dem Verlangen nach Kindern die Ehe eingehen, keines dieser treibenden Motive trifft bei den Dienern Gottes zu. Man sollte genug daran haben, daß man einem davon ein einziges Mal unterlegen ist, und mit einer einmaligen Ehe jedes Verlangen der Art gestillt sein lassen! Heiraten wir alle Tage, und es wird auch uns wie einst Sodoma und Gomorrha jener Tag14) beim Heiraten überraschen. Denn dort waren die Leute natürlich nicht mit Heiraten und Erwerb allein beschäftigt, sondern die Worte: „Sie heirateten und kauften ein" bezeichnen die Begierlichkeit und den ganz irdischen Sinn als die hervorragenderen Laster, welche von den göttlichen Dingen am meisten ablenken, das eine durch den Sinnenkitzel der Wollust, das andere durch die Begierde nach Besitz. Und doch befand man sich damals mit seiner Blindheit noch sehr weit von dem Ende der Welt entfernt. Was wird also geschehen, wenn uns Gott jetzt von den Dingen abhält, die immer vor ihm verwerflich sind15) ? „Die Zeit", heißt es, „ist kurz; es erübrigt nur, daß die, welche Gatten haben, seien, wie wenn sie keine hätten"16).

6. Wenn nun die, welche Gatten haben, vergessen sollen, was sie haben, um wie viel mehr ist es denen, welche keine haben, verwehrt, wieder zu begehren, was sie nicht mehr haben! Daher sollte jede, deren Gemahl das Zeitliche gesegnet hat, von dieser Zeit an ihrem Triebe durch Enthaltung vom Heiraten Ruhe gebieten, wie selbst viele heidnische Frauen die Enthaltsamkeit |69 dem Gedächtnisse teurer Ehemänner als Totenopfer weihen. Kommt uns etwas schwer vor, so erinnern wir uns anderer, die noch Schwereres vollbringen! Wie viele sind es nicht, die nach der Taufe sofort ihr Fleisch versiegeln; wie viele, die ebenso mit beiderseitiger Einwilligung sich der ehelichen Leistungen untereinander begeben als Menschen, die sich aus Begierde nach dem Himmelreich selbst verschneiden17)! Wenn also Enthaltsamkeit in der Ehe geübt wird, um wie viel mehr nach Zerreißung derselben! Ich halte es für schwieriger, etwas noch Bestehendes aufzugeben, als etwas, was man verloren hat, nicht mehr zu begehren. Fürwahr, es ist für eine christliche Frauensperson etwas Hartes und Unerreichbares, nach dem Verluste ihres Mannes ledig zu bleiben, während Heidinnen ihrem Satan das Opfer sowohl ihrer Jungfrauschaft als ihrer Witwenschaft darbringen!

In Rom wenigstens werden die, welche jenes Abbild des unauslöschlichen Feuers hüten, die in ihrem Drachen selbst das Vorzeichen ihrer Strafe pflegen18), nach ihrer Jungfrauschaft benannt. Der achäischen Juno wird in der Stadt Ägium eine Jungfrau durchs Los bestimmt, und diejenigen, welche zu Delphi ihre Raserei treiben, wissen vom Ehestand nichts. Es ist ferner bestimmt, daß die afrikanische Ceres von Witwen umgeben ist, welche durch ein sehr hartes Vergessen ihrer Ehe entrissen sind. Sie verlassen nämlich ihre Männer, während diese noch am Leben sind, ja sie führen lachenden Mundes denselben sogar andere Weiber in die Arme. Sie halten sich von einer jeden Berührung so fern, daß sie nicht einmal ihre eigenen Söhne küssen. Trotzdem verharren sie, da die Gewohnheit einmal besteht, in dieser strengen Witwenschaft, welcher sogar die Tröstungen einer heiligen Frömmigkeit unbekannt sind. Solche Vorschriften gibt der Teufel den Seinigen, und er dringt damit auch durch. Er fordert also wahrhaftig durch die Enthaltsamkeit der Seinigen die Diener |70 Gottes zum Wettstreit heraus, sozusagen auf gleiche Bedingungen! Auch die Priester der Hölle sind enthaltsam. Denn der Teufel hat Mittel gefunden, die Menschen sogar bei guten Bestrebungen ins Verderben zu bringen, und ihm liegt nichts daran, die einen durch Unzucht zu morden, die ändern durch Enthaltsamkeit.

7. Uns aber ist in der Enthaltsamkeit vom Herrn des Heiles ein Mittel gezeigt worden, zur ewigen Seligkeit zu gelangen, unsern Glauben an den Tag zu legen, unser jetziges Fleisch zur künftigen Überkleidung mit Unverweslichkeit hinzustellen und zu empfehlen, sowie endlich den Willen Gottes abzuwarten. Über letztern Punkt fordere ich Dich noch auf, nachzudenken, nämlich darüber, daß niemand aus dieser Zeitlichkeit abgerufen wird als nach dem Willen Gottes, da ja nicht einmal ein Blatt vom Baume fällt ohne ihn. Derselbe, der uns in die Welt setzt, muß es notwendig auch sein, der uns daraus abruft. Wenn also ein Ehemann durch den Willen Gottes hinscheidet, so ist durch den Willen Gottes auch die Ehe geschieden. Warum wolltest Du das wiederherstellen, dem Gott ein Ende gemacht hat? Warum verschmähst Du die Dir angebotene Freiheit, indem Du das Joch der Ehe wieder auf Dich nimmst? „Bist du durch die Ehe gebunden", heißt es, „so begehre keine Lösung, bist du der Ehe ledig, so begehre nicht die Gebundenheit"19). Denn wenn Du gleich durch die Wiederverheiratung keine Sünde begehst, so heißt es doch, daß Bedrängnis durch das Fleisch folgen werde. Darum wollen wir die Gelegenheit zur Enthaltsamkeit, sobald sie sich darbietet, nach Kräften lieben und uns damit befreunden, so daß wir, was wir in der Ehe nicht vermocht haben, in der Witwenschaft erreichen. Man muß die Gelegenheit ergreifen, welche uns dessen entledigt, was die Notwendigkeit uns auferlegt hatte.

Wie sehr eine zweite Heirat den Glauben herabsetzt, wie sehr sie der Heiligkeit widerstrebt, das zeigt die Disziplin der Kirche und die Vorschrift des |71 Apostels, wenn er die zweimal Verheirateten nicht zu Vorsteherämtern zuläßt20), wenn er keine Witwe in den Witwenstand21) aufzunehmen gestattet als nur Witwen eines einzigen Mannes22); denn vor Gott darf nur ein reiner Altar aufgestellt werden. Dieser gesamte glänzende Ehrenschmuck der Kirche, der in Heiligkeit besteht, wird kopiert. Es findet sich auch bei den Heiden ein Priestertum der Witwenschaft und des Zölibats, wohlgemerkt, infolge der Nachäfferei des Teufels. Der König dieser Welt, der Oberpontifex, darf nicht zum zweiten Male heiraten. Wie sehr mag die Heiligkeit das Wohlgefallen Gottes besitzen, da sein Widersacher sie nachäfft! Natürlich tut er es nicht aus Hinneigung zum Guten, sondern weil er die Gegenstände des Wohlgefallens Gottes des Herrn zu dessen Beschimpfung nachäfft.

8. In Betreff der Ehren, welche der Witwenstand beim Herrn genießt, haben wir gleich einen seiner Aussprüche, den er durch seinen Propheten gibt, zur Hand: „Handelt gerecht gegen die Witwe und den Unmündigen, alsdann kommet und wir wollen rechten, spricht der Herr"23), Den Schutz dieser beiden Klassen übernimmt der Allvater, da sie in Ermanglung menschlicher Hilfe in entsprechendem Maße der göttlichen Barmherzigkeit überlassen sind, Siehe, wie er den Wohltäter der Witwe mit sich auf eine Linie stellt! Wie angesehen muß die Witwe sein, da ihr Verteidiger mit dem Herrn rechten soll! So viel ist, glaube ich, den Jungfrauen nicht eingeräumt. Obwohl ihre gänzliche Unversehrtheit und vollständige Heiligkeit das Angesicht Gottes ganz aus der Nähe sehen soll, so ist doch der Witwenstand etwas mühevolleres, da es leicht ist, nicht zu begehren, was man nicht kennt, und zu verschmähen, was man niemals gewünscht hat. Ruhmvoller dagegen ist eine Enthaltsamkeit, die ihr Recht kennt, die weiß, was sie gesehen hat. Die Jungfrau könnte man allenfalls für glückseliger halten, dann aber die Witwe für strebsamer, |72 weil erstere das Gute immer gehabt, letztere aber, was ihr gut ist, gefunden hat; in jener wird die Gnade, in dieser die Starkmut gekrönt. Manche Dinge sind nämlich Früchte der göttlichen Freigebigkeit, andere aber unseres Strebens. Was vom Herrn verliehen ist, wird durch seine Gnade geleitet, was vom Menschen ergriffen wird, das erhält durch den Eifer seine Vollendung. Beeifere Dich also um der Tugend willlen der Enthaltsamkeit, welche die Sittsamkeit befördert, der emsigen Tätigkeit, welche das müßige Umhergehen abschneidet, und der Bedürfnislosigkeit, welche die Welt verachtet. Suche Umgang und Gespräche, welche Gottes würdig sind, eingedenk des Sprüchelchens, das durch den Apostel geheiligt ist: „Böse Gesellschaften verderben gute Sitten"24). Umgang mit Klatschsüchtigen, Schwätzerinnen, Müßiggängerinnen, Trinkerinnen und Neugierigen steht dem Vorsatze der Witwenschaft am meisten im Wege. Durch die Geschwätzigkeit finden Worte, die der Schamhaftigkeit entgegen sind, Eingang, durch den Müßiggang halten sie vom Ernst ab, bei den Trinkgesellschaften flüstern sie alles mögliche Böse ein, durch neugierige Klatscherei tragen sie Stoff für die lüsterne Eifersucht zusammen. Keine Frau dieser Art versteht zum Lobe der einmaligen Verheiratung ein Wort zu sprechen. Ihr Gott ist nach den Worten des Apostels der Bauch25), mithin auch das, was dem Bauche zunächst liegt.

Dieses, meine teuerste Mitdienerin, lege ich Dir schon jetzt ans Herz, indem ich es nach dem Vorgange des Apostels etwas weiter ausgeführt habe. Doch werden Dir diese Zeilen auch zum Tröste gereichen, indem Du, wenn es so kommen sollte, mittels ihrer das Andenken an mich erneuern wirst. |73 

 

II. BUCH.

1. Vor kurzem habe ich Dir, geliebteste Mitdienerin im Herrn, so gut ich es vermochte, dargelegt, was ein christliches Weib, wenn es etwa Witwe geworden sein sollte, zu beobachten habe. Im Hinblick auf die menschliche Gebrechlichkeit wende ich mich jetzt zu einer zweiten Art von Ratschlägen. Dazu fordern mich die Beispiele einiger Frauen auf, welche bei dem ihnen durch Scheidung oder Tod des Mannes gebotenen Anlaß zur Enthaltsamkeit nicht nur die günstige Gelegenheit zu einer so schönen Handlungsweise unbenutzt ließen, sondern bei ihrer Wiederverheiratung auch nicht einmal der Weisung eingedenk zu sein für gut fanden, vor allen Dingen „nur im Herrn" zu heiraten26). Und so bin ich etwas im unklaren darüber, ob ich, nachdem ich Dich neulich zur Einheit in der Ehe und zum Verharren im Witwenstande aufgefordert habe, Dir nicht etwa jetzt durch das Eingehen auf die Verheiratung eine Gelegenheit zum Abfall von höhern Dingen bereite. Wenn Deine Einsicht aber eine vollkommene ist, so wirst Du sicherlich wissen, daß man sich das zu bewahren habe, was größern Nutzen bringt. Weil solches aber schwierig, weil es voller Ungelegenheiten und weil es gerade das höchste Lebensziel ist, so habe ich mich noch einmal zum Schreiben niedergesetzt.

Ich hätte keinen Anlaß gehabt, Dir auch noch über diesen Punkt Vortrag zu halten, wenn sich meiner nicht bereits eine schwerere Besorgnis bemächtigt hätte. Eine je erhabenere Sache nämlich die Enthaltsamkeit des Fleisches ist, welche der Witwenstand erfordert, um so verzeihlicher kann es erscheinen, wenn man sie nicht über sich nimmt. Denn bei schwierigen Dingen findet man leicht Nachsicht. Je leichter es aber zu ermöglichen ist, „nur im Herrn" zu heiraten, weil das ja in unserer Gewalt steht, um so schuldvoller ist es, etwas so leichtes nicht zu halten. |74

Dazu kommt noch, daß der Apostel in Betreff der Witwen und der Unverehelichten bloß einen Rat gibt, indem er sagt: „Ich wünschte, daß alle nach meinem Beispiele verharreten"27), daß er dagegen, wenn er in Betreff des Heiratens im Herrn beifügt: „aber nur im Herrn", nicht mehr rät, sondern in bestimmter Weise befiehlt. Also kommen wir gerade in diesem Punkte durch Versagung des Gehorsams in Gefahr, weil man etwas bloß Geratenes ungestraft unterlassen kann, nicht aber etwas Gebotenes. Denn ersteres beruht auf einem bloßen Rate und wird dem guten Willen vorgelegt, letzteres aber hat aus der Machtfülle seinen Ursprung und verpflichtet notwendig. Dort scheint der Fehler nur in Ungebundenheit, hier in Widersetzlichkeit zu liegen.

2. Da also in unsern Tagen eine Person ihre Ehe der Kirche entzogen, d. h, einen Heiden geheiratet hat, und da, wie ich mich erinnere, dasselbe auch schon von ändern geschehen ist, so habe ich mich gewundert über die Verwegenheit solcher Personen und über die Verblendung ihrer Ratgeber. Denn keine Schriftstelle gibt die Erlaubnis zu einer derartigen Handlungsweise. Oder wollen sie sich etwa, frage ich, mit der Stelle des ersten Korintherbriefes beruhigen: „Wenn einer von den Brüdern eine Gattin hat, die ungläubig ist, und sie einwilligt, in der Ehe mit ihm zu leben, so soll er sie nicht entlassen. Ebenso das gläubige Weib, welches an einen ungläubigen Mann verheiratet ist; wenn es sieht, daß sein Mann einwilligt, so soll es ihn nicht verlassen. Denn der ungläubige Mann wird durch das gläubige Weib geheiligt und das ungläubige Weib durch den gläubigen Mann; sonst wären ja eure Kinder unrein"28). Vielleicht verstehen sie diese Ermahnung von unverbundenen Gläubigen schlechthin und mögen sich darum der Meinung hingeben, man dürfe sich auch an Heiden verheiraten29). Wer sich die Sache so zurecht legt, der möge sich nur hüten, daß er sich nicht wissentlich täusche! |75 

Es ist aber ganz klar, daß obige Schriftstelle ihrem eigenen Wortlaute nach nur solche Gläubige im Auge hat, welche in der Ehe mit einem Heiden lebend von der Gnade Gottes angetroffen wurden. Wenn ein Gläubiger, heißt es, eine ungläubige Gattin hat, nicht wenn er eine ungläubige Gattin nimmt. Sie gibt mithin zu verstehen, daß jemand, der schon in der Ehe mit einem heidnischen Weibe lebt, sobald er durch die Gnade Gottes bekehrt worden ist, mit seiner Gattin zusammenbleiben soll, wohlverstanden, aus dem Grunde, damit nicht der gläubig Gewordene meine, er müsse sich von ihr, der ihm nunmehr fremd gewordenen und ihm fernstehenden Frau, abwenden. Darum fügt er auch als Grund den Umstand hinzu, daß man in Frieden zu Gott dem Herrn berufen sei, und daß der ungläubige Teil von dem gläubigen durch den Umgang in der Ehe könne gewonnen werden. Daß die Stelle so zu verstehen sei, beweist der Schluß selbst: „Wie jemand vom Herrn berufen wird, so soll er bleiben," Berufen aber werden nach meiner unmaßgeblichen Meinung nur Heiden, nicht Gläubige, Wenn er vorher über die Ehen der Gläubigen geredet hätte30), dann hätte er wohl den Heiligen unbedingt erlaubt, ohne Unterschied zu heiraten. Wenn er das aber erlaubt hätte, dann hätte er nie eine von dieser seiner Erlaubnis so abweichende und damit in solchem Widerspruch stehende Äußerung hinzugefügt und gesagt: „Wenn der Mann gestorben ist, so ist das Weib frei und mag heiraten, wen sie will, aber nur im Herrn." Hier wenigstens ist keine Schwierigkeit zu erheben: denn über das, wobei man Schwierigkeiten erheben könnte, hat der Apostel schon seinen Ausspruch getan. Damit man seine Worte: „Sie mag heiraten, wen sie will" nicht mißbrauche, hat er hinzugesetzt: „aber nur im Herrn", d, h, im Namen des Herrn, und das bedeutet ohne Zweifel soviel als: einen Christen, Derselbe |76 heilige Apostel31), der es vorzieht, daß die Witwen und die Unverheirateten in Unversehrtheit verharren, und der uns auf sein eigenes Beispiel hinweist, derselbe schreibt für den Fall der Wiedereingehung einer Ehe keine andere Form vor als: „aber nur im Herrn". Er gestattet ein Aufgeben der Enthaltsamkeit nur mit der Bedingung: „aber nur im Herrn". Zum größern Nachdruck hat er seiner Vorschrift beigefügt: „aber nur".

Mit welcher Betonung und in welcher Weise man auch obigen Ausspruch vortragen mag ---- er ist lästig; er befiehlt und rät, er schreibt vor und ermahnt, er bittet und droht zugleich. Streng und kurz ist der Spruch, und gerade durch seine Gedrungenheit beredt. Das ist so die Art der göttlichen Aussprüche ---- damit man sie sogleich verstehe, sie sogleich befolge. Denn wer wäre nicht imstande, einzusehen, daß der Apostel durch dieses sein Verbot solcher Ehen viele Gefahren und Wunden für den Glauben verhütet und zunächst der Befleckung des geheiligten Leibes durch den heidnischen Leib vorgebeugt habe?

Bei diesem Punkte höre ich die Einwendung machen: Was ist also für ein Unterschied zwischen dem, der mit einem Heiden in einer Ehe lebend vom Herrn berufen wird, und dem, welcher schon vorher, d. h. vor der Eingehung der Ehe, bereits ein Christ war; warum sollten sie nicht auf gleiche Weise für ihren Leib besorgt sein? Und doch wird der eine von der Ehe mit Ungläubigen zurückgehalten, dem ändern darin zu verharren geboten! Warum wird, wenn wir durch den heidnischen Teil befleckt werden, der erstere nicht auch davon getrennt? Aus welcher Rücksicht wird er nicht verpflichtet? ---- Ich will darauf antworten, wenn es mir der Geist gibt. Zuerst führe ich an, daß es überhaupt dem Herrn wohlgefälliger sei, gar nicht zu heiraten, als sich zu scheiden. So verbietet er denn die Ehescheidung (außer wegen Hurerei), die Enthaltsamkeit dagegen empfiehlt |77 er. Es hat also der erstere die Verpflichtung, zu verharren, der andere aber auch die Freiheit, gar nicht zu heiraten. Denn, wenn gemäß der Hl. Schrift die, welche mit einem Heiden in der Ehe lebend den Glauben finden, aus diesem Grunde nicht befleckt werden und in der Verbindung mit ihnen sogar noch andere geheiligt werden, so können ohne Zweifel solche, welche vor der Ehe schon geheiligt waren, den nicht christlichen Leib nicht heiligen, indem sie nicht jetzt berufen werden. Die Gnade Gottes heiligt nur das, was sie vorfindet. Daher ist das, was sie nicht heiligen kann, unrein; was unrein ist, hat am Heiligen keinen Anteil, als den, daß es dasselbe mit seinem Gifte verunreinigt und tötet.

3. Wenn dem so ist, dann steht fest, daß Gläubige, welche Ehen mit Ungläubigen eingehen, sich der Hurerei schuldig machen und von jedem Verkehr mit der Brüdergemeinde auszuschließen sind, gemäß den Worten des Apostels, der da sagt, man dürfe mit einem solchen nicht einmal zusammen Speise zu sich nehmen32). Oder wollten wir etwa die Heiratsurkunde mit vor den Richterstuhl des Herrn nehmen und behaupten, diese von ihm selbst verbotene Ehe sei richtig eingegangen!? Wird das nicht vielmehr zum Ehebruch, was er untersagt? Wird es nicht Hurerei? Wird durch die Zulassung eines Nichtchristen der Tempel Gottes etwa weniger verunehrt? Werden die Glieder Christi etwa nicht mit den Gliedern der Ehebrecherin vereinigt33) ? So viel ich weiß, gehören wir nicht uns an, sondern sind um einen Kaufpreis erworben. Und um welchen Kaufpreis? Um das Blut Gottes! Wenn wir also unser Fleisch verunehren, so verunehren wir Gott.

Was will nun wohl jener Mensch, der neulich die Behauptung aufstellte, es sei zwar ein Vergehen, einen Nichtchristen zu heiraten, aber ein ganz geringes, wenn nur sonst jede Verunehrung des dem Herrn zugehörigen Fleisches ausgeschlossen sei? Jedes freiwillige Vergehen |78 gegen den Herrn ist ein schweres; denn je größer die Leichtigkeit war, es zu unterlassen, desto schwerer ist die Schuld der verbrecherischen Verstocktheit.

Zählen wir nun die dem Glauben drohenden Gefahren oder Verletzungen auf, denen der Apostel, wie bemerkt, vorgebeugt hat! Sie sind nicht bloß für das Fleisch, sondern sogar auch, für den Geist selbst höchst beschwerlich. Wer möchte in dieser Beziehung zweifeln, daß der Glaube jeden Tag mehr abgestumpft wird durch den ungläubigen Umgang? Böse Unterhaltungen verderben gute Sitten, um wieviel mehr Zusammenleben und unzertrennliche Gemeinschaft! Jedes gläubige Weib muß ihre Gedanken auf Gott richten. Wie wird sie da nun zweien Herren dienen können, Gott und ihrem Ehemann, und noch dazu einem heidnischen? Indem sie dem Heiden zu Gefallen sein will, wird ihr Tun heidnisch werden, ihr Äußeres, ihre Frisur, ihr Putz weltlich, ihre Zärtlichkeiten schändlicher, selbst die makelvollen Heimlichkeiten der Ehe werden wohl nicht mehr wie bei Heiligen als geschlechtliche Pflichten mit jener Ehrbarkeit, wie sie die Notwendigkeit selbst auferlegt, vor sich gehen, gleichsam vor dem Angesichte Gottes mit Bescheidenheit und Mäßigung.

4. Indessen mag sie zusehen, wie sie ihrem Manne ihre Pflichten leistet! Dem Herrn kann sie sicher nicht genügen, so wie es die Kirchenzucht verlangt. Denn sie hat an ihrer Seite einen Knecht des Teufels, der als Geschäftsführer seines Herrn den Bestrebungen und Leistungen der Gläubigen hinderlich ist, so zwar, daß, wenn ein Stationsfasten zu halten ist, der Mann am frühen Morgen ein Bad bestellt, wenn ein Fasttag zu beobachten wäre, der Mann für denselben Tag ein Gastmahl anrichtet, und wenn man ausgehen sollte, dann gerade die dringendsten häuslichen Geschäfte in den Weg kommen. Denn wer möchte seiner Gattin erlauben, straßenweise in den fremden und gerade in den ärmsten Hütten vorzusprechen, um die Brüder zu besuchen? Wer wird es gern sehen, daß sie, wenn es erforderlich ist, sich zu nächtlichen Zusammenkünften von seiner Seite |79 wegbegebe? Wer wird zur Zeit der Osterfeierlichkeiten ruhig dulden, daß sie die ganze Nacht wegbleibe? Wer wird sie zu dem bekannten Mahle des Herrn, welches sie so in Verruf bringen34), ohne seinen eigenen Argwohn gehen lassen? Wer wird sie in die Kerker schleichen lassen, um die Ketten eines Märtyrers zu küssen? oder gar erst sich irgend einem Mitbruder zum Friedenskuß zu nahen? oder Waschwasser für die Füße der Heiligen zu bringen? von den Speisen und Getränken etwas zu nehmen und zu verlangen, ja daran auch nur zu denken? Wenn ein Mitbruder aus der Fremde ankommt, welche Bewirtung wird er in einem solchen fremden Hause finden, wenn ihm, dem man die ganze Vorratskammer anbieten müßte, sogar die Brotschränke verschlossen sind!

5. Manche, hält man uns entgegen, lassen sich aber unsere Übungen gefallen und schelten nicht dagegen. Dann ist der Fehler der, daß Heiden unsere Übungen kennen lernen, daß wir unter der Mitwissenschaft der Ungerechten stehen und, wenn wir etwas tun, es ihr guter Wille ist. Wer sich etwas gefallen läßt, der weiß notwendigerweise auch darum; andernfalls, wenn ihm etwas verheimlicht wird; weil er es nicht dulden würde, wird er gefürchtet. Da aber die Schrift beides anempfiehlt, sowohl ohne Mitwissenschaft anderer als auch ohne unsere eigene Belästigung für den Herrn zu wirken, so macht es keinen Unterschied, nach welcher Seite hin man es verfehlt, ob in Bezug auf die Mitwissenschaft des Gatten, wenn er nämlich gutmütig ist, oder zur eigenen Beschwernis, wenn er es nämlich nicht ist, und deshalb gemieden wird, „Werfet eure Perlen nicht vor die Schweine", heißt es, „damit sie dieselben nicht niedertreten, sich umkehren und euch zerreißen"35). Zu diesen Perlen gehören auch die schönen Übungen des täglichen Lebens. Je mehr man sich bemühen würde, sie zu verheimlichen, um so mehr würde man sie zum |80 Gegenstande des Verdachtes und des Verlangens für die Neugierde der Heiden machen.

Wird es unbemerkt bleiben, wenn Du Dein Bett und Dich selbst mit dem Kreuze bezeichnest? wenn Du etwas Unreines36) von dir wegblasest? wenn Du sogar nachts aufstehest, um zu beten? Wird es da nicht scheinen, als wolltest Du eine magische Handlung vornehmen? Dein Mann wird nicht wissen, was das ist, was Du vor jeder ändern Speise heimlich genießest37); und wenn er wüßte, daß es Brot sei, würde er dann nicht glauben, es sei dasjenige Brot, von welchem man immer spricht? Und wird wohl jeder, der den Grund nicht kennt, es dulden ohne Unwillen und ohne den Argwohn, es sei Gift und kein Brot? Manche dulden alle diese Dinge wohl, aber nur, um sie zu verachten, sie dulden sie, um mit solchen Frauen ein Spiel zu spielen, indem sie deren Geheimnisse für den Fall einer vermeintlichen Gefahr, wenn sie selber einmal beleidigt werden sollten, bei sich bewahren und sich um den Preis ihrer Mitgift durch Vorhalten ihres christlichen Bekenntnisses das Stillschweigen abkaufen lassen, da sie nämlich sonst vor dem achtsamen Schiedsrichter mit ihnen prozessieren würden. Das haben viele nicht vorausgesehen und sind nur mit Verlust ihres Vermögens oder ihres Glaubens davongekommen.

6. Die Dienerin Gottes hält sich auf bei fremden Hausgöttern und unter ihnen38); sie wird bei allen vorkommenden, den Dämonen erwiesenen Ehrenbezeigungen, allen Festlichkeiten der Landesfürsten, beim Jahresbeginn und Monatsanfang durch den Dunst des Weihrauchs belästigt. Sie tritt aus einer mit Lorbeer und Laternen behängten Tür, wie aus einem neu errichteten Standquartier öffentlicher Unzucht, sie sitzt mit ihrem Ehemann häufig bei Schmausereien zu Tisch, häufig auch in den Garküchen, auch wird sie manchmal ruchlosen Menschen aufwarten, da sie früher gewohnt war, den |81 Heiligen aufzuwarten. Wird sie darin, daß sie denjenigen zu Dienst sein muß, welche von ihr gerichtet werden sollen, nicht ein Vorzeichen ihrer Verwerfung erblicken? Aus wessen Hand wird sie etwas erwarten? Aus wessen Becher wird sie mittrinken? Was wird ihr Mann ihr, oder was wird sie ihrem Manne vorsingen? Fürwahr, sie wird ein Stück von der Bühne zu hören bekommen, etwas aus dem Wirtshause, aus der Kneipe! Wo bleibt das Andenken an Gott, wo die Anrufung Christi? Wo die Belebung des Glaubens durch Einlegung der Schriftlesung? Wo die Erfrischung des Geistes? Wo der heilige Segen39)? Alles trägt hier das Gepräge der Fremdheit, der Ungehörigkeit, der Verdammnis und ist zur Schädigung des Seelenheils von dem bösen Feinde angestiftet.

7. Kann das alles gleichwohl auch solchen begegnen, welche, in einer heidnischen Ehe lebend, den Glauben gefunden haben und darin verharren, so gibt es für sie doch eine Entschuldigung, indem sie in diesen Ehen von Gottes Gnade ergriffen worden sind, ihnen zu verharren befohlen wird, indem sie auch geheiligt werden und Aussicht haben, ihren Mann zu gewinnen. Wenn also eine solche Ehe bei Gott gutgeheißen wird, warum, sollte sie dann nicht auch einen glücklichen Verlauf nehmen, ohne von Drangsalen, Bekümmernissen, Störungen und Befleckungen sonderlich heimgesucht zu werden, da sie ja zum Teil schon den Schutz der göttlichen Gnade besitzt? Denn da der andere Teil durch Gnadenerweise aus dem Heidentum zu einer gewissen himmlischen Tugendkraft berufen wurde, so ist er für den heidnischen Teil ein Gegenstand der Scheu, so daß dieser ihm weniger widerspricht, ihm weniger nachstellt, ihn weniger belauscht. Er hat die Großtaten gefühlt, er hat die Beweise gesehen, er merkt, daß der andere besser geworden ist, und so wird er durch diese Scheu selbst ein Lehrling Gottes. Daher werden diejenigen, mit welchen |82 die Gnade Gottes einen beständigen Verkehr unterhält, leichter gewonnen. Endlich ist es auch eine ganz andere Sache, wenn man sich aus freien Stücken und eigenem Antrieb in verbotene Dinge einläßt. Was Gott dem Herrn nicht wohlgefällig ist, das beleidigt ihn sicherlich und ist sicherlich vom Bösen eingegeben. Als Beweis dessen dürfte die Erscheinung dienen, daß gerade nur ausgelassene Menschen40) Gefallen an Personen christlichen Bekenntnisses haben. Daher finden sich Leute, welche solche nicht verschmähen, aber ---- um sie auf die Seite zu schaffen, um sie vor Gericht zu schleppen, um sie dem Glauben zu entfremden. Du hast also Ursache, nicht mehr daran zu zweifeln, daß eine Ehe der Art niemals einen glücklichen Ausgang nimmt, da sie vom bösen Feinde gestiftet, vom Herrn hingegen verdammt wird.

8. Als wirkliche und wahrhafte Erforscher der göttlichen Urteile wollen wir zudem noch die Rechtsfrage untersuchen. Verbieten es nicht auch bei den Heiden alle strengen und auf Zucht und Ordnung haltenden Herren ihren Sklaven, außerhalb ihrer Dienerschaft zu heiraten? Natürlich, damit sie nicht in Ausgelassenheit geraten, nicht ihre Pflichten versäumen und von den Sachen des Herrn etwas an Leute weggeben, die nicht zum Hause gehören. Haben sie nicht überdies noch geglaubt, diejenigen Personen, welche trotz einer Aufforderung seitens der Eigentümer mit fremden Sklaven ehelich fortleben, für in die Sklaverei verfallen ansehen zu müssen? Sollten nun Ordnung und Recht dieser Erde etwa strenger sein als die göttlichen Vorschriften? Dann würden zwar Heidinnen, die sich mit fremden Sklaven verbunden haben, ihre Freiheiten verlieren ---- Leute |83 aber, die zu uns gehören, sich mit Sklaven des Teufels verbinden und doch in ihrem Stande verbleiben. Sie werden natürlich behaupten, der Herr habe ihnen keine solche Aufforderung durch seinen Apostel gegeben.

Was wird man als Ursache dieses Wahnsinns entdecken? Nichts anderes als Schwachheit des Glaubens, welche immer lüstern ist im Verlangen nach irdischen Ergötzlichkeiten, Das hat man bei Vornehmen schon sehr oft gefunden. Denn je reicher eine Frau ist und je mehr sie sich auf den Titel Matrone einbildet, ein um so geräumigeres Haus wünscht sie auch für ihre Honneurs, gleichsam als Tummelplatz für ihren Ehrgeiz, Für solche Personen sind die Kirchen zu unsauber. Schwer ist für eine Reiche der Verbleib im Hause Gottes, und wenn eine da ist, so ist es schwerlich eine Ehelose, Was sollen sie also machen? Wen anders als den Teufel können sie um einen Mann bitten, der imstande ist, ihnen eine Sänfte, Mauleselinnen und Haarkräusler von ausländischem, hohem Wuchs zu halten? Ein Christ, wenn er auch reich ist, wird ihr dergleichen Dinge vielleicht nicht anschaffen. Stelle Dir einmal, ich bitte Dich, die Handlungsweise der Heiden vor! Viele Frauen, von guter Herkunft und in Bezug auf Vermögen günstig gestellt, verbinden sich mit geringen und unbegüterten Männern, wenn diese ihnen zum Zwecke der Wollust zusagen oder die denselben mangelnde Zeugungskraft sie der Beschwerden überhebt. Manche geben ihre Hand auch ihren Freigelassenen und Sklaven und verachten die öffentliche Meinung, wenn sie nur Männer bekommen, von welchen sie kein Hindernis ihrer Ungebundenheit zu fürchten haben. Die gläubige Christin hingegen kann es nicht über sich gewinnen, einen Gläubigen von geringerem Vermögen zu heiraten, obwohl sie bei einem armen Manne reicher werden würde! Denn wenn das Himmelreich den Armen gehört, weil es den Reichen nicht gehört, so wird der Reiche bei dem Armen mehr finden. Er wird eine größere Mitgift bekommen aus den Gütern dessen, welcher in Gott reich ist. Möge sie ihm auf Erden gleich stehen, da sie es im Himmel vielleicht nicht wird! |84 

9. Darf man nun noch zweifeln, fragen und wiederholt überlegen, ob der, dem der liebe Gott seine Schätze anvertraut hat, für die zugebrachte Mitgift tüchtig genug sei? Woher soll ich die Kräfte nehmen, um das Glück einer Ehe zu schildern, welche vor der Kirche eingegangen, durch die Darbringung41) bestätigt, mit dem Segen besiegelt ist, welche die Engel ansagen und der himmlische Vater genehm hält? Es ist ja nicht einmal auf Erden recht und gesetzlich, wenn Kinder ohne die Einwilligung der Eltern heiraten. Welch schönes Zweigespann sind ein Paar Gläubige, die eine Hoffnung, ein Ziel ihrer Wünsche, einerlei Lebensweise und dieselbe Art des Dienstes haben! Sie beide sind Geschwister, Mitknechte, es ist kein Unterschied vorhanden, weder an Geist noch an Körper. Sie beten zu gleicher Zeit, sie werfen sich zusammen nieder, sie halten zu gleicher Zeit die Fasten, sie belehren, sie ermahnen, sie tragen sich gegenseitig. Sie finden sich in gleicher Weise in der Kirche Gottes und beim Tische des Herrn ein, sowie sie sich auch in Bedrängnissen, bei Verfolgungen und in guten Tagen in gleicher Weise verhalten. Keins hat vor dem ändern Heimlichkeiten, keins meidet das andere, keins wird dem ändern zur Last. Gern besucht man die Kranken und kommt dem Dürftigen zu Hilfe. Die Almosen werden gereicht ohne lange Quälerei, das Opfer gehalten ohne Erregung von Verdruß, die tägliche Beobachtung der Religion ist ungehindert. Die Bekreuzung findet nicht verstohlen statt, die Beglückwünschungen nicht mit Zittern, der Segen wird nicht bloß in Gedanken gesprochen. Aus beider Munde ertönen Psalmen und Hymnen, und sie fordern sich gegenseitig zum Wettstreite heraus, wer wohl am besten dem Herrn lobsingen könne. Dergleichen zu sehen und zu hören ist ein Gegenstand der Freude für Christus. Solchen sendet er seinen Frieden.  


*) Der zweite Band des Wiener Corpus scr. eccl., der diese Schrift enthalten soll, ist noch nicht erschienen.

1. 1) Bei der unheilbaren Verwirrung, die an dieser Stelle in den Texten herrscht, gibt nur die Beziehung auf die bekannte Frage der Sadduzäer, Matth. 22, 28, einen etwas sicheren Anhaltspunkt für Ermittlung des Sinnes. Ich übersetze, als wenn dastände : Proinde sollicitudo nulla, quae de carnis zelo venit. Etiam illam, quam septem fratribus per successionem (nupsisse voluere, nemo tot) maritorum resurrectionis die offendet. Die eingeklammerten Worte fehlen im Cod. Agob, sind aber aus den übrigen Handschriften mit ziemlicher Sicherheit zu ergänzen. 

2. 2) Matth. 22, 34.

3. 1) Es braucht kaum angemerkt zu werden, daß die hier gegebene Erklärung für die Polygamie der Patriarchen wenig befriedigt.

4. 1) 1 Kor. 7, 9.

5. 2) Hier folgen noch die Worte: necesse est mori mihi; si ploro, bonum est; quod si timeo, aus welchen ich keinen in den Zusammenhang passenden Sinn herausbringen kann. Jos. Scaliger wollte sie streichen.

6. 1) 1 Kor. 12, 31.

7. 2) Ebend. 7, 34.

8. 3) Ebend. 11, 1.

9. 4) Matth. 26, 41.

10. 1) Ich lese cedere. Die Stelle bleibt etwas dunkel.

11. 1) Ist ironisch gemeint.

12. 2) Sollte hier nicht expunguntur statt expugnantur zu lesen sein? Im vorigen lese ich coluntur.

13. 3) Matth. 24, 19; Luk. 21, 23. Er fügt aber ein beschränkendes in illis diebus bei.

14. 1) Von welchem der Herr Luk. 17, 28 spricht.

15. 2) Die Stelle ist unsicher in den Lesarten.

16. 3) 1 Kor. 7, 29.

17. 1) Matth. 19, 12.

18. 2) Das Volk glaubte, daß die vestalischen Jungfrauen einen Drachen hielten, worin Tertullian den Teufel sieht.

19. 1) 1 Kor. 7, 10 u. 27.

20. 1) 1 Tim. 3, 2 u. 12; Tit. 1, 6.

21. 2) Es steht hier der Ausdruck in ordinem scil. viduarum.

22. 3) 1 Tim. 5, 9.

23. 4) Is. 1, 17 f.

24. 1) 1 Kor. 15, 83. Ursprünglich ist dies ein Vers des Menander. 

25. 2) Phil. 3, 19.

26. 1) 1 Kor. 7, 39.

27. 1) 1 Kor. 7, 7.

28. 2) 1 Kor. 7, 12-15.

29. 3) In diesem Satze ist die Lesart des Cod. Agob. offenbar die irrtümliche; der Zusammenhang verlangt injunctis.

30. 1) Öhler bietet, da er dem Cod. Agob. zu sehr folgt, unverständliche Dinge und zieht auch sinnwidrig absolute zu pronuntiasset. Es muß heißen: Quod si de fidelium ante (adverbialisch: oben, vorher) matrimonio pronuntiasset, absolute etc.

31. 1) Öhler hat statt apostolus wieder die Lesart Spiritus aufgenommen, indem er nicht beachtet, daß gleich darauf qui nos ad exemplum sui hortatur folgt, was mit Beziehung auf 1 Kor. 7, 7 gesagt ist.

32. 1) 1 Kor. 5, 11.

33. 2) Mit Anspielung auf l Kor. 6, 15 ff. Öhler hat hier und im folgenden die ältere richtige Interpunktion verlassen.

34. 1) Als Thyesteische Mahlzeiten. 

35. 2) Matth. 7, 6.

36. 1) Den Dunst vom Hausaltar, die Weihrauchdüfte.

37. 2) Die hl. Eucharistie.

38. 3) Ich trenne inter illos von omnibus honoribus.

39. 1) Gebräuche bei den christlichen Liebesmahlen. Vergl. Apol. 39. Öhlers Interpunktion und Lesarten laboribus für laribus und de gehenna statt de ganea haben meinen Beifall nicht.

40. 1) Die Lesart der Handschrift ist petitoribus, was keinen Sinn zu geben scheint. Die Emendation pejoribus entfernt sich zu weit von der Lesart der Handschriften. Sollte nicht etwa petulantioribus ihr mehr entsprechen? Der Sinn wäre dann: Es sind nicht eben die solidesten Heiden, welche sich eventuell eine christliche Frau nehmen, sondern häufig sind es schlechte Menschen, welche der Frau sogar nach dem Leben trachten, um deren Geld allein zu besitzen.

41. 1) Des eucharistischen Opfers.


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Übersetzt von Heinrich Kellner, 1912/1915.  Übertragen durch Roger Pearse, 2002.


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