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GEGEN DIE JUDEN.

[Übersetzt von Dr. K. A. Heinrich Kellner]

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Inhalt:

1. Kap. Veranlassung der Schrift. Die Juden sind von Gott abgefallen und haben das Heil zurückgestoßen. Deshalb ist die Berufung an die Heiden ergangen.

2. Kap. Schon vor Erlaß des Mosaischen Gesetzes gab es ein Gesetz Gottes für die Stammeltern im Paradies. Es umfaßte als einfaches Gebot des Gehorsams in sich alle positiven Gesetze. Schon vor Erlaß des Mosaischen Gesetzes bezeichnet die Hl. Schrift mehrere Personen als gerecht und Gott wohlgefällig, sie wurden es also durch das Naturgesetz.

3. Kap. Die Beschneidung war nur ein äußerliches Zeichen, woran das Volk der Auserwählung kenntlich sein sollte. Darum stellte schon das Alte Testament das Aufhören derselben in Aussicht nebst der Errichtung eines Neuen Bundes, eines neuen Gesetzes und einer neuen Beschneidung in Verbindung mit einer Veredlung der Menschheit, welches alles mit dem Eintritt der Heiden in die Kirche bereits seinen Anfang genommen hat.

4. Kap. Was inbetreff des Gesetzes und der Beschneidung gesagt ist, gilt auch von der Sabbatfeier.

5. Kap. Ähnlich ist es mit den Opfern des Alten Bundes, anstatt deren ein neues, reines Opfer verheißen wird, das an allen Orten dargebracht werden soll.

6. Kap. Aufgabe der Untersuchung ist, festzustellen, ob der Verkünder dieses neuen Gesetzes, der Messias, schon erschienen sei oder nicht.

7. Kap. Wenn die Propheten dem Messias die Herrschaft über die ganze Erde beigelegt haben, so hat sich dies schon erfüllt, indem Christus ein universales Königtum aufzurichten begonnen hat.

8. Kap. Daß der Messias bereits erschienen sei, wird aus der Weissagung Daniels bewiesen in betreff der Wiedererbauung des Tempels, der Geburt und des |s301 Leidens des Messias, deren Zeitbestimmungen auf Christus genau passen.

1. Kürzlich trug es sich zu, daß ein Christ und ein jüdischer Proselyt in eine Disputation miteinander gerieten. Beide zerrten das Seil des Haders abwechselnd hin und her1) und brachten damit den Tag bis zum Abend hin. Da auch andere aus der Partei beider mit hineinredeten, so wurde die Wahrheit etwas durch Nebelwolken verdunkelt. Es schien mir also gut, das, was bei dem Durcheinanderreden im Disputieren nicht recht in klares Licht hatte gestellt werden können, sorgfältiger zu untersuchen und die nochmals behandelten Fragen mit der Feder fürs Lesen zum Abschluß zu bringen. Die Gelegenheit, die göttliche Gnade auch den Heiden zuzusprechen, erlangte den Anspruch, hierbei an erster Stelle berücksichtigt zu werden, dadurch, daß ein jüdischer Mann von nicht israelitischer, sondern heidnischer Herkunft es war, der das Gesetz Gottes für sich in Beschlag zu nehmen versucht hatte.

Daß die Heiden zum Gesetz Gottes zugelassen werden können, wäre eigentlich schon ausreichend, Israel seinen Stolz darüber, daß die Heiden nur als der Tropfen am Eimer und der Staub von der Tenne angesehen werden2), in Zukunft zu benehmen. Jedoch wir haben sogar von Gott selbst ausreichende Verheißungen und genügende Bürgschaften dafür, indem er dem Abraham versprochen hat, daß in seinem Samen alle Nationen der Erde gesegnet werden, und daß aus dem Mutterschoße der Rebekka zwei Völker und zwei Stämme hervorgehen sollten, nämlich das jüdische, d. h. Israel, und das heidnische, welches wir sind. Beide empfingen die Benennung Volk und Stamm3), damit keins bloß seines Namens wegen das Privilegium der Gnade für sich in Anspruch zu nehmen wage. Gott hat nämlich gewollt, daß zwei Völker und zwei Stämme aus dem Mutterschoße eines einzigen Weibes hervorgingen, und nicht |s302 um des bloßen Namens willen einen Unterschied in der Gnade gemacht, sondern nur in der Geburt selbst, nämlich den, daß derjenige, welcher zuerst aus dem Mutterleibe hervorgehen würde, dem Jüngern, d, i. dem spätem, nachstehen sollte. Denn so sprach Gott zu Rebekka: „Zwei Völker sind in deinem Schöße und zwei Volksstämme werden aus deinem Leibe hervorgehen; das eine Volk wird das andere übertreffen und der ältere dem Jüngern dienen". Da nun also das Volk oder der Stamm der Juden der Zeit nach früher war und durch die Gnade der früheren Beglückung mit dem Gesetz größer ist, das unsrige aber dem Alter und der Zeit nach jünger, weil es erst im letzten Zeitraum zur Kenntnis der göttlichen Erbarmung gelangte, so muß ohne Zweifel kraft der Verkündigung des göttlichen Ausspruches das erste und ältere Volk, nämlich das jüdische, notwendig dem jüngeren dienen und das jüngere Volk, die Christen, das ältere übertreffen.

Denn nach den Berichten der göttlichen Schriften hat das Judenvolk, also das ältere, Gott verlassen und den Idolen gedient. Nachdem es Gott abgesagt hatte, war es den Idolen ergeben, da es zu Aaron sprach: „Mache uns Götter, die vor uns hergehen"4). Als nun das Gold von den Halsketten der Weiber und den Ringen der Männer eingeschmolzen und ein Ochsenkopf daraus hergestellt war, verließ das gesamte Israel Gott, erwies diesem Götzen Ehrerbietung und rief: „Das sind die Götter, die uns aus dem Lande Ägypten herausgeführt haben"5). In späteren Zeiten, als die Könige über sie herrschten, haben sie in derselben Weise mit Jeroboam goldene Kühe und die Haine verehrt und sich Baal geweiht. Damit ist bewiesen, daß sie zu allen Zeiten in der Urkunde der göttlichen Schrift als des Verbrechens der Götzendienerei schuldig bezeichnet werden. Unser Volk aber, das jüngere, d, h. das spätere, hat seine Götzen verlassen, denen es früher diente, und sich demselben Gott zugewendet, von welchem Israel, wie erwähnt, abwich. So hat das jüngere Volk, d. h. das |s303 spätere, das ältere Volk übertroffen; denn es erlangte die Gnade der göttlichen Erbarmung, von welcher sich Israel zurückgestoßen sieht.

2. Wir wollen also Stellung nehmen und den Kern der Frage selbst in festen Umrissen bestimmen. Warum soll man glauben, Gott, der Schöpfer des All, der Lenker der ganzen Welt, der Bildner des Menschen, der Vater aller Völker, habe das Gesetz durch Moses nur für ein Volk gegeben, und nicht vielmehr sagen, er habe es allen Völkern verliehen? Wenn er es nicht für alle gegeben hätte, dann würde er in keiner Weise Proselyten und Heiden den Übertritt dazu gestattet haben. Gott hat, wie es sich für die Güte und Billigkeit des Bildners des Menschengeschlechtes geziemt, für alle Völker dasselbe Gesetz gegeben, wann er wollte, durch wen er wollte und wie er wollte. Denn zu Anbeginn der Welt gab er auch Adam und Eva das Gesetz, daß sie von der Frucht des in die Mitte des Paradieses gepflanzten Baumes nicht essen sollten; wenn sie dagegen handelten, würden sie des Todes sterben. Dieses Gesetz würde für sie genügt haben, wenn es gehalten worden wäre. Denn wir finden, daß in diesem, Adam gegebenen Gesetze alle Vorschriften enthalten sind, die später durch Moses in so großer Fülle gegeben wurden, nämlich: „Du sollst Gott deinen Herrn lieben aus ganzem Herzen und aus deiner ganzen Seele, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, kein falsches Zeugnis geben, Vater und Mutter ehren und Fremdes nicht begehren". Denn das uranfängliche Gesetz wurde Adam und Eva im Paradiese gegeben gleichsam als die Stammutter aller ferneren Vorschriften Gottes. Hätten Adam und Eva also Gott ihren Herrn geliebt, so würden sie nicht gegen sein Gesetz gehandelt haben. Hätten sie den Nächsten geliebt, d. h. sich selber, so würden sie den Einflüsterungen der Schlange nicht geglaubt und also auch den Mord an sich selber nicht begangen haben, indem sie durch Zuwiderhandeln gegen das Gebot Gottes der Unsterblichkeit verlustig gingen. Sie wären auch vom Diebstahl frei geblieben, wenn sie von |s304 der verbotenen Frucht nicht heimlich gekostet hätten. Es würde in ihnen auch nicht der Wunsch entstanden sein, unter dem Baume dem Auge des Herrn zu entgehen, wenn sie nicht Teilhaber an den falschen Versicherungen des Teufels geworden wären, indem sie hofften, wie Gott zu werden. So hätten sie auch Gott nicht beleidigt, der ihr Vater war, weil er sie aus dem Lehm der Erde, der gleichsam den Mutterschoß vertrat, gebildet hatte. Hätten sie Fremdes nicht begehrt, so würden sie von der verbotenen Frucht nicht gegessen haben.

Also in diesem allgemeinen und uranfänglichen Gesetze Gottes, welches nach der Bestimmung Gottes an der Frucht des Baumes den Gegenstand seiner Befolgung haben sollte, waren, wie wir sehen, speziell enthalten alle Vorschriften des späteren Gesetzes, die zu ihrer Zeit veröffentlicht wurden und zum Vorschein kamen. Denn Sache derselben Person, die vorher die Vorschrift erlassen hatte, war es, in der Folgezeit das Gesetz hinzuzufügen, weil eben dieselbe nachher das Amt des Lehrens übernehmen mußte, die ehemals Gerechte zu bilden angefangen hatte. Denn was ist daran Auffallendes, wenn derjenige die Disziplin erweitert, der den Grund dazu gelegt hat, wenn wer angefangen hat, weiter voran schreitet?

Ich behaupte also, vor dem auf steinernen Tafeln geschriebenen Gesetze Moses' existierte ein anderes, nichtgeschriebenes Gesetz, welches auf dem Wege der Natur erkannt und von den Vätern beobachtet wurde. Denn wie konnte Noe als gerecht erfunden werden6), wenn ihm nicht die Gerechtigkeit des Naturgesetzes vorschwebte? Wie konnte Abraham als Freund Gottes bezeichnet werden7), wenn nicht wegen der naturgesetzlichen Redlichkeit und Gerechtigkeit? Wie konnte Melchisedech ein Priester des höchsten Gottes heißen8) wenn es nicht schon vor dem levitischen Priestertume Leviten gegeben hat, die Gott Opfer darbrachten?  |s305 Somit ist also das Gesetz nach den Patriarchen dem Moses übergeben worden nach dem Auszuge aus Ägypten, nach Verlauf und Dauer vieler Zeiten. Denn erst 430 Jahre nach Abraham ist das Gesetz gegeben worden. Daraus ersehen wir, daß es auch vor Moses schon ein Gesetz Gottes gab und nicht auf dem Horeb allein, auch nicht erst auf Sina oder in der Wüste, sondern daß es älter ist und zuerst im Paradiese gegeben, dann für die Patriarchen und daher auch für die Juden zu bestimmten Zeiten reformiert wurde. Daher achten wir nicht mehr auf das Gesetz Moses', als auf das ursprüngliche, sondern auf ein nachfolgendes, welches Gott zur bestimmten Zeit auch den Heiden anbot, und da es durch die Propheten verheißen war, verbesserte, wobei er darauf hinwies, daß das Gesetz, wie es zu bestimmter Zeit durch Moses gegeben sei, so auch als ein zeitweilig beobachtetes und gehaltenes werde angesehen werden. Auch möchten wir Gott, der nach der Beschaffenheit der Zeiten die Gesetzesvorchriften zum Heile der Menschen verbessert, die Gewalt dazu nicht absprechen.

Wer behauptet, es müsse auch jetzt noch der Sabbat beobachtet werden als Mittel zum Seelenheil und die Vornahme der Beschneidung am achten Tage wegen der Todesdrohung, der möge uns erst zeigen, daß in der Vorzeit die Gerechten den Sabbat gehalten und sich beschnitten haben und so Freunde Gottes geworden sind. Denn wenn es die Beschneidung ist, die den Menschen rein macht, warum hat Gott den Adam als Unbeschnittenen erschaffen und ihn nicht beschnitten, wenigstens nach seinem Fehltritt, wenn die Beschneidung reinigt? Indem er ihn ins Paradies setzte, hat er dem Paradiese sicher einen Unbeschnittenen zum Bewohner und Vorgesetzten gegeben. Da Gott also den Adam ohne die Beschneidung und die Beobachtung des Sabbats ließ, so war es konsequent, daß er auch dessen Sprößling, den Abel, der ihm Opfer darbrachte, belobte, obwohl derselbe Beschneidung und Sabbate nicht kannte, und daß Gott wohlgefällig aufnahm, was er in der Einfalt seines Herzens darbrachte, dagegen das Opfer seines Buders Kain verwarf, der seine Opfer nicht richtig verteilte. |s306 Den Noe, der auch unbeschnitten war und keinen Sabbat hielt, rettete Gott desungeachtet aus der Sündflut, Den Enoch, der auch unbeschnitten war und keinen Sabbat hielt, entrückte Gott als höchst gerechten Mann aus dieser Welt. Er hat den Tod noch nicht gekostet, damit er, bereits im Besitz der Ewigkeit, uns die Lehre gebe, daß auch wir ohne die Lasten des Gesetzes Moses' Gott wohlgefällig sein können. Melchisedech, Priester des höchsten Gottes, wurde als Unbeschnittener und ohne Beobachtung der Sabbate zum Priestertum Gottes auserkoren. Auch Loth, der Bruder Abrahams, beweist es, weil er wegen der Verdienste seiner Gerechtigkeit ohne die Beobachtung des Gesetzes aus dem Brande Sodomas befreit wurde.

3. Aber Abraham, entgegnet man mir, wurde doch beschnitten. ---- Ja, aber er war Gott wohlgefällig schon vor seiner Beschneidung, und den Sabbat hat er trotzdem nicht beobachtet. Er erhielt allerdings die Beschneidung, allein sie sollte für jene Zeit als Zeichen dienen, nicht als Prärogative des Heiles. So blieben denn auch spätere Patriarchen noch ohne die Beschneidung, wie z. B. Melchisedech, der, obwohl unbeschnitten, für den bereits beschnittenen A.braham, als er aus dem Treffen zurückkehrte, Brot und Wein darbrachte. Aber ein Sohn des Moses, wirft man mir ein, wäre doch damals vom Engel erwürgt worden9), wenn nicht seine Mutter Sephora mit einem Steine die Vorhaut des Kindes beschnitten hätte. Darum, sagt man, wäre in der größten Gefahr, wer die Vorhaut seines Fleisches nicht beschneiden würde, ---- Allein, wenn es durchaus die Beschneidung wäre, welche das Heil bewirkt, so hätte Moses nicht unterlassen, sie seinem Sohne am achten Tage zu erteilen, da es feststeht, daß Sephora, vom Engel dazu gezwungen, es auf der Reise tat. Wenn wir es uns recht überlegen, so kann die erzwungene Beschneidung eines einzelnen Kindes keine Präskription für das ganze Volk herbeiführen und diese Vorschrift gleichsam zu einem Gesetze machen. Gott wußte nämlich vorher, |s307  daß er die Beschneidung dem Volke Israel als Zeichen, nicht als Mittel des Heiles geben werde. Darum drängte er dazu, daß der Sohn des Moses, des künftigen Anführers, beschnitten werde, damit das Volk, wenn ihm durch Moses das Gesetz der Beschneidung würde gegeben werden, es dieselbe nicht verachte, sondern das Beispiel davon bereits am Sohne seines Anführers gegeben sähe.

Die Beschneidung sollte vollzogen werden, aber als ein Zeichen, woran Israel in den letzten Zeiten unterschieden werden sollte, wenn es seiner Mißverdienste halber vom Eintritt in die heilige Stadt abgehalten würde nach dem Worte der Propheten, die da sagen: „Euer Land wird verlassen, Eure Städte werden verbrannt sein, Euer Gebiet werden die Fremden vor Euren Augen ausplündern; verlassen und verwüstet von den fremden Völkern wird die Tochter Sions gelassen werden, wie ein Häuschen im Weinberge, wie eine Wächterhütte im Gurkenfeld und wie eine Stadt, die erobert ist"10). Warum das? Weil, wie die darauffolgende Rede des Propheten ihnen vorwirft: „Ich Söhne erzeugt und sie erhöht, sie aber mich verworfen haben"11). Und abermals: „Wenn ihr auch eure Hände ausstrecken wolltet, ich werde mein Antlitz von Euch abwenden, und wenn ihr auch eure Gebete vervielfältiget, ich werde euch nicht erhören; denn eure Hände sind voll Blut"12). Und wiederum: „Wehe dir, sündiges Geschlecht, Volk, voll von Sünden! Verruchte Söhne, ihr habt Gott verlassen und den Grimm des Heiligen Israels erweckt"13).

Das war also die Absicht Gottes, Israel die Beschneidung als ein Zeichen zu erteilen, woran es erkannt werden könne, wenn die Zeit kommen würde, wo ihm wegen der erwähnten Mißverdienste der Eintritt in die Stadt Jerusalem versagt werden würde. Dies wurde angekündigt, weil es einerseits so kommen sollte, |s308 andererseits sehen wir, daß es geschehen ist14). Wie nämlich dem Volke, als es noch halsstarrig war, eine leibliche Beschneidung, eine bloß zeitweilige, vorübergehende, als Zeichen erteilt wurde, so ist dem gehorsamen Volke eine geistige Beschneidung als Heilmittel gegeben worden, wie der Prophet Jeremias sagt: „Erneuert euch und säet nicht unter die Dornen, laßt euch beschneiden für Gott und beschneidet die Vorhaut eures Herzens"15). Und an einer anderen Stelle sagt er: „Siehe, es werden Tage kommen, spricht der Herr, und ich werde dem Hause Juda und dem Hause Jakob einen Neuen Bund bereiten, nicht so, wie ich ihn ihren Vätern gegeben habe am Tage, als sie auszogen aus Ägypten"16).

Daraus ersehen wir, daß auch die erste damals erteilte Beschneidung aufhören sollte und daß das Erscheinen eines neuen Gesetzes, nicht eines solchen, wie er es bereits den Vätern gegeben habe, angekündigt wurde, wie Isaias geweissagt hatte, als er redete „vom Berge des Herrn und dem Hause Gottes, das in den letzten Tagen auf den Berggipfeln erscheinen würde". „Er wird erhöht werden", heißt es dort weiter, „über die Hügel und es werden ihn besteigen alle Völker und viele werden auf ihm wandeln und sagen: „Kommet, steigen wir hinauf zum Berge des Herrn und zum Hause Jakobs"17); nicht des Esau, des ersten Sohnes, sondern Jakobs, des folgenden, d. h, unseres Volkes, dessen Berg Christus ist, der nicht durch die Hände von Steinmetzen behauen ist und von Daniel als „die ganze Erde erfüllend" hingestellt wird18).

Endlich verkündigt Isaias auch, es werde aus diesem Hause Jakobs ein neues Gesetz hervorgehen, mit folgenden Worten: „Aus Sion wird ausgehen das Gesetz und das Wort Gottes aus Jerusalem, und er wird Gericht halten unter den Völkern, d. h. unter uns, die wir aus den Heiden berufen worden, und sie werden |s309 umschmieden, heißt es, ihre Schwerter zu Pflügen und ihre Lanzen zu Sicheln und kein Volk wird mehr gegen das andere zum Schwerte greifen und sie werden das Kriegführen nicht mehr erlernen"19). Wer wird damit gemeint sein, wenn nicht wir, die wir, durch das neue Gesetz belehrt, alles dies beobachten, nachdem das alte Gesetz abgeschafft ist, dessen künftige Abschaffung die Tatsachen selbst kundtun. Das alte Gesetz behauptete sich durch Ahndung mit dem Schwerte, forderte Auge für Auge und nahm Rache für die Unbill. Das neue Gesetz aber hat Sanftmut verkündet, leitet das frühere Wüten und Toben mit Schwertern und Lanzen zu friedlicher Ruhe an und lenkt das frühere kriegerische, gegen die äußeren Feinde und Gegner des Gesetzes gerichtete Treiben in die friedlichen Tätigkeiten des Pflügens und Ackerbauens hinüber.

Wie also unserem obigen Nachweise zufolge das Aufhören des alten Gesetzes und der leiblichen Beschneidung angekündigt worden ist, so offenbart sich die Beobachtung des neuen Gesetzes und die geistige Beschneidung in Werken des Friedens, „Volk", heißt es, „welches ich nicht kannte, hat mir gedient und mit gehorsamem Ohre auf mich gehört"20). Die Propheten haben das verkündigt. Was für ein Volk aber war es, das Gott nicht kannte, wenn nicht wir, die wir früher von Gott nichts wußten? Wer hört auf ihn mit gehorsamem Ohre, wenn nicht wir, die wir die Idole verließen und uns zu Gott bekehrten? Denn Israel, welches Gott wohlbekannt und von ihm in Ägypten erhöht, durch das Rote Meer geführt und in der Wüste mit dem Manna gespeist worden war, welches vierzig Jahre lang ein Leben wie in der Ewigkeit, von menschlichen Leidenschaften unbefleckt, hingebracht hatte, nicht mit den Speisen dieser Welt, sondern dem Brot der Engel, dem Manna, genährt und Gott hinlänglich durch Wohltaten verpflichtet war, dieses Israel vergaß dennoch Gottes, seines Herrn, und sagte zu Aaron: „Verfertige uns Götter, die vor uns hergehen; denn jener Moses, der |s310 uns aus dem Lande Ägypten herausschleppte, er hat uns verlassen und wir wissen nicht, was ihm zugestoßen ist"21). Darum sind wir, die wir früher nicht Gottes Volk waren, nun sein Volk geworden durch Annahme des obengenannten neuen Gesetzes und der vorher verkündeten neuen Beschneidung.

4. Da gezeigt worden ist, daß die Abschaffung der fleischlichen Beschneidung und des alten Gesetzes zu ihrer Zeit stattgefunden hat, so muß nun der Nachweis folgen, daß auch die Beobachtung des Sabbats nur eine zeitweilige Einrichtung gewesen ist. Die Juden lehren nämlich, Gott habe von Anfang an den siebenten Tag geheiligt, indem er von seinen Werken ausruhte, die er gemacht hatte, und auf Grund dessen habe Moses zum Volke gesagt: „Gedenket des Tages des Sabbats, auf daß ihr ihn heiliget, jedes knechtliche Werk sollt ihr an demselben unterlassen"22), ausgenommen was zur Lebensnotdurft gehört. Dadurch sind wir zu der Erkenntnis gelangt, daß wir uns vielmehr immer von jeglichem knechtlichen Werke enthalten müssen, nicht bloß am siebenten Tage, sondern allezeit. Und darum müssen wir untersuchen, was für einen Sabbat Gott von uns beobachtet wissen will. Die Hl. Schrift verkündet uns nämlich einen ewigen und einen zeitlichen Sabbat. Denn der Prophet Isaias sagt: „Meiner Seele sind eure Sabbate zuwider"23) und an einer ändern Stelle: „Ihr habt meine Sabbate entheiligt"24). Daraus ersehen wir, daß der zeitweilige Sabbat ein bloß menschlicher, der ewige dagegen göttlich sei, von welch letzterem Isaias sagt: „Es wird geschehen Monat auf Monat und Tag auf Tag und Sabbat auf Sabbat, und es wird alles Fleisch kommen, um anzubeten in Jerusalem, spricht der Herr"25). Wir finden dieses erfüllt in den Zeiten Christi, als alles |s311 Fleisch, d. h. alles Volk, nach Jerusalem kam, um Gott den Vater durch seinen Sohn, Jesum Christum, anzubeten, wie durch den Propheten vorhergesagt worden war: „Siehe, Proselyten werden um meinetwillen zu Dir kommen"26). So war also vor diesem zeitlichen Sabbat auch schon der ewige vorher angezeigt und vorher verkündet, wie auch die geistige Beschneidung schon vor der leiblichen angezeigt war.

Man sollte uns endlich, wie schon gesagt, dessen überzeugen, daß Adam den Sabbat gehalten, Abel, der Gott ein heiliges Opfer darbrachte, wegen der Beobachtung des Sabbats sein Wohlgefallen besessen, Noe, der wegen der ungeheuren Überschwemmung die Arche erbaute, den Sabbat gehalten, Abraham mit Beobachtung des Sabbats seinen Sohn Isaak dargebracht, Melchisedech in seinem Priestertum das Gesetz des Sabbats empfangen habe. Aber, werden die Juden sagen, seitdem diese Vorschrift durch Moses gegeben ist, muß sie beobachtet werden. ---- Nun ist aber klar, daß eine Vorschrift, die einmal aufhören sollte, weder ewig noch pneumatisch, sondern nur zeitweilig war. Daher besteht also die betreffende Feier so wenig im Nichtstun am Sabbat, d. h. am siebenten Tage, daß Jesus Nave zur Zeit, als er die Stadt Jericho bekriegte, es als eine ihm von Gott erteilte Vorschrift ausgab und dem Volke befahl, daß die Priester die Bundeslade Gottes sieben Tage lang um die Stadt herumtrügen. Dann würden nach Ablauf des siebenten Tages die Stadtmauern von selbst einstürzen. Dies geschah denn auch, und als der Lauf des siebenten Tages beendet war, stürzten, wie vorhergesagt, die Stadtmauern ein. Daraus geht klar hervor, daß zwischen diese sieben Tage auch ein Sabbat einfiel. Denn sieben Tage müssen, von wo an auch ihr Anfang gerechnet wird, notwendig einen Sabbat einschließen. An demselben arbeiteten dann die Priester nicht bloß, sondern es wurde auch die Stadt mit der Schärfe des Schwertes zur Beute gemacht vom ganzen Volke Israel. Es ist kein Zweifel, daß, wenn sie nach der Vorschrift Gottes Kriegsbeute machten, sie damit |s312 eine knechiliche Arbeit vornahmen. Auch in den Zeiten der Makkabäer kämpfte Israel am Sabbat und verrichtete Werke der Tapferkeit, besiegte die fremdländischen Feinde und brachte durch sein Kämpfen am Sabbat das Gesetz der Väter wieder auf seinen früheren Stand. Ich kann mir nicht denken, daß sie ein anderes Gesetz verteidigt haben sollten als das, welches, wie sie wußten, die Vorschrift des Sabbattages enthielt. Daraus ist klar, daß Vorschriften dieser Art nur für einige Zeit und für das Bedürfnis der vorliegenden Ursache gegolten haben, und daß Gott ein solches Gesetz nicht zur Beobachtung für ewige Zeiten gegeben habe,

5. In derselben Weise vermögen wir auch darzutun, daß die Opfer von irdischen Gaben sowie auch die geistigen Opfer vorherverkündet sind, und zwar wurde an Kain bereits von Anbeginn an gezeigt, daß die Opfer des älteren Sohnes, d. i. Israels, irdische seien; die Opfer des jüngeren Sohnes Abels dagegen, d. i. die unseres Volkes, sind als Opfer ganz verschiedener Art hingestellt worden. Der ältere nämlich, Kain, brachte Gott von den Früchten der Erde Gaben dar, der jüngere aber, Abel, vom Ertrag seiner Schafe. „Gott richtete seinen Blick auf Abel und seine Opfer, auf Kain aber und seine Opfer nicht". Und Gott sprach zu Kain: „Warum ist dein Antlitz eingefallen27) ? Hast du nicht, wenn du zwar richtig opfertest, aber nicht richtig teiltest, gesündigt? Sei ruhig, denn bei dir steht deine Bekehrung und er selbst wird über dich herrschen". Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: „Gehen wir hinaus auf das Feld", und er ging mit ihm hinaus und tötete ihn. Da sprach Gott zu Kain: „Wo ist Abel, dein Bruder?" Und er antwortete: „Ich weiß es nicht, bin ich etwa der Hüter meines Bruders?" Gott sprach zu ihm: „Das Blut deines Bruders schreit zu mir von der Erde. Deshalb sei die Erde verflucht, die ihren Mund geöffnet hat, um das Blut deines Bruders zu trinken. Seufzend |s313 und furchtsam wirst du sein auf der Erde und jeder, der dich findet, wird dich töten". Aus diesem Vorgange erkennen wir, daß bereits damals zu Anbeginn die zweierlei Opfer der beiden Völker vorgebildet würden.

Als endlich das Gesetz für die Priester durch Moses im Levitikus niedergeschrieben wurde, finden wir, daß dem Volke Israel die Vorschrift gegeben ward, die Opfer an keinem ändern Orte Gott darzubringen, als im Lande der Verheißung, welches Gott dem Volke Israel und seinen Vätern geben wollte. Dort als auf heiliger Erde sollten nach Israels Einführung in das Land die Opfer und Brandopfer sowohl für die Sünden als auch für die Seelen dargebracht werden und nirgendwo anders. Warum verkündigt also nachher der Heilige Geist durch die Propheten noch weiter, daß an allen Orten und in jedem Lande Gott Opfer würden dargebracht werden? wie durch den Boten Malachias, einen von den zwölf Propheten, der da sagt: „Ich werde kein Opfer annehmen von euren Händen; denn vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang wird mein Name verherrlicht werden unter allen Völkern, spricht der Herr, der Allmächtige, und an jedem Orte werden sie meinem Namen reine Opfer darbringen"28). Ähnlich heißt es in den Psalmen Davids: „Opfert Gott, ihr Länder der Heiden!"29) ohne Zweifel deshalb, weil die Predigt der Apostel in jedes Land hinausgehen sollte, „Bringet Gott dar Herrlichkeit und Ehre, bringet Gott dar die Opfer seines Namens. Erhebet die Opfergaben und tretet ein in seine Vorhöfe," Denn daß man Gott nicht mit irdischen, sondern mit geistigen Sühnopfern dienen solle, das lesen wir, wie es geschrieben steht: „Ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz ist ein Opfer für Gott"30). Und anderwärts: „Opfere Gott Lobopfer und bringe dem Allerhöchsten Deine Gelübde dar"31).

In dieser Weise also werden die geistigen Lobopfer angekündigt und ein zerknirschtes Herz als annehmbares |s314 Opfer für Gott hingestellt. Wie die fleischlichen Opfer als solche dastehen, die zurückgewiesen werden, von welchen auch Isaias redet und sagt: „Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der Herr"32), so werden die geistigen Opfer als wohlgefällig gepriesen laut der Verkündigung der Propheten, „Auch wenn ihr mir Mehl herbeibringt, so ist es ein vergebliches Sühnmittel und ein Abscheu vor mir," Und ferner sagt er noch: „Eure Brandopfer und eure Opfer, sowie das Fett der Böcke und das Blut der Stiere mag ich nicht, auch nicht, wenn ihr kommt, vor mir zu erscheinen. Wer hat dergleichen denn von euren Händen verlangt? Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name verherrlicht unter den Völkern, spricht der Herr", In betreff der geistigen Opfer aber fügt er noch bei und sagt: „An allen Orten bringen sie meinem Namen reine Opfer dar, spricht der Herr"33).

6. Da es also klar ist, daß ein bloß temporärer Sabbat anbefohlen und ein ewiger verkündet, daß eine fleischliche Beschneidung vorhergesagt und eine geistige vorher angezeigt, ein bloß zeitweiliges und ein ewiges Gesetz angemeldet, fleischliche und geistige Opfer vorgezeigt worden sind, so folgt daraus, daß, nachdem in der vorangegangenen Zeit alle diese Vorschriften dem Volke Israel in fleischlicher Weise gegeben waren, eine Zeit kommen würde, wo die Vorschriften des alten Gesetzes und die früheren Zeremonien aufhören und das Versprechen eines neuen Gesetzes, die Anerkennung der geistigen Opfer und die Verheißung eines neuen Bundes eintrifft, wozu uns, die wir in Finsternis saßen und vom Schatten des Todes gefesselt waren, das Licht von oben leuchtet.

Weil wir also oben gesagt haben, es sei von den Propheten ein neues Gesetz angekündigt worden, und zwar eines von anderer Beschaffenheit als das bereits ihren Vätern zur Zeit ihrer Herausführung aus Ägypten gegebene, so liegt uns notwendig die Pflicht ob, zu zeigen |s315 und zu beweisen, daß jenes alte Gesetz aufgehört habe und das neue, das verheißene, nunmehr in Wirksamkeit stehe. Und zwar ist zuerst zu untersuchen, ob ein neuer Gesetzgeber erwartet wurde, ein Erbe des Neuen Bundes, ein Priester mit neuen Opfern, eine neue geläuterte Beschneidung und ein Beobachter des ewigen Sabbats, der das alte Gesetz überwinde, den Neuen Bund herstelle, die neuen Opfer darbringe, die alten Zeremonien beseitige, die alte Art der Beschneidung mit dem dazu gehörigen Sabbat unterdrücke und ein neues Reich, das nicht vergeht, ankündige.

Ob dieser neue Gesetzgeber, dieser Pfleger des geistigen Sabbats, dieser Priester mit den ewigen Opfern, dieser ewige Herrscher eines ewigen Reiches, ob er, sage ich, gekommen sei oder nicht, das ist nun der Gegenstand der Untersuchung. Wenn er bereits gekommen ist, so muß man ihm dienen, wo nicht, ihn erwarten, wofern nur klar ist, daß mit seiner Ankunft die Vorschriften des alten Gesetzes unterdrückt werden und die Anfänge des neuen Gesetzes hervortreten müssen. Vor allem aber muß man den Satz festhalten, das alte Gesetz und die Propheten hätten nicht können aufhören, wenn nicht der, dessen Ankunft durch dasselbe Gesetz und dieselben Propheten angekündigt worden ist, bereits gekommen wäre.

7. Wir wollen also einen Strauß bestehen in betreff der Frage, ob der als kommend angekündigte Christus bereits gekommen, oder ob seine Ankunft noch zu erhoffen sei. Um diese Frage entscheiden zu können, müssen wir über die Zeiten, auf welche die Propheten die Ankunft Christi ankündigten, eine Untersuchung anstellen, und wenn wir finden, daß er innerhalb des betreffenden Zeitraumes gekommen ist, ohne Wanken glauben, er sei der, dessen Ankunft die Propheten geweissagt haben und an den wir, wir Heiden nämlich, glauben sollten. Wenn es sich ergeben sollte, daß er bereits gekommen ist, so müssen wir auch ohne Zweifel glauben, daß er ein neues Gesetz gegeben habe, und gestehen, daß für uns ein Neuer Bund in ihm und durch ihn |s316 errichtet worden sei. Denn daß ein Christus kommen soll, das leugnen, wie wir wohl wissen, auch die Juden nicht, da sie ja all ihre Hoffnung auf seine Ankunft richten. Darüber ist denn auch keine weitere Untersuchung nötig, da alle Propheten der Vorzeit von ihm geredet haben, wie z. B. Isaias: „So spricht Gott der Herr zu Christus, meinem Herrn, dessen Rechte ich halte, damit die Heidenvölker ihn hören: Die Tapferkeit der Könige will ich brechen; ich werde vor ihm die Tore aufmachen und die Städte werden sich vor ihm nicht verschließen"34).

Das sehen wir erfüllt. Denn wen hält Gott der Vater an der Rechten, wenn nicht Christus, seinen Sohn. Auf wen haben alle Heidenvölker gehört, d. h. wem haben sie alle geglaubt? Dem, als dessen Verkündiger die Apostel in den Psalmen Davids hingestellt werden: „Über die ganze Erde ging aus ihr Schall und bis an die Grenzen der Erde ihre Worte"35). An wen anders haben alle Heidenvölker geglaubt, als an den Christus, der bereits gekommen ist? An wen haben denn die Völker geglaubt, die Parther, Meder und Elamiter, die Bewohner von Mesopotamien, Armenien, Phrygien, Kappado-zien, die Ansiedler von Pontus, Asien und Pamphylien, die, welche in Ägypten weilen und den Teil Afrikas jenseits Cyrene bewohnen, die Römer und die Umwohnenden, damals auch die Juden in Jerusalem und sonstige Völker, wie die bunt gearteten Stämme der Gätuler, die vielen Gebiete der Mauren, alle Grenzmarken Spaniens, die verschiedenen Völkerschaften Galliens, die von den Römern unbetretenen, Christus aber unterworfenen Landstriche der Britannier, Sarmaten, Dazier, Germanen, Skythen, der vielen abgelegenen Völker, Provinzen und zahlreichen Inseln, die uns unbekannt sind und die wir aufzuzählen nicht vermögen? An allen diesen Orten regiert der Name des Christus, der schon gekommen ist, da vor ihm die Tore aller Städte sich öffneten und keine verschlossen blieb, vor ihm die eis ernen |s317 Riegel zersprangen und die ehernen Torflügel sich öffneten. Wiewohl diese Ausdrücke geistig zu verstehen sind, weil die Herzen der einzelnen Menschen, die vom Teufel in verschiedener Weise besessen waren, dem Glauben Christi sich erschlossen, so sind sie doch auch handgreiflich in Erfüllung gegangen, nämlich an allen den Orten, wo ein Volk Christi wohnt. Denn wer hätte als König über alle Völker regieren können, wenn nicht Christus, der Sohn Gottes, in betreff dessen angekündigt wurde, daß er König über alle bis in Ewigkeit sein werde.

Wenn Salomon ein König war, so war er es doch nur innerhalb der Grenzen Judäas; „von Bersabee bis Dan" lautet die Grenzbestimmung seines Reiches, Wenn Darius über die Babylonier und Parther als König regierte, so hatte er doch nicht bei allen Völkern Gewalt, Wenn Pharao über die Ägypter regierte und wer immer ihm im Erbrechte der Regierung nachfolgte, so besaß er doch immer nur dort seine so gewaltige Herrschermacht. Wenn Nabuchodonosor auch mit seinen Unterkönigen herrschte, so hatte sein Reich an Indien und Äthiopien seine Grenzen. Alexander von Mazedonien besaß auch nicht mehr als ganz Asien und die übrigen Gebiete, nachdem er sie sich unterworfen hatte. Die Germanen dürfen bis jetzt ihre Grenzen noch nicht überschreiten, die Britannier sind rundum von ihrem Ozean eingeschlossen, die maurischen Völker und die barbarischen Gätuler werden von den Römern beobachtet, damit sie nicht die Grenzen ihrer Gebiete überschreiten. Was soll ich endlich von den Römern selbst sagen, welche ihr Reich durch Besatzungen, die aus ihren Legionen genommen sind, zu schützen suchen und ihre Macht nicht- über die genannten Völker auszudehnen imstande sind, Christi Name aber ist überallhin verbreitet, an ihn wird überall geglaubt; er wird von allen oben aufgezählten Völkern verehrt; er herrscht überall, wird überall angebetet und allen in gleicher Weise angeboten. Keines Königs Beliebtheit ist größer, keines Barbaren Freude mehr innerlich36), keines Mannes |s318 Würde und hohe Geburt wird unterschieden; er ist für alle derselbe, für alle König, für alle Richter, für alle Gott und Herr, Zögere nicht zu glauben, was wir lehren, da du es ja mit eigenen Augen geschehen siehst.

8. Daher ist der Zeitpunkt zu erforschen der verheißenen und künftigen Geburt Christi, seines Leidens und der Verwüstung der Stadt Jerusalem, d. h. ihrer Zerstörung, Daniel sagt nämlich, die heilige Stadt und das Heiligtum werde mit dem künftigen Führer verwüstet und die Zinne bis zur Vernichtung zerstört werden. Man muß also die Zeit ermitteln, wann Christus, der Heerfürst, kommen sollte, und wir werden sie bei Daniel finden. Wenn wir sie berechnet haben, werden wir sodann beweisen, daß er gekommen sei, sowohl aus dem vorgesteckten Zeitpunkt, als auch aus angemessenen Wunderzeichen und aus seinen Werken. Wir beweisen es auch aus den nachfolgenden Ereignissen, die angekündigt wurden als nach seiner Ankunft eintretend, und gelangen so zu der Überzeugung, daß sie in Erfüllung gegangen und auch vorhergesehen worden sind.

Daniels Weissagung über Christus ist in der Art eingerichtet, daß er sowohl den Zeitpunkt angegeben hat, als auch die Verhältnisse, unter welchen er die Völker befreien würde, und daß die genannte Stadt nach seinem Leiden zerstört werden sollte. Er drückt sich nämlich so aus: „Im ersten Jahre unter Darius, dem Sohne des Assuerus, aus dem Volke der Meder, der über das Reich der Chaldäer regierte, erkannte ich Daniel aus Büchern die Zahl der Jahre"37). „Und38) während ich noch redete im Gebet, siehe, da war Gabriel, der Mann, den ich in der Vision sah zu Anfang, schwebend berührte er mich, etwa um die Stunde des Abendopfers. Und er ließ mich erkennen und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich mit Erkenntnis zu erfüllen, zu Anfang deines flehenden Gebetes ging aus das Wort. Ich bin gekommen, um |s319 es dir zu verkündigen, weil du ein Mann des Verlangens bist, habe acht auf das Wort und schaue es im Gesicht. Siebzig Jahrwochen sind abgekürzt über dein Volk und über die heilige Stadt, damit die Übertretung abgetan und die Sünden besiegelt werden, die Gerechtigkeit sich erhebe und die ewige Gerechtigkeit eingeführt werde, damit die Vision und die Propheten besiegelt und der Heilige der Heiligen gesalbt werde. Und du sollst wissen, einsehen und erkennen: Von der Zeit an, wann das Wort ausgeht, daß Jerusalem hergestellt und wieder erbaut werde, bis auf Christus, den Führer, sind [sieben und eine halbe]39) und zweiundsechzig und eine halbe Woche. Und es wird anders werden und sie wird erbaut werden in die Höhe und mit der Umwallung40) und es werden sich erneuern die Zeiten und nach diesen zweiundsechzig Wochen wird die Salbung zu Ende gehen und nicht mehr sein. Und [ein Volk] mit seinem ankommenden Heerführer wird die Stadt und das Heiligtum zerstören und sie werden versinken wie in der Wasserflut bis zum Ende des Krieges, weil es versinken wird bis zum Untergang. Und er wird bestärken seinen Bund bei vielen, in einer Woche und in einer halben Woche wird mein Schlacht- und Trankopfer aufhören, im Heiligtum wird der Greuel der Verwüstung sein und über diese Verwüstung wird das Ende der Zeilen herankommen"41).

Achten wir also auf den Endpunkt, wie Daniel wörtlich42) vorhergesagt hat, daß es siebzig Jahrwochen sein würden, innerhalb deren, wenn sie ihn aufnähmen, der Bau würde errichtet werden der Höhe und Breite nach und die Zeiten sich erneuern. Indem Gott aber |s320 vorhersah, was kommen würde, daß sie ihn nämlich nicht bloß nicht aufnehmen, sondern sogar verfolgen und ihn sogar dem Tode überliefern würden, hat er die Sache ihren einzelnen Teilen nach wiederholt und gesagt, daß er in zweiundsechzig und einer halben Woche würde geboren und als der Heilige der Heiligen würde gesalbt werden, daß er aber, sobald die siebeneinhalb Wochen voll sein würden, leiden müsse und die Stadt nach anderthalb Wochen zerstört werde, womit also, versteht sich, die siebeneinhalb Wochen voll sind. Denn es heißt, „daß die Stadt und das Heiligtum würden zerstört werden mit dem kommenden Führer und zusammenstürzen würden wie in einer Wasserflut und daß er die Zinnen bis zur Vernichtung zerstören werde".

Von welchem Zeitpunkt an beginnen wir also den Nachweis, daß Christus innerhalb der zweiundsechzigeinhalb Wochen gekommen ist? Nun, wir werden vom ersten Jahre des Darius an zählen, weil dies der Zeitpunkt war, da die Vision selber Daniel gezeigt wurde. Es heißt nämlich: „Siehe ein und erkenne, daß ich der Vollständigkeit der Rede halber dir dieses antworte"43). Daher müssen wir vom ersten Jahre des Darius an zählen, als Daniel diese Vision hatte. Sehen wir also zu, wie die Zahl der Jahre sich erfüllt bis zur Geburt Christi. Darius44) regierte 19 Jahre, Artaxerxes 41 Jahre, sodann König Ochus, der auch Cyrus heißt, 24 Jahre, Argus 1 Jahr, ein anderer Darius, welcher der Schwarze genannt wird, 21 Jahre, Alexander der Mazedonier 12 Jahre, Nach Alexander, der auch König der von ihm besiegten Meder und Perser war und in Alexandrien den Sitz seiner Regierung aufgeschlagen hat, da er dieser Stadt seinen Namen gab, regierte daselbst in Alexandrien: Soter 35 Jahre; ihm folgte Philadelphus mit einer Regierungszeit von 38 Jahren. Diesem folgte Euergetes 25 Jahre, sodann Philopator 17 Jahre, nach ihm Epiphanes 24 Jahre, sodann ein |s321 zweiter Euergetes 29 Jahre, ebenso ein zweiter Soter 38 Jahre, Ptolemäus 37 Jahre und Kleopatra 20 Jahre 5 Monate. Mit Augustus zusammen regierte Kleopatra noch 13 Jahre. Nach der Kleopatra45) herrschte Augustus noch weitere 43 Jahre; denn sämtliche Jahre der Herrschaft des Augustus waren 56 an Zahl.

Bemerken wir nun, daß im 41. Jahre der Herrschaft des Augustus, welches das 28. seiner Herrschaft nach dem Tode der Kleopatra war, Christus geboren ist. Augustus überlebte die Geburt Christi noch 15 Jahre46), und so werden die übrigen Zeiten der Jahre bis zum Tage der Geburt Christi, bis zum 41. Jahre, welches nach dem Tode der Kleopatra das 28. des Augustus ist, 437 Jahre 5 Monate ausmachen. Folglich sind die 62½ Wochen, die 437 Jahre 6 Monate ausmachen47), mit dem Tage der Geburt Christi voll.

Und es offenbarte sich die ewige Gerechtigkeit, es wurde gesalbt der Heilige der Heiligen, d. i. Christus, es wurde versiegelt48) die Vision und Prophetie und nachgelassen die Sünden, welche durch den Glauben an den Namen Christi bei allen, die auf ihn vertrauen, abgewaschen werden. Warum braucht Daniel aber den Ausdruck: die Vision und die Prophetie versiegeln49) ? Weil alle Prophezeiungen Christi Ankunft und sein Leiden verkündigten. Da also die Prophetie durch sein Erscheinen erfüllt wurde, deshalb ist der Ausdruck gebraucht, die Vision und Prophetie werde versiegelt, weil er selber gleichsam das Siegel der Propheten ist, indem er alles zur Erfüllung bringt, was sie früher über ihn verkündigt hatten. Denn nach der Ankunft Christi und nach seinem Leiden gibt es keine Visionen und keine Propheten mehr, welche die Ankunft Christi verkündigen können. Wenn dem nicht so ist, so mögen uns die |s322 Juden Schriften von nachchristlichen Propheten oder sichtbare Wunder von irgend welchen Engeln zeigen, wie deren die Patriarchen früher gesehen haben, bis auf die Ankunft Christi hin, der bereits gekommen ist, seitdem die Vision und Prophetie besiegelt, d. h. abgemacht ist. Mit Recht sagt der Evangelist: „Das Gesetz und die Propheten gehen bis auf Johannes den Täufer"50). Nach der Taufe Christi nämlich, d. h. nachdem er das Wasser durch seine Taufe geheiligt hatte, endigte die ganze Fülle der früheren geistigen Gnadengaben in Christo, der die Vision und alle Prophetie versiegelte und durch seine Ankunft zur Erfüllung brachte. Daher der so sehr bestimmte Ausdruck, seine Ankunft versiegle die Vision und die Prophetie.

Nachdem wir also nun gezeigt haben, daß die Zahl der Jahre und die Zeit der zweiundsechzigeinhalb Wochen, nach deren Ablauf Christus gekommen, d. h. geboren ist, sich erfüllt habe, wollen wir nun noch sehen, wie es mit den anderen siebeneinhalb Wochen steht, die, von den vorigen Wochen abgetrennt, eine Unterabteilung bilden, und mit welchem Vorgange sie ihre Erfüllung gefunden haben. Nach Augustus, der die Geburt Christi überlebte, sind es nämlich noch 15 Jahre. Ihm folgte Tiberius Caesar und führte die Herrschaft 20 Jahre 7 Monate 28 Tage. Im 15. Jahre seiner Regierung hat Christus gelitten, und war etwa 30 Jahre alt, als er litt. Dann regierte Cajus Caesar, der auch Caligula heißt, 3 Jahre 8 Monate 13 Tage, Nero Caesar 11 Jahre 9 Monate 13 Tage, Galba 7 Monate 6 Tage, Otho 3 Tage, Vitellius 8 Monate 27 Tage. Vespasianus unterwarf im ersten Jahre seiner Regierung die Juden und so kommen 52 Jahre 6 Monate heraus51). Er regierte nämlich 11 Jahre. Somit sind für die Juden an dem Tage ihrer Unterwerfung die bei Daniel vorhergesagten siebzig Wochen erfüllt52). |s323

Mit dem Ablauf auch dieser Zeit und der Unterjochung der Juden hörten nun die Sühnungen und Opfer auf, weil sie von da an nicht mehr an dortiger Stelle gehalten werden konnten; denn ihre Weihe ging nach dem Leiden Christi verloren. Es war nämlich vorhergesagt, daß die Weihe dann verloren gehen würde, wie in den Psalmen geweissagt ist: „Sie haben meine Hände und meine Füße vernichtet"53). Dieses Leiden der Vernichtung vollzog sich innerhalb des Zeitraumes der siebzig Jahrwochen unter Tiberius Caesar, unter dem Konsulat des Rubellius Geminus und Fufius Geminus54), im Monat März, zur Zeit des Osterfestes, am achten Tage vor den Kalenden des April, am ersten Tage der ungesäuerten Brote, gegen Abend, als man das Lamm schlachtete, wie von Moses vorherverkündet war. Sa hat ihn also die gesamte Synagogenschaft Israels ums Leben gebracht, indem sie Pilatus, als er ihn freilassen wollte, zuriefen: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder"55), und „wenn du diesen freilassest, so bist du kein Freund des Kaisers"56), damit alles in betreff seiner erfüllt werde, was über ihn geschrieben steht.

Die folgenden sechs Kapitel enthalten den Nachweis, daß die messianischen Stellen des Alten Testamentes auf Jesus Christus passen und in ihm erfüllt sind. Da wir der Ansicht sind, daß die etwas breiten exegetischen Deduktionen Tertullians unsere Leser wenig ansprechen würden, geben wir kurz den Inhalt und verweisen auf das oben S. 99 Gesagte.

|s324

Kap. 9. Erklärung der auf Christi Geburt bezüglichen Stelle Is. 7, 13 ff. Die Kindheit Jesu und seine Namen Emmanuel und Jesus.

Kap. 10. Nachweis, daß das Leiden und der Kreuzestod des Erlösers von den Propheten vorhergesagt sind.

Kap. 11. Die Zerstörung Jerusalems ist durch Ezechias 8, 12-18 und 9, 1-4 vorhergesagt und die Zerstreuung des Judenvolkes schon Deut. 28, 65 sowie durch Daniel 12, 9 ff.

Kap. 12. Die Herrschaft des Messias über alle Völker.

Kap. 13. Christi Geburt zu Bethlehem ist Mich. 5, l angekündigt. Der Messias ist bereits erschienen.

Kap. 14. Der Hauptfehler der Juden ist, daß sie nicht einsehen, daß eine zweifache Ankunft Christi zu unterscheiden ist, eine in Niedrigkeit und eine in Herrlichkeit.


Anmerkungen:

1. s.301 1) Das Seilziehen war eine Art der gymnastischen Hebungen. 
2. s.301 2) Is. 40, 15. 
3. s.301 3) 1 Hos. 25, 23.
4. s.302 1) 2 Mos. 32, 1 f. 
5. s.302 2) Ebenda.
6. s.304 1) Nach 1 Mos. 6, 8.
7. s.304 2) Jak. 2, 23.
8. s.304 3) 1 Mos. 14, 18.
9. s.306 1) 2 Mos. 4, 24 ff.
10. s.307 1) Is. 1, 7 ff.
11. s.307 2) Ebd. 1, 2.
12. s.307 3) Ebd. 1, 15.
13. s.307 4) Ebd. 1, 4.
14. s.308 1) Diese Motivierung ist augenscheinlich unzulänglich.
15. s.308 2) Jer. 4, 3 f.
16. s.308 3) Ebd. 81, 31 ff.
17. s.308 4) Is. 2, 2 ff.
18. s.308 5) Dan. 2, 35.
19. s.309 1) Is. 2, 3 ff. 
20. s.309 2) PS. 17, 45.
21. s.310 1) 2 Mos. 32, 1. 
22. s.310 2) Ebd. 20, 8-10. 
23. s.310 3) Is. 1, 13.
24. s.310 4) Ez. 22, 8. Tertullian schreibt infolge eines Gedächtnisfehlers auch, diese Worte dem Isaias zu. 
25. s.310 5) Is. 66, 23.
26. s.311 1) Is. 49, 18.
27. s.312 1) 1 Mos. 4, 3 ff. Die unmittelbar folgenden Worte Gottes an Kain lauten jedoch in der hl. Schrift anders.
28. s.313 1) Malach, 1, 11. 
29. s.313 2) Ps. 95, 7, 8. 
30. s.313 3) Ebd. 50, 19. 
31. s.313 4) Ebd. 49, 14.
32. s.314 1) Is. 1, 11.
33. s.314 2) Malach, 1, 11.
34. s.316 1) Is. 45, 1.
35. s.316 2) Ps. 18, 5.
36. s.317 1) Die Ausgaben lesen interius; wie es scheint, korrumpiert.
37. s.318 1) Dan. 9, 1 u. 2. 
38. s.318 2) Ebd. 9, 21 ff.
39. s.319 1) Das Eingeklammerte ist Zusatz des Pamelius und von den Späteren gebilligt.
40. s.319 2) Statt dessen liest die Vulgata: Et rursum aedificabitur platea et muri in angustia temporam. Ebenso ist das folgende mehrfach abweichend. Das eingeklammerte (populus) fehlt bei Tertullian.
41. s.319 3) Dan. 9, 27.
42. s.319 4) Eine andere Bedeutung kann das auffallende in verbo kaum haben. Andere Lesart ist: In vero.
43. s.320 1) Dies ist ungefähr der Sinn der Worte des Engels, Dan. 9, 23. 
44. s.320 2) Dieser Darius Tertullians ist identisch mit Xerxes, der 486-465 regierte.
45. s.321 1) Sie starb im September 31 v. Chr.
46. s.321 2) Starb den 19. August 14 n. Chr. Das Geburtsjahr Christi hat Eusebius aus Tertullian entlehnt, als Todesjahr jedoch Olympiade 202 IV berechnet. Chronicon ed. Schoene II 145 und 148.
47. s.321 3) Das efficiuntur bei Oehler ist entbehrlich.
48. s.321 4) D. i. geschlossen.
49. s.321 5) Die Vulgata hat dafür implere.
50. s.322 1) Matth. 11, 13.
51. s.322 2) Leider fehlt in der Rechnung die Regierungszeit des Claudius (über 13 Jahre).
52. s.322 3) Bis hierher hat Hieronymus die ganze Stelle von S. 322 Alinea I an in seinen Kommentar zu Daniel 9, 25 übernommen. Migne P. L. XXV. 549 ff. Den Fehler in betreff des Claudius aber hat er nicht verbessert.
53. s.323 1) PS. 21, 17, wo die Vulgata foderunt hat.
54. s.323 2) Also am 25. März des Jahres 29 n. Chr. Diese und die folgenden Zeitbestimmungen erscheinen hier zum ersten Male und sind allem Anschein nach von Tertullian selber berechnet. Sie sind, obwohl nicht richtig, von den lateinischen Kirchenvätern angenommen worden. Vgl. darüber mein Buch: Jesus von Nazareth S. 189 ff., 418 ff.
55. s.323 3) Matth. 27, 25.
56. s.323 4) Joh. 19, 12.


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Übersetzt von Heinrich Kellner, 1912/1915.  Übertragen durch Roger Pearse, 2002.


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