Des Eusebios Chronographie ist dieses.

Durchgangen habe ich die mannigfaltigen Schriftwerke der Geschichten der Altvorderen: was die Chaldäer und Assyrer berichten, was im einzelnen auch die Egypter schreiben, was auch die Griechen erzählen, als sicher, gleich als ob solches möglich wäre; in welchen enthalten waren die Zeiten der Könige und der Olympiaden, d. i. übersetzt »der Ringkämpfe«; und was alles für Großtaten verrichtet worden sind von Barbaren und von Griechen, von Ariern und von Nichtariern, sowie auch die erstaunliche Heeresmacht jeder Einzelnen, die Heerführer, die Weisen, die Helden, die Dichter, die Geschichtschreiber, die Philosophen: alles dies habe ich zu Fug erachtet, zumal insoweit als wirklich nützlich und zur Sache wichtig, in gedrängter Zusammenfassung der Bearbeitung zu unterziehen; dazu auch die von den Hebräern aus den heiligen Schriften überlieferte alte Geschichte und Zeitbeschreibung dem vorhin Erwähnten gegenüberzustellen, damit wir in Erfahrung zu bringen vermöchten, um wieviel früher als die heilbringende Gotteserscheinung Moses und die nach ihm folgenden Propheten der Hebräer seien, und was alles dieselben in göttlichem Geiste vorher geweissagt haben, damit wir leicht erkennen können, mit welchen von denen, die unter den Griechen oder den Barbaren bei den jedesmaligen Völkern sich als Helden auszeichneten, sie zusammengetroffen sind, und zu welchen Zeiten gewesen sind von Anbeginn an die Häupter unter den Hebräerpropheten sowie alle, die der Reihenfolge nach unter ihnen ihre Vorsteher gewesen sind.

Und angelegentlich lasse ich es hier von vornherein einem jeden anempfohlen sein, sich nicht etwa irgend aufzulehnen und zu widerstreiten, gleich als ob mit irgend welcher Sicherheit man die Kenntnis der Zeiten ermitteln könne. Dies dürften wir zunächst wohl daraus gewinnen, daß man für wahrhaft jenes Wort, das der Meister zu seinen Genossen gesprochen, erachte, nämlich: »nicht steht es bei euch zu kennen

die Standen und die Zeiten, die der Vater unter seine Gewalt gestellt hat«. Es scheint mir nun aber, daß er als Gott und Herrscher nicht bloß mit Bezug auf das <Welt->Ende, sondern bezüglich aller Zeiten diesen in wenigen Worten <gefaßten> Spruch getan habe; um diejenigen, die geneigt sind, sich dreist zu solch eitler Forschung zu vermessen, abzuhalten.

Aber auch diese unsere Erörterung soll hiermit, indem sie ebendasselbe bezeugt, jenes Wort des Meisters glaubwürdig machen: daß nämlich weder von den Griechen, noch von den Barbaren, noch von den anderen, ja selbst nicht einmal von den Hebräern man mit Sicherheit die allgemeine Chronographie der Welt lernen könne; daß vielmehr bloß dieses gelte, daß überhaupt von uns aus dieser gegenwärtigen Abhandlung füglich zweierlei zu erlernen sei: erstens, daß ja keiner nach Art jener anderen sich einbilden solle, mit urkundlich zuverlässiger Gewißheit die Berechnung der Zeiten erfassen zu können und sich täusche; daß man vielmehr <zweitens> wissen möge, daß solches lediglich <als Streitsache öffentlicher Musterung> für den Ringplatz bestimmt sei; wie also und welcherweise wäre es da möglich ein Wissen über die vorliegende Frage zu erlangen, und nicht zweifelnd zu bleiben?

Über die Griechen ist keineswegs zu verwundern, daß sie außerhalb des Bereiches jeglicher weiten Zeiten stehen, die da unter allerlei zersetzendes Verderben sich selbst gebracht haben und lange Zeiten hindurch, bis zu des Kadmos Geschlecht, einer Schrift gänzlich ermangelten; denn Kadmos, sagen sie, hat zuerst ihnen die Schrift gebracht aus dem Lande der Phöniker. Und mit Recht auch wirft in Piatons Schrift der Ägypter dem Solon vor: »O Solon«, sagt er, »ihr Griechen seid immer Kinder, denn ein greiser griechischer Mann wird nie gefunden, und ein Lernen der Kunde der alten Zeit gibt es bei euch nicht«.

Von den Fgyptern aber werden zahlreiche überspannte Geschichten erzählt; ebenso auch von den Chaldäern. Diese nämlich berechnen auf vierzig und noch mehr Myriaden von Jahren ihre von ihnen beschriebenen Zeiten. Die Egypter aber erdichten über Götter und andere gewisse Halbgötter, dazu noch über die Totengeister und andere, sterbliche Könige mancherlei alberne Sagen.

Und nun denn, was sollte mich nötigen, der ich über Alles die Wahrheit ehre, solcherlei Sachen kleinlich zu untersuchen, da doch sogar bei den Hebräern, meinen Lieblingen, sich Zweifel finden, die ich zu geeigneter Zeit vorbringen werde. ---- Dieses aber habe ich

gesagt zur Widerlegung der in eitler Überhebung befangenen Chronographen.

Ich werde nun von wegen des vorliegenden Themas, die Bücher der Alten, durchgehend, an erste Stelle setzen die Chronographie der Chaldäer, dann die der Assyrer, dann die Könige der Meder, dann die der Lyder und auf diese die der Perser. Von da zu einer andern Stelle übergehend, werde ich die gesamte Chronographie der Hebräer aufstellen, ihrer Reihenfolge nach. Nach dieser hinwieder in dritter Ordnung die Zeiten der egyptischen Dynastie. Hieran werde ich anschließen auch die der Pt<o>lomäer, die nach Alexandros dem Makedonier geherrscht haben über Egyptos und Alexandria. Darauf werde ich, eines nach dem andern mit je anderem <neuen> Ansätze, wie die Griechen ihre Geschichten erzählen, zur Darstellung bringen: zuerst diejenigen, welche in Sikyon regiert haben; und die über das Land der Argiver2, und jene fürwahr die in der Stadt der Athener, vom Ersten bis zum Allerletzten; die in Lakod<ae>monia, und die in Kor<i>nthos, und die <überhaupt> auf irgend einem Himmelsstrich als Meeresbeherrscher geherrscht haben. Beifügen werde ich zu diesem auch die Schrift der Olympiaden, welche von den Griechen beschrieben sind. Sodann, nach Zusammenstellung und Aneinanderreihung dieses Sämtlichen, werde ich weiter die ersten Könige der Makedonier und die der Thet<t>aler, darauf dann die der Syrer und die der Asianer, die nach Alexandros zu Führern geworden, im einzelnen der Reihe nach anführen. Darnach werde ich sämtliche, jedoch in je gesonderter Abteilung und getrennt voneinander, anordnen die von Eneas, welche nach der Einnahme Ilions über die Latiner regiert haben und später Römer genannt wurden. Weiter, nach diesen der Reihe nach diejenigen, die von Romilos <abstammen>, welche die Stadt Rom erbauten, und die, welche von Julios Kaisr und Augostos der Reihe nach Selbstherrscher gewesen sind, sowie auch die Hypaten, die inmitten dieser vorhanden waren als jährliche.

Und aus diesem Sämtlichen den Stoff mir zusammenziehend werde ich zu dem Chronikon-Kanon8 übergehen; und indem ich wieder von vorne an aus jenem ausziehe die, welche in jeglichem Volke regiert haben, werde ich ihre Zeiten in je gesonderte Abschnitte einteilen; und werde einander entsprechend gegenüberstellen die Zahlen der Jahre eines jeglichen von ihnen, damit man leichter und rascher darauf komme, zu welcher Zeit ein jeglicher gewesen ist; und werde die Großtaten einer

jeden Regierung, die von jeglichen Völkern erzählt werden, kurzgefaßt unter der <betreffenden> Regierung anführen.

Doch diesem zweiten <Teil> soll nachher unsere Arbeit gelten. Vorderhand aber, in dieser unserer nächstfolgenden Darstellung, wohlan! laßt uns nun sehen

Die von den Chaldäern bezüglich ihrer Altvorderen erzählte Chronographie.

Wie die Chaldäer die Chronik schreiben.

Aus dem Polyhistor Alexandros: über die Schriften der Chaldäer und über das erste Königtum derselben.

Dieses hat Berosos im ersten Buch erzählt. Und im zweiten hat er die Könige, einen nach dem andern darstellend, beschrieben; wie er <z. B.> sagt: Nabonassaros war zu joner Zeit König. Der Könige Namen nur tut er sammelnd aufschichten; ihre etwaigen Taten jedoch erzählt er keineswegs genau, oder auch erachtet sie gar nicht einmal der Erwähnung würdig, wenn <nur> dabei die Zahl der Könige aufgestellt werde. Und er beginnt zu schreiben nach folgender Art der Darstellung: Apol<l>odoros berichtet, daß zuerst König gewesen Alöros zu Babelon ---- er war aber ein Chaldäer ---- regierend zehn Saren, ein Sar geteilt in die Zahl von dreitausend und sechshundert Jahren, wobei er zugleich auch die Neren und Sossen beschreibt: ein Ner, sagt er von den Neren ist 600 Jahre, und ein Sos von den Sossen 60 Jahre, unter Zählung solcher Jahre nach irgendeiner uranfanglichen Weise der Alten. Dieses berichtet er und weiter vorwärtsschreitend zählt er im einzelnen der Reihe nach die Könige der Assyrer auf, 10 Könige, von Alöros dem ersten König bis zu Xisuthron, unter welchem, sagt er, die große und erste Sintflut gewesen sei, deren auch Moses Erwähnung tut. Und die Zeiten der Herrschaft dieser Könige gibt er auf 1.00 und 20 Saren an, welches im ganzen 43 Myriaden von Jahren sind. Und er schreibt im einzelnen dieserweise:

Nach dem Tode des Alöros, sagt er, regierte dessen Sohn Alaparos, 3 Saren; und nach Alaparos Almelon von den Chaldäern aus der Stadt Pautibiblon: er regierte 13 Saren; und nach Almelon Ammenon von den Chaldäern aus der Stadt Pautibiblon: er habe regiert 12 Saren; zu dessen Tagen sei ein Untier erschienen, welches sie Idötiön nennen, aus dem Roten Meere, das die Formen des Menschen und des Fisches hatte. Und nach diesem <sei gewesen> des Amegalaros aus der Stadt Pautibiblon Regierung, 10 Saren. Und nach diesem sei die des Daonos, des Hirten aus der Stadt Pautibiblon: regiert habe auch dieser 10 Saren. Unter ihm seien abermals erschienen aus dem Roten Meere, mit ebendenselben Gestalten des Menschen und des Fisches behaftet, vier Ungeheuer-Tiere. Darauf habe regiert Evedöranchos aus der Stadt Pautibiblon 18 Saren; und unter ihm sei wiederum erschienen aus dem Roten Meere ein anderes Fisch- und Menschen-ähnliches, dessen Name Ödakön genannt wurde.

Dieses Sämtliche gibt er vor aus dem Oan auszugsweise eins nach dem andern berichtet zu haben. Danach die Herrschaft des Amenp-sinos, des Chaldäers aus Lanchara; regiert habe auch er 18 Saren. Und hierauf die Herrschaft des Otiartes, des Chaldäers aus Lanchara; regiert habe auch er 18 Saren. Dann, nach dem Tode des Otiartes, dessen Sohnes Xisuthros Regierung, 8 Saren. Unter diesem sei gewesen die große Sintflut. Alle zusammen sind es: 10 Könige, 120 Saren. Berechnet werden sie aber folgenderweise:

1.  Alöros........... Saren 10

2.  Alaparos.........Saren 3

3.  Almelon.........Saren 13

4.  Ammenön.........Saren 12

5.  Amegalaros........Saren 10

6.  Daonos..........Saren 10

7.  <Ev>edö<r>anchos......Saren 18

8.  Amenpsinos........Saren 18             ;

9.  Otiartes..........Saren 18

10. Xisuthros.........Saren 8

Im ganzen 10 Könige, 120 Saren. Und 120 Saren sollen 43 Myriaden von Jahren ausmachen, wenn ein Sar 3 Tausend und sechshundert Jahre bedeutet. Dieses berichtet des Polyhistor Alexandros Buch. Wenn nun jemand es mit jenem Buche als einer wahrhaften Geschichte halten möchte, so daß wirklich es so viele Myriaden von Jahren gewesen wären, so müßte ein solcher weiter auch das Übrige, welches im Zusammenhang mit jenem sich als offenbar unglaubwürdiges in demselben Buche befindet, glauben. Was es nun aber auch immer sei, was derselbe Berosos eben dort im ersten geschichtlichen Buche schreibt, ich werde es erzählen und werde zu dem ersten bereits Gesagten hinzufügen, was eben gerade in jenes sein Buch der Polyhistor eingeschlagen hat. Derselbe führt eines nach dem andern auf, folgenderweise, in dieser Form der Darstellung:

Über die chaldäische unverbürgte Geschichte: aus des Polyhistor Alexandros dieselben Chaldäer betreffendem Buche.

Berosos fürwahr berichtet im ersten babylonischen Buche, daß er gewesen ein Zeitgenosse des Alexandros, des <Sohnes> von Philippos, und die Bücher Vieler ausgeschrieben habe, die mit großer Sorgfalt zu Babelon aufbewahrt wurden seit zweihundert und fünfzehn Myriaden von Jahren; worin die Berechnungen der Zeiten und die Schrift der Geschichten <dasjenige> von dem Himmel und von der Erde und vom Meere und von der Urschöpfung und von den Königen und von ihren Werken und Taten erzähle. Und zuerst [setzt es,] sagt er, daß das Land der Babylonier gelegen sei an dem Flusse Deklath <Tigris>, und daß der Aratzani <Euphrat> mitten hindurch fließe. Und selbstwachsend, wild, bringe das Land hervor: Weizen, Gerste, Linse, Hirse und Sesam. Und in den Sumpfniederungen und Röhrichten, des Flusses fänden sich gewisse eßbare Wurzeln, welche mit dem Namen Gong bezeichnet würden; es hätten diese Wurzeln die Kraft des Gerstenbrotes. Erzeugt würden daselbst auch Datteln und Äpfel und noch allerlei anderes Obst; auch Fische und Geflügel, sowohl Feld- als Sumpf-<Vögel>. Es habe dasselbe <Land> auch wasserlose und unfruchtbare Gegenden, <nämlich> die ara-

bischen; und gegenüber dem Araberlande gebirgige und fruchtbare, in Babelon aber sei eine ungeheure Masse fremden Volkes angesiedelt gewesen, im Lande der Chaldäer, und sie lebten in Ungebundenheit wie die vernunftlosen Tiere und das wilde Vieh.

Und im ersten Jahre sei erschienen aus dem Roten Meere eben dort inmitten des Gebietes der Babylonier ein furchtbares Untier, dessen Name Oan heiße; wie denn auch Apol<l>odoros berichtet in seinem Buche: daß sein ganzer Körper der eines Fisches war, und unter dem Kopfe des Fisches ein anderer Kopf an jenen angefügt; und am Schweife Füße wie die eines Menschen, und die Stimme gemäß der Stimme der Menschen; dessen Bild noch bis jetzt in Zeichnung aufbewahrt werde. Und von demselben Tier sagt er, daß es tagsüber mit den Menschen verkehre und irgendwelcher Speise sich durchaus nicht nahe; und es lehre die Menschen die Schriftkunde und die mannigfaltigen Ver-fahrungsweisen der Künste, die Bildungen von Städten und die Gründungen von Tempeln; auch der Gesetze Handhabung sowie der Grenzen und der Teilungen Bedingungen lehre dasselbe; auch der Getreide und der Früchte Ernten zeige dasselbe; und überhaupt alles, was nur immer dem gesellschaftlichen Leben der Welt von statten kommt, überliefere es den Menschen; und seit jener Zeit werde von keinem anderen mehr etwas erfunden. Und bei Sonnenuntergang tauche das Untier Oan wieder zurückkehrend in das Meer: unter und gehe nachtsüber in der hohen See zur Küste; so daß es gewissermaßen ein doppellebiges Leben lebe. Auch später seien noch andere diesem ähnliche Untiere erschienen: über welche, sagt er, im Buch der Könige Meldung geschehe. Und vom Oan sagt er, es habe dieser über die Schöpfung und das Staatswesen geschrieben und habe verliehen Sprache und Kunstfertigkeit den Menschen.

Es war, sagt er, einstens, da durch das <Welt->All hin Finsternis und Wasser war. Und es waren daselbst gewisse andere Untiere, von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzengt Menschen, doppeltbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen- und Männer<köpfen>, und zwei Naturen, männlichen und weiblichen; weiter noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe; noch andere, pferdefüßige; und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschen<gestalt> an der Vorderseite, welche der Hippokentauren

[Jusaparik-]formen haben; erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen; auch Pferde mit Himdeköpfen; und Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferde-köpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte; dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen; und Fische [Jusapariks] und Eeptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen, mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten, deren Bilder sie im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten. Und es habe über alle diese ein Weib geherrscht, dessen Name Markaye heiße, das auf chaldäisch Thalattha genannt werde und auf griechisch verdolmetscht werde Thalattha [das ist Meer].

Während nun dieses Sämtliche aufgeregt stand zu einer chaotischen Masse, sei Belos dagegen angestürmt und habe das Weib mitten entzwei gespalten: aus der einen Hälfte habe er gemacht die Erde, aus der andern Hälfte den Himmel; und auch die andern Tiere, die in ihr waren, habe er vernichtet. Sinnbildlicherweise aber, sagt er, und in übertragener Bedeutung sei solches mythologisiert worden über die Naturen: daß nämlich, als noch überall Feuchtigkeit und Wasser war und allein die Ungeheuer in demselben waren, jener Gott sich das Haupt abgeschlagen habe, und das Blut, das von ihm herabrami, die andern Götter aufgefangen, mit Erde verknetet und Menschen daraus gebildet hätten; weshalb diese auch weise und des Geistes des Göttergeschlechtes teilhaftig würden.

Und von Belos sagt man, der auf griechisch Dios übersetzt wird und auf armenisch Aramazd, er habe die Finsternis mitten durchschnitten und habe getrennt von einander den Himmel und die Erde, und habe ordnend eingerichtet die Welt; die Untiere aber hätten nicht ertragen des Lichtes Kraft und seien untergegangen. Belos aber, als er eine öde und fruchtbare Gegend sah, habe einem von den Göttern Befehl gegeben von dem Blute, das von seinem abgetrennten Haupte herabfließe, mit Erde zu vermischen und Menschen zu bilden, sowie andere Tiere und wildes Vieh, die diese Luft ertragen könnten. Gegründet habe Belos die Gestirne und die Sonne und den Mond und die fünf Wandelsterne.                     

Dieses erzählt, nach des Polyhistors <Zeugnis>, Berosos im ersten Buche; im zweiten aher beschreibt derselbe die Könige, einen nach dem andern, und läßt die Zeit der zehn Könige, worüber wir vorhin gesprochen, über mehr als 40 Myriaden von Jahren sich erstrecken. Wenn nun aber jemand meinen würde, es hätten die Chaldäer etwas Richtiges gesagt, die eine so große Anzahl von Jahren verzeichnet haben, dann wäre es billig auch ihre übrigen trügerischen Erzählungen zu glauben. Wenn aber dieses die Natur übersteigt und überschreitet, und an sich gänzlich unglaubhaft ist ---- wiewohl es auf eine andere Weise verstanden sein könnte ----, wenn also jemand sich hiervon überzeugt, so wird er auch darnach verfahren und jene Zeitenberichte nicht annehmen ohne Untersuchung. Wenn sie nun für soviele Tausende von Jahren, die nach ihrer Chronographie zusammenkommen, <nur auch noch> die Thronfolger der Völker entsprechend der Ausgedehntheit der Zeit vorführen würden, sowie irgendwelche Werke und Taten, die im Zwischenraum vollbracht worden, im entsprechenden Verhältnis zu der Länge der Zeiten, so könnte man vielleicht mit Hecht hin- und herschwanken, ob denn nicht vielleicht doch in Wirklichkeit bei ihnen die Wahrheit vorläge. Da sie nun aber bloß der Regierung jener zehn Männer so viele Myriaden von Jahren zugerechnet haben, wer sollte da nicht solche maßlose Berichte für Sage halten. Es sei denn etwa, daß die sogenannten Saren nicht die bei uns gemeinten Jahre bedeuten, sondern irgendeinen andern kurzen Zeitraum. Denn auch bei den Vorfahren der Egypter sprach man von Lunaren, das heißt, die Monatstage, 30 Tage zusammengefaßt, nannten sie Jahre. Und andere nannten Hören die dreimonatlichen Zeiten; diese <Jahres>zeiten, sage ich, und. die in den einzelnen Jahren <statthabenden> dreimonatlichen Wandlungen rechneten sie zu einem Jahre. Angemessen und zu Fug ist es, daß auch der sogenannte Sar der Chaldäer etwas derartiges bedeuten will.

Also, nur zehn Geschlechter von Alöros, ihrem ersten genannten Könige, bis auf Xisuthron zählen sie; unter welchem die große Sintflut gewesen sei, <so> lauten ihre Geschichtsberichte. Auch in den Schriften der Hebräer nennt zehn Geschlechter vor der Sintflut Moses; denn auch

bei den Hebräern werden ebensoviele Folgen von Männern der Reihe nach beschrieben vom ersten Menschen an, über den von ihnen berichtet wird, bis zur Sintflut. Aber die Hebräergeschichte zieht die Jahre dieser 10 Geschlechter auf die Zahl von etwa Zweitausend zusammen; die der Assyrer jedoch, die im einzelnen ins kleine hinein verfolgt die Geschlechter, hat <zwar> ihre Gesamtzahl entsprechend derjenigen der Bücher Moses', ihre Zeiten jedoch nicht ebenso übereinstimmend. Denn 120 Saren, sagen sie, nähmen ein die zehn Geschlechter; worüber sie prahlen, daß es die Zeiten von 43 Myriaden von Jahren ausmache.

Darum also ist es naheliegend auch dir, der du nach dem Worte der Wahrheit trachtest, aus diesem da von selbst zu begreifen, daß Xisuthros derselbe ist, der von den Hebräern Nö genannt wird, unter welchem gewesen ist die große Sintflut, über welche auch des Polyhistors Schriften Nachricht geben. Er schreibt nämlich darüber etwa folgenderweise :

Alexandros des Polyhistors <Bericht> von der Sintflut: aus derselben Schrift, von welcher gesprochen ist.

Nach dem Ende des Otiartes, sagt er, habe dessen Sohn Xisuthros regiert 8 Saren; und unter diesem sei gewesen die große Wasserflut. Und das Einzelne in die Schrift einschlagend, erzählt er dieserweise:

Krön, sagt er, habe ihm im Schlafe geoffenbart [derselbe, den sie »Vater des Aramazd« nennen, und Andere »Zeit«], daß am fünfzehnten des Monats Desios [d. i. Mareri] die Menschheit durch die Sintflut untergehen werde; Befehl habe er gegeben: sämtliche, sowohl die ersten als die mittleren und die letzten Schriftwerke zu vergraben und niederzulegen m der Sonnenstadt der Siparer; ein Schiff zu bauen und in das Innere einzugehen mit seinen Geschlechtsgenossen und nötigen <nächsten> Freunden; aufzuspeichern darinnen Mundvorräte und Getränke; hineinzuführen auch wilde Tiere und Vögel und Vierfüßler; und. mit allen Zurüstungen sich bereit zu halten zur Schiffahrt. Gefragt habe er, wohin denn nur er schiffen werde; Antwort sei ihm geworden: zu den Göttern, Gebete zu verrichten, damit Heil den Menschen werde.

Und nicht unterließ er zu wirken das Werk des Schiffswerkes; dessen Länge war fünfzehn Pfeilschüsse und seine Breite zwei Pfeilschüsse.

Fertig, ausgerüstet nach allem, wie er auch Befehl erhalten hatte, habe er Frau und Kinder und die nötigen Freunde in das Innere eingeführt.

Als nun die Sintflut hereingebrochen and eilends wieder abgenommen, entlasse Xisuthros etliche Vögel, und sie finden keine Nahrung und weder Stelle noch Standort sich niederzulassen; zurückgekehrt nehme er sie wieder in das Schiff auf. Und nach einigen wenigen Tagen entlasse er wieder andere Vögel; und auch diese kehren abermals in das Schiff zurück, von Lehm schlammige Krallen führend. Darauf lasse er ein drittes Mal welche los, und sie kehren nicht wieder in das Schiff zurück. Da erkenne Xisuthros, daß die Erde zum Vorschein gekommen und offen liege; er erbreche eine Seite des Schiffsdeckes und sehe das Schiff aufgefahren, an einen Berg angelehnt. Er steige heraus, begleitet yon Frau und einer Tochter, mitsamt dem Schiffsmeister und bete an auf der Erde, errichte einen Altar und bringe den Göttern Opfer dar. Und seither sei er aus den Augen entschwunden gewesen samt jenen, die mit ihm aus dem Schiffe herausgestiegen waren. Und die dort im Schiffe geblieben waren, und mit den Xisuthriden nicht herausgegangen waren, als sie nachher hinausgetreten, suchten sie ihn und umherirrend riefen sie ihn laut an, mit Namen nennend. Xisuthros ist ihnen fürderhin nicht mehr ererschienen; der Schall einer Stimme jedoch, die aus den Lüften kam gab Vorschrift: daß es ihnen Pflicht sei, Götterverehrer zu werden; und daß er selbst von wegen seiner Götterverehrung hingefahren in der Wohnung der Götter wohne; und daß seine Gattin und Tochter und der Schiffsmeistor ebendieselbe Ehre genössen; und er gebe ihnen Weisung und Vorschrift, wiederum nach Babylon zu gehen; so nämlich laute für sie der Schicksalsspruch der Götter: zu gehen, aus der Stadt der Siparer ausgrabend die Bücher zu holen, die dort geborgen lägen, und sie der Menschheit zu übergeben; und daß der Ort, woselbst sie gelandet sich befänden, das Land Armenien sei.

Und jene, als sie alles dies vernommen, hätten den Göttern Opfer dargebracht und seien zu Fuß nach Babylon gezogen. Von dem Schiffe aber soll dort, wo es landend sich niedergelassen in Armenien, noch bis auf heute ein kleiner Teil auf dem Korduäergebirge im Armenierlande als Überrest geblieben sein; und etliche sollen von der Naphta-

Tünche des Schiffes Abschabsei mitnehmen zu Heilzwecken und als Schutzmittel zur Abwehr von Krankheiten. Und jene seien abgereist, eingelangt zu Babelon; hätten nachgegraben und die Bücher hervorgezogen; und viele Städte gebaut, und Tempel den Göttern errichtet, und abermals Babelon erneuert.

Und nebst diesem allen tut der Polyhistor auch von dem Turmbau, übereinstimmend mit Moses' Schriften, solcherlei Weise, selbst bis auf die Silben <getreu entsprechend>, Erwähnung.

Alexandros des Polyhistor <Bericht> über den Turmbau.

Sibylla spricht: Einstimmig alle Menschen erbauten den hochragenden Turm, damit sie zum Himmel aufstiegen. Und der allgewaltige Gott blies einen Wind an, stürzte den Turm um, und teilte einem jeden seine Sprache zu; weswegen auch der Name der Stadt Babilon genannt wurde. Nach der Sintflut aber waren der Titan und Prometheus; welcher Titan auch den Kriegskampf mit Krön entfachte. ---- Soviel über den Turmbau.

Zu demselben jedoch fügt der Polyhistor noch dieses bei, indem er schreibt: nach der Sintflut herrschte über das Chaldäerland Euexios, vier Neren. Und nach ihm übernahm die Herrschaft dessen Sohn Chomasbelos, vier Neren und fünf Sossen. Von Xisuthros aber und von der Sintflut bis die Meder Babelon nahmen, zählt Polyhistor im ganzen 86 Könige; und mit Namen erwähnt er einen jeden aus des Berosos Buche; und die Zeit der sämtlichen faßt er zusammen in die Zahl von drei Myriaden Jahren und dreitausend und einundneunzig. Und nach ihnen, auf ihre so gewaltige Dynastie, haben die Marer <Moder>, nachdem sie ein Heer gegen Babelon zusammengezogen, es eingenommen und daselbst Gewalthaber aus ihnen selbst eingesetzt. Hiernach führt er auch die Namen der Gewalthaber der Marer an, 8 an der Zahl, und ihre Jahre 224. Und wiederum 11 Könige und Jahre 28. Dann auch die chaldäischen, 49 Könige und 158 Jahre. Darauf auch die arabischen, 9 Könige und 245 Jahre. Nach welchen Jahren er auch der Samiram Herrschaft über Assyrien

berichtet. Dann wiederum zählt er einzeln auf die Namen von 45 Königen1 und setzt deren Jahre an auf 526 . Nach welchen, sagt er, gewesen sei der König der Chaldäer, dessen Name ist Phulos, welchen wiederum auch die Geschichte der Hebräer erwähnt und Phulos nennt, von welchem sie sagen, daß er gegen das Land Judäa gezogen sei. Und nach ihm, so berichtet der Polyhistor, sei Senecherib König gewesen, den die hebräischen Bücher erwähnen als geherrscht habend unter König Ezekia und unter dem Propheten Esaia. Es sagen nämlich die Göttlichen Schriften, der Reihenordnung nach: »Es geschah im vierzehnten Jahre des Königs Ezekia, da zog herauf Senecherib, König der Assyrer, gegen die festen Städte Judäas und nahm sie ein«. Und nach der ganzen Erzählung setzt er demselben hinzu und sagt: »Und es regierte Asordan, dessen Sohn, für ihn«. Und wieder weiter fortschreitend, führt er in demselben Betreff an: »Es geschah zu derselben Zeit, da erkrankte Ezekia«. Und der Reihe nach anschließend berechnet er: »zu jener Zeit sandte Marödach Baldan, König der Babylonier, Gesandte und Briefe und Geschenke an Ezekia«. Soviel die Hebräerschriften. Den Senecherib jedoch und seinen Sohn Asordan und den Marodach Baldan erwähnt auch der chaldäische Geschichtsschreiber, nebst diesen auch den Nabuchodonosor, wie die hier erwähnte Abhandlung ist, geschrieben in ihrem Betreffe mit folgenden Worten:

Desselben Alexandros von Senecherib und von Nabuchodonosor und von ihren Werken und Großtaten.

Nach der Regierung des Bruders des Senecherib und nach der Herrschaft des Akises über die Babylonier, bevor er noch dreißig Tage die Herrschaft innegehabt hatte, ward er getötet von Marudach Baldan. Und Marudach Baidan behauptete sich als Gewaltherrscher sechs Monate; und es tötete ihn einer, dessen Name war Elibos, und er wurde König. Und im dritten Jahre der Regierung desselben sammelte Senecheribos, König der Assyrer, ein Heer gegen die Babylonier, bot Stirne gegen sie und siegte; und gefangen nehmend ihn samt seinen Freunden, ließ er <sie> führen in das Land der Assyrer. Er herrschte über die Babylonier und setzte als König über sie seinen Sohn, den Asordanios; und er selbst zog hin in das Land der Assyrer.

Wie ihm das Gerücht geworden, daß angerückt seien Griechen in das Land der Kilikier, Krieg zu führen, eilte er gegen sie: Front gegen Front stellte er auf und, nachdem viele von seinen eigenen Truppen durch die Feinde niedergehauen waren, siegte er in der Schlacht; und als Denkmal des Sieges ließ er sein auf der Stätte errichtetes Bildnis zurück; und befahl in chaldäischer Schrift seine Tapferkeit und Heldentat <darauf> einzugraben zum Gedächtnisse für die künftigen Zeiten. Und die Stadt Tarson, so berichtet er, erbaute derselbe, nach dem Ebenbilde Babelons, und er legte der Stadt den Namen Tharsin bei. Und nach allen den übrigen Taten des Sinecherim bemerkt er noch dieses hinzusetzend: »18 Jahre war er <an der Herrschaft>; und indem ihm ein Hinterhalt bereitet wurde von seinem Sohn Ardumuzan, endete er«. Soweit der Polyhistor.

Aber auch die Zeiten fürwahr sind übereinstimmend mit den von den Göttlichen Schriften gesprochenen Worten. Denn »unter Ezekia regierte Sinecherim«, wie der Polyhistor darstellt, »18 Jahre; und nach ihm sein Sohn 8 Jahre; und darauf Sammuges 21 Jahre; und dessen Bruder 21 Jahre; und darauf Nabupalsar 20 Jahre, und nach ihm Nabukodrossoros 43 Jahre«. Und im ganzen werden zusammengefaßt von Sinecherim bis zum Nabukodrossoros 88 Jahre. Auch nach den Hebräerschriften findet man es, wenn man es genau betrachtet, diesem entsprechend: denn nach Ezekia regiert über die zurückgebliebenen Juden Manasse, Sohn des Ezekia, 55 Jahre; darauf Arnos 12 Jahre, und nach diesem Josia 31 Jahre; und darnach Jöakim; zu dessen Regierungsbeginn Nabuchodonosor heranzog, Jerusalem belagerte und die Gefangenschaft der Juden nach Babelon wegführte. Es ergeben sich aber von Ezekia bis auf Nabuchodonosor 88 Jahre, eben so viel wie auch Polyhistor aus dem chaldäischen Schrift berichte herausgerechnet hat.

Und nach all diesem erzählt wiederum Polyhistor etliche Werke und Taten des Senecherib, und. er gedenkt dessen Sohnes in Gemäßheit mit der Hebräerschrift, und zählt im einzelnen alles auf. Auch wird berichtet, daß Pythagoras der Weise um diese Zeit unter diesen <Regenten> gewesen sei. »Und nach Sam<m>oges gelangte Sardanapallos zur Regierung über die Chaldäer, 21 Jahre. Dieser sandte zu Azdahak, dem Stamm Häuptling und Satrapen der Marer, Heerestruppen zu Hilfe, um als Gattin zu erhalten für seinen Sohn Nabukodrossoros eine Tochter des Azdahak, die Amuhidin. Und darauf regierte Nabukodrossoros

43 Jahre; und ein Heer zusammenziehend., zog er aus, nahm gefangen, die Juden und Phöniker und Syrer.« Daß nun auch in diesem mit den hebräischen Schriften übereinstimmend sei der Polyhistor, darüber bedarf es nicht vieler Worte.

»Und nach Nabukodrossoros regierte sein Sohn Amilmarudochos, 12 Jahre«; den die Hebräergeschichte Ilmarudochos nennt. Und nach ihm, sagt der Polyhistor, regierte über die Chaldäer Neglisaros, 4 Jahre. Und darauf Nabodenos, 17 Jahre. Unter welchem Kyros des Kambyses <Sohn> mit Krieg überzog das Land der Babylonier. Welchem sich entgegenwarf Nabodenos, der eine Niederlage erlitt und flüchtig wurde. Und es herrschte über Babelon Kyros 9 Jahre. Darauf, als er in der Ebene Daas sich in einen andern Kampf eingelassen, kam er um. Nach ihm Kambyses: herrscht 8 Jahre. Und darauf Dareh 36 Jahre. Nach diesem Xerxes und weiter die übrigen Perserkönige.

Also, gleich wie Berosos in betreff des chaldäischen Königtums kurzgefaßt im einzelnen überliefert, ebenso berichtet dasselbe auch der Polyhistor. Woraus es denn deutlich hervorgeht, daß Nabuchodonosor Heeresmacht zusammenzog und die Juden gefangen habe; und daß von diesem bis auf Kyros, den Perserkönig, eine siebzigjährige Zeit inbegriffen sei. Hiermit stimmt nun auch die Geschichte der Hebräer überein, daß sie <nämlich> 70 Jahre gewesen in der Gefangenschaft, vom ersten Jahre des Nabuchodonosor ab die Gefangenschaft der Juden gerechnet bis zu Kyros, dem Perserkönig.

Dasselbe macht auch Abidenos übereinstimmend mit diesen in der »Geschichte der Chaldäer« offenbar; denn auch er erzählt gleich dem Polyhistor Folgendes:

Des Abidenos <Bericht> you dem ersten Königtum der Chaldäer.

Über die Weisheit der Chaldäer nun soviel. ---- Regiert aber habe über das Land zuerst Alöros, sagen sie; in betreff seiner Person aber ist so viel an Worten zu berichten: daß ihn dem Volke der allsorgende Gott als Hirten angewiesen habe. Welcher regierte 10 Saren ---- und ein Sar ist 3000 und 600 Jahre, und ein Ner 600, und ein Sos 60. Nach ihm regierte Alapa[u]ros. Nach diesem Almelon aus der Stadt

Pautibiblon;. unter welchem der zweite Anido[s]tos hervorstieg aus dem Meere, ähnlich dem Oan, dessen Formen die der Halbgötter [Göttersprößlinge] waren. Nach welchem Ammenon. Nach welchem Amegalaros. Darauf Daonos der Hirte; unter welchem die vier Doppelwesen aus dem Meer auf das Festland hervorbrachen: der lödokos, der Eneugamos, der Eneubolos und der Anementos. Und unter Edoreschos, der nach jenem regierte, der Anodaphos. Nach welchem regierten andere und Xisuthros. ---- Wie nun also in diesem der erwähnte Geschichtschreiber mit dem Polyhistor übereinstimmt, so auch schreibt er von der Sintflut in derselben Weise:

               Des Abidenos <Bericht> von der Sintflut.

»Nach welchem andere regierten und Xisuthros; welchem Kronos im voraus weissagte, daß ein Überfluß von Regen sein würde am fünfzehnten des Monats Desios, das ist Mareri. Befehl gibt er, die Bücher sämtlich in der Sonnenstadt der Siparer zu verbergen. Und als Sisithros dieses zur Ausführung gebracht und erledigt hatte, da, während sie gehißten Segels nach Armenien schiffen wollten, waren unversehens angelangt die Schiffsführer von Gott. Am dritten Tage, als die Regengüsse nachließen, entließ er etliche Vögel aus den Vögeln, sein Augenmerk darauf nehmend, ob sie die Erde als aus dem Wasserschwall hervortauchende zu erblicken vermöchten. Diese aber, über das unendliche, allverbreitete Wogenmeer hintreibend, fanden nirgends Ruhestätte für ihre Füße; daher sie sich wiederum wendeten, zu Sisithros zurückkehrend. Und nach einer Rast von weiteren drei Tagen entsandte er abermals; und sie kamen, führten mit Schlamm beschmierte Fänge. Da alsbald enthoben ihn die Götter spurlos aus den Menschen hinweg. Und das Schiff, nach dem Lande Armenien treibend, blieb <dort> stehen; und spendete aus seinem Holze ein heilkräftiges Arzneimittel den Bewohnern des Landes.«

Daß nun hiermit auch Abidenos nach ein und derselben Art der Darstellung mit der hebräischen Geschichte von der Sintflut über-

einstimmt, scheint mir, daß allen wohl klar ist. Daß aber, da Griechen die Geschichtschreiber waren oder Chaldäer, sie auch mit anderm Namen den Nö bezeichneten, indem sie ihn Xisuthros nannten, darüber darf man sich keineswegs wundern. Daß sie ferner nach ihrer Gewohnheit die Bezeichnung »Götter« für »Gott« angewandt haben und über die Taube geschwiegen, während sie »Vögel« unbestimmt genannt haben, auch darüber braucht man sich nicht sehr zu verwundern. ----Soviel nun Abidenos aus der Chaldäergeschichte über die Sintflut. Derselbe schreibt auch über den Turmbau übereinstimmend mit Moses' Geschichte auf folgende Art und Weise:

Des Abidenos <Bericht> vom Turmbau.

Damals sollen gewesen sein die Altvorderen üppig strotzend durch Stärke und riesige Leibesgröße, bis <zu dem Grade> sogar die Götter zu verachten und in Ruchlosigkeit zu verfallen. Sie begannen den hochzinnigen Turm zu erbauen, der jetzt Babelon heißt; und wie sie <ihn> bis nächst den Himmeln der Götter aufgeführt hatten, da stürmten, den Göttern zu Hilfe kommend, die Winde hervor und stürzten zur Erde nieder das mechanische Werk der ungeschlachten Riesen; und zu Boden hingestürzt ward es Babelon genannt. Jene waren bis dahin einlippig, einsprachig gewesen; und von den Göttern herkommend trat eine vielfache mischsprachige Redeverwirrung bei den Einhelligen ein. Und hierauf gerieten der Krön und der Titan im Kriegskampf aneinander. ---- Ferner berichtet er zudem auch über Sinecherib auf diese Weise:                                                               

Des Abidenos <Bericht> über Sinecherim.

Zu jener Zeit wurde als der fünfundzwanzigste endlich auch Senecherib gefunden von den Königsherrschern, der Babelon seiner

Botmäßigkeit unterwerfend bezwang und an der Seeküste des kilikischeu Landes das Geschwader der seekämpfenden Schiffe der Ionier besiegte und in die Flucht schlug. Und er baute auch den Tempel der Athener, errichtete eherne Säulen und inschriftlich fürwahr, sagt er, ließ er seine Großtaten einhauen. Auch Tarson erbaute er, nach Plan und Muster Babilons, so daß ebenso durch Tarson der Fluß Kydnos hindurchflösse, wie der Aratzani durch Babelon.

Auf ihn und nach ihm regierte Nergilos, der von seinem Sohne Adramelos beseitigt wurde. Und diesen tötete dessen Bruder Axerdis von demselben Vater, nicht aber von derselben Mutter; und verfolgend warf er die Streitmacht desselben in die Stadt der Byzantier, welche zuvor Söldnertruppen ihm zu Hilfe gesammelt hatte, aus welchen einer war Pythagoras, der chaldäischen Weisheit Schüler. Weiter nahm, Axerdis Egiptos und die Gegenden des Hohlen Syriens erobernd in Besitz; aus welchem auch Sardanapallos war.

Nach ihm regierte Sarakos über die Assyrer. Als er erfahren, daß ein aus gemischten Scharen zusammengerottetes Heervolk vom Meere herauf gegen ihn angestürmt komme, entsandte er schleunig den Bupolassoros als Heerführer nach Babelon, Und dieser, im Entschlüsse der Empörung entschlossen, verlobte die Amuhidin, die Tochter des Azdahak, des Häuptlings der Marer, seinem Sohne Nabukodrossoros zur Gattin; und hierauf eilends aufbrechend zog er hin zum Angriffe gegen Ninos, das ist die Stadt Ninve. Kunde ward von allem diesem dem König Sarakos; in Feuer ließ er aufflammen die Königsburg Evörits. Nabukodrossoros aber, nachdem er übernommen die Herrschaft des Königtums, umgab Babelon mit einer festen Mauer.

Und nach diesen Worten stellt Abidenos auch was nur immer für Berichte über Nabuchodonosoros sind, übereinstimmend mit den hebräischen Schriften anordnend dar in folgender Weise.

Des Abidenos <Bericht> über Nabuchodonosoros.

Nabukodrossoros, nachdem er übernommen die Herrschaft, ummauerte Babelon mit Mauer und mit dreifachem Walle innerhalb einer Zeit von nahezu fünfzehn Tagen. Und den Fluß Armakales leitete er aus dem Aratzani herführend ab. Und das Wasserbecken der Hochfläche, dasjenige bei der Stadt der Siparener, umgrub er ringsum 40 Parasangen <weit> und auf eine Tiefe von 20 Ellen; und er errichtete <Schleusen->Pforten daran, die sich öffneten und die ganze Ebene bewässerten; und der Name der Pforten heißt Echetognomonas, gleich als ob sie Willen oder Willfährigkeit aus sich selbst hätten. Er bemauerte auch die Küste des Roten Meeres gegen die Wogenbrandung. Und er erbaute die Stadt Teredon an den Zugängen des Landes der Araber. Und die Königsburg schmückte er aus mit zangewachsenen Baumpflanzen und nannte dieses »Hängende Gärten«. Hierauf bietet er im einzelnen die Erklärung der genannten »Hängenden Gärten«, welche, sagt er, auch die Griechen <'Ionier'> unter die sogenannten sieben »Außerordentlichen Wunderwerke« rechnen.

Und wiederum an anderer Stelle erzählt er in demselben Betreffe nach dieser Art und Weise: »Alles«, sagt er, »war von Anbeginn an Wasser, das mit Namen Meer genannt wurde. Und Belos schränkte sie <die Gewässer ein>; und an jegliche verteilte, vergab, er ihre Länder; und Babelon mit Mauer umschließend befestigte er; und als hinreichend lange Zeiten darüberhingegangen, verstrichen waren, verfiel sie. Dasselbe umgab abermals Nabukodrossoros mit Mauer; und sie dauerte, hielt aus bis zu den Zeiten der makedonischen Herrschaft, mit ehernen Toren.«

Sämtliches erzählt Abidenos übereinstimmend mit Daniel, bei welchem, von Nabuchodonosor redend, berichtet wird, daß er prahlend hochmütig gesprochen: »Ist nicht dies das große Babelon, das ich erbaut habe zur Wohnung des Königtums durch die Kraft meiner Gewalt und zur Ehre meines Ruhmes?« Und da nun einmal die Herrschaft seiner Gewalt bezeugt wurde durch solche Worte, gesprochen über Nabuchodonosoros von Daniel dem Propheten, so vernimm auch

den Abidenos: »Als Herakles sogar«, sagt er, »war er gewaltiger«. Der denn auch schreibt nach diesem Wortlaut: »Der Großmächtige«, sagt er, »Nabukodrossoros, welcher gewaltiger war als Herakles, gelangte, nachdem er ein Kriegsheer angesammelt, in das Land der Libyer und in das der Iberer, und überwindend niederschmetternd unterwarf er sie seiner Hand; und einen Teil von ihnen versetzte er auf die rechte Seite des Pontos-Meeres, siedelte sie an.« Sodann aber, nach diesem, wird erzählt von den Chaldäern, als er gekommen, in die Königsburg wieder angelangt war, habe irgendeiner der Götter in ihn fahrend seinen Geist in Besitz genommen, so daß er folgenderweise sprach: »Ich, Nabukodrossoros, o tapfere Babylonier, will euch Unheil, das über euch hereinzubrechen im Begriffe steht, voraus verkünden.« Und noch weiteres vermeldet er im einzelnen diesbezüglich. Darauf, an dasselbe anschließend, berichtet der Geschichtschreiber: »Er, der mit Allmacht wohl Befehle gab, er verschwand plötzlich den Augen spurlos entrückt. Und es regierte dessen Sohn Amilmarödokos, welchen sein eigener leibhafter Schwiegersohn Niglisaris tötete. Ihm blieb ein. Sohn am Leben, Labossorakos; auch diesem widerfuhr das Mißgeschick, durch das Verhängnis eines gewaltsamen Todes zu sterben. Den Nabonedochos befahl er auf den Thron des Königreiches zu erheben, der doch diesem durchaus nicht gehörte. Diesem gewährte Kyros, als er Babelon eingenommen hatte, die Markgrafschaft des Landes der Kermane; Darius der König riß von seiner Provinz einiges an sich.

Dieses alles nun stimmt mit den von den Hebräern überlieferten Schriften überein. In Daniels Geschichte vom Nabuchodonosoros wird erzählt, wie und weichermaßen er des Verstandes verlustig gegangen. Daß aber die griechischen Schriftsteller oder die chaldäischen das Leiden beschönigen und von ihm als von einem Gottbesessenen sprechen und seinen Wahnsinn einen 'Gott' nennen, der in ihn gefahren sei, oder einen 'Dämon' <'Dev'> der über ihn gekommen sei, ist kein Wunder. Denn das ist ja oben so bei ihnen Sitte, alles dergleichen einem Gott zuzuschreiben und Götter die Dämonen <'Devon'> zu nennen. ---- Alles dieses Abidenos.

Aber auch Phlavios Josepos, der Juden historischer Schriftsteller, schreibt in der »Ersten Geschichte der Alten« übereinstimmend mit diesem berichtend in folgender Art und Weise.

Aus des Josepos »Erster Geschichte der Alten« über Nabuchodonosoros.

Berichten werde ich hiermit, sagt er. das von den Chaldäem im einzelnen über uns Geschriebene und Erzählte, in welchem viel Übereinstimmung vorhanden ist auch mit unseren übrigen Schriften1. Und Zeuge desselben ist Berosos, ein Mann von Nation ein Chaldäer, und ausgezeichnet unter allen, die sich mit der Unterweisung durch die Weisheit befaßten: denn auch die Bücher der Sternkunde und was nur immer sonst von den Chaldäern für eine Wissenschaft der Weisheit dargestellt ward, hat er in die Sprache der Griechen übertragen.

Derselbe Berosos nun hat, fleißig nachgehend den uralten Büchern, von der Sintflut und der geschehenen Ausrottung des Verderbnisses der Menschheit in ebenderselben Art berichtet gemäß der Geschichte des Moses; auch von dem Archekasten, durch welchen Nöchos4, der Urahnherr unseres Volkes, sich gerettet, und der hinverschlagen auf den Bergeshäuptern des Landes Hayastan sich niedergelassen hat. Darauf, einen nach dem andern von Nöchos ab aufzählend und ihre Zeiten beifügend, gelangt er zu Nabupalsaros, dem Könige von Babelon und der Chaldäer; und nachdem er dessen Werke und Heldentaten erzählt hat, sagt er, wozu und in welcher Absicht er in das Land der Ägypter und in unser Land geschickt habe seinen eigenen Sohn Nabukodrosoros mit gewaltigen Heeresmassen, mit weitausgebreiteten Lagern: es war ihm nämlich Nachricht geworden, daß ihren Sinn zum Abfalle gewendet hätten die Bewohner des Landes. Herangerückt gewann er siegend die Oberhand über die Sämtlichen. Und den Tempel von Jerusalem steckte er in Brand, zerstörte er; und das gesamte Volk unserer Nation entwurzelte er, siedelte es im Babylonierlande an. Widerwärtiges Geschick widerfuhr der Stadt verwüstet zu werden, dem Tempel zerstört zu werden, auf eine siebzigjährige Zeit hin, bis auf Kyros, den ersten Perserkönig. Es herrschte, so sagt er, der Babylonier über das Land der Ägypter und der Syrer und der Phöniker und der Araber, weit übertreffend, überragend an Tüchtigkeit und Tapferkeit alle, die vor ihm über die Chaldäer [und die Babylonier] geherrscht

Latten. Dasselbe will ich urkundlich aus Berosos anbei darstellen nach dieser Fassung.

Nachricht wurde seinem Vater Nabupalsaros, daß der Satrap [Gauherren-Fürst]1, der gesetzt war über das Land der Egypter und die Gegenden der Syrer und die phönikischen Gaue, seine Köcher umgekehrt, zur Empörung sich gewandt habe. Und da er nicht vermögend war fürder noch selber Strapazen zu ertragen, sammelte er, übergab in die Hand seinem Sohne Nabukodrosoros, der bereits eben das Alter der Reife erreicht hatte, einen Teil von den Truppen und sandte ihn aus, entgegen zu ziehen. Nabukodrosoros, hingezogen angelangt, stellte sich in Schlachtordnung auf, lieferte eine Schlacht mit dem Rebellen und siegte; und das Land unterwarf er, so wie es auch ursprünglich gewesen war, wieder ihrem Königtum. Seinem Vater Nabupolasar aber ereignete es sich zu derselben Zeit, zu erkranken in der Stadt der Baby-lonier und sein Leben zu beschließen, nachdem er regiert hatte 21 Jahre.

Kunde wurde nach langer Zeit dem Nabukodrosoros von dem Ende des Vaters. Er ordnete, legte bei die Angelegenheiten des Landes der Egypter und der anderen Länder, und die Gefangenen der Juden und der Phöniker4 und der Syrer und der egyptischen Völker befahl er etlichen von den Freunden mit starker Kerntruppenbedeckung samt der übrigen Beute und dem Geräte und der Ausrüstung überzuführen nach Babelon. Abgezogen, angelangt fand er Sämtliches von den Chaldäern in Beschlag genommen, das Königtum aber für ihn verwahrt von einem gewissen Edlen aus denselben. Er bemächtigte sich der ganzen väterlichen Herrschaft. Und die Gefangenen betreffend, befahl er sie in den vorzüglichsten Örtlichkeiten des babylonischen Landes anzusiedeln. Er selbst aber stattete von der eroberten Kriegsbeute den Tempel des Belos und alle übrigen reichlich aus. Und in die ursprüngliche Stadt leitete er noch andere Gewässer von außen her hinein.

Und er befestigte die Örtlichkeit, damit es nicht weiter Belagerern möglich wäre, den Fluß nach der Stadt hinzuwenden. Und drei Mauern legte er der inneren Stadt and drei der äußeren zu; und die Hälfte der Mauern baute er aus gebranntem Ziegelstein und aus Asphalt <'Naphta'> und die Hälfte aus bloßem Ziegelstein: und herrlich umfriedete er die Stadt mit Mauern, und die Tore stattete er aus, heroenhaft. Und eine andere Königsburg nebenan der väterlichen Königsburg erbauend fügte er hinzu, deren Maß und Schönheit und mannigfaltige Ausstattungen wohl kaum jemand zu erzählen vermögen wird; nur soviel indessen, daß es

ein gar neugestaltiges, neuwunderliches, allüberstrahlendes, überirdisches Werk war und vollendet wurde insgesamt in fünfzehn Tagen. Und in der Königsburg erbaute, errichtete er Turmsteinpyramiden, hochzinnige mit Todessäulen, und die Fronten der Giebel gestaltete er nach Ähnlichkeit der Berge aus und pflanzte darauf Bäume allerlei Art, und schuf und richtete ein die sogenannten »Hängenden Gärten«, um der Sehnsucht seiner Gemahlin willen nach bergigen, kühlschattigen Gegenden, die da im Mederlande kühlschattigwachsend auferwachsen war. ----

Dieses alles hat er dieserweise geschichtlich berichtet über den hier besprochenen "König, und weiter noch vieles in demselben Betreffe im dritten babylonischen Buche, in welchem er die griechischen Schriftsteller tadelt, daß sie ohne weiteres von Samiram der Assyrerin Babelon erbaut gemeint hätten, und über jenes erstaunliche Wunderwerk fälschlich, als sei es von dieser geschaffen, schriftlich berichtet hätten. Und diese Geschichte der Chaldäer muß für glaubwürdig erachtet werden. Und nicht diesermaßen bloß, sondern auch in dem phönikischen Königsarchiv ist übereinstimmend mit den Worten des Berosos geschrieben ins einzelne von dem König der Babylonier, daß er Syrien <und> ganz Phynikia niedergeschlagen habe. Hierzu stimmt auch die Geschichte des Philostratos, wo sie die Belagerung von Tyros erwähnt; auch Megasthenes im Vierten Indischen Buche, in welchem er zeigen will inbetreff des vorhin besagten Königs der Babylonier, daß er an Tapferkeit und Heldentaten den Herakles übertraf, überflügelte, so weit daß er einen großen Teil, sagt er, von Libyen und Iberien eroberte. Ferner bezüglich des vorerwähnten Tempels, daß er in Brand gesteckt wurde von den babylonischen Truppen, den feindlich anstürmenden, und daß der Beginn der Wiedererbauung war, als Kyros das Königtum der Asiaten erlangte: auch dieses wird aus des Berosos Geschichtsbüchern glaubhaft erwiesen werden. Denn er berichtet im dritten folgenderweise:

Nabukodrosoros, nach dem Beginnen, die vorhin besagte Mauer zu erbauen, in ein Krankheitsleiden verfallen, schied aus dem Leben hin, regiert habend 43 Jahre. Und des Königtums waltete dessen Sohn Evilumarudochos; und da dieser zügellos und ungesetzlich in Sachen

des Königtums befunden ward, wurde ihm Nachstellung bereitet von sein ein Schwager, dem Schwestermanne, von Neriglasaros und wurde er getötet, regiert habend 2 Jahre. Nach der Ermordung desselben ergriff die Herrschaft Neriglasaros, der ihm nachgestellt hatte, und regierte 4 Jahre. Und dessen Sohn Labesorachos waltete des Königtums, jung an Tagen, 9 Monate. Und nachdem ihm nachgestellt worden wegen sich erweisender zahlreicher böser Veranlagungen, wurde dieser gar von seinen eigenen Freunden mit Knütteln niedergeschlagen, getötet. Nach der Beseitigung desselben, sammelten sich dessen Nachsteller und übergaben einstimmig das Königtum einem gewissen Babylonier Nabonedos, der von jener selben aufrührerischen Verschwörung gewesen war. Unter ihm wurden um den Fluß herum die Mauern Babelons aus gebranntem Ziegelstein und aus Asphalt hergestellt. Und im 17. Jahre seiner Regierung brach Kyros aus Perserland mit zahlreichen Heertruppen auf, unterjochte alle übrigen Königreiche, stürmte los gegen Babelon. Kunde wurde dem Nabodenos von dessen Einfall; entgegen warf er sich ihm mit Heeresmacht, Schlacht zu liefern. Nachdem er eine Niederlage erlitten im Kampfe, wandte er sich zur Flucht und mit wenigen nur sich in die Stadt der Borsipener werfend, befestigte er sich <darin>. Kyros, nachdem er Babelon eingenommen, gab Befehl, die äußere Stadtmauer von Grund aus zu zerstören, ihrer Befestigung wegen und weil die Stadt schwer einzunehmen schien. Und er selbst brach auf, zog gegen Borsipon, zu belagern den Nabodenos. Und Nabodenos, da er keinen Aushalt zur Belagerung hatte, reichte ihm die Hand von vornherein. Kyros, mit Menschlichkeit verfahrend, gab ihm zum Wohnsitz das Land der Karmanier, von Babelon ihn ausschließend und ihn dorthin entsendend. Nabonedos, nachdem er noch fürdere Zeiten in jenem Lande verbracht hatte, schied aus dem Leben. Dieses alles stellt ebendieselbe mit unsern Büchern überein-

stimmende Wahrheit dar: daß im achtzehnten Jahre seiner Regierung Nabuchodonosoros unseren Tempel zerstörte und er in Trümmern liegen blieb auf fünfzig Jahre hin, und im zweiten Jahre der Regierung des Kyros gelegt wurden die Fundamente zum Tempel, und im sechsten Jahre des Königtums des Dareh er vollendet wurde.

Beifügen will ich zu demselben auch die Schriftsteller der Phönikor; denn nicht sind sie unglaubwürdig zur Erbringung eines starken Wahrheitsbeweises. Diesergestalt etwa ist ihre Zeitenrechnung: Unter Ethobalos, dem Priester, belagerte Nabuchodonosor Tyros, 13 Jahre lang. Nach diesem regierte Balla, 10 Jahre. Nach diesem warenRichter und richteten: Ednibalos, des Basechos <Sohn>, 2 Monate, und Chelbes, der Abdäer, 10 Monate; Abalos, der Priesterfürst, 3 Monate, Sypunosthos und Gerastartas. Abdelima, während er im Richtertume war, regierte 6 Jahre. Balatoros, dessen Sohn, regierte ein Jahr. Bei seinem Ende schickten sie hin zu rufen den Merbalos aus Babelon; und der regierte 4 Jahre. Und bei dessen Ende riefen sie seinen Bruder Irömos, der 20 Jahre regierte; unter ihm warf sich Kyros auf zum Fürsten der Perser.

Und wenn dem so ist, dann beträgt die gesamte Zeit 54 Jahre und 3 Monate, nach ihrer Rechnung. Denn im siebenten Jahre der Regierung des Nabuchodonosor begann er zu belagern Tyros; und im vierten Jahre des Irömos erlangte Kyros, der Perser, die Herrschaft. Und dieserweise berichten in Übereinstimmung mit unseren Schriften über den Tempel auch die Bücher der Chaldäer und der Tyrier. Dieses in diesem Betreffe solcherweise Jösepos.

Hiernach jedoch bewältigt wiederum auch Abidenos den Vorwurf des Chaldäer-Königtums, ihn übereinstimmend mit dem Polyhistor darstellend. Getrennt und gesondert zählt er die Assyrerkönige der Reihe nach auf in folgender Weise:

Des Abidenos <Bericht> über das Königtum der Assyrer.

»Dieserweise stellen sich die Chaldäer ihres Landes Könige von Alöros bis auf Alexandros vor. Des Ninos und der Samiram haben

sie nicht sonderlich acht.« Nachdem er dieses gesagt, macht er sofort den Beginn der Geschichte. »Es war«, sagt er, »Ninos des Arbelos des Chaalos des Arbelos des Anebos des Babios des Belos, des Königs der Assyrer.« Darauf zählt er sie im einzelnen auf von Ninos und von Samiram bis zu Sardanapallos, welcher der allerletzte war; von welchem bis zur ersten Olympiade es 67 Jahre sind. Abidenos hat über das Königtum der Assyrer im einzelnen dieser Gestalt und Weise geschrieben. Nicht er allein, sondern auch Kastör im ersten Kurzgefaßten Buche der Zeitgeschichten1 berichtet nach derselben Weise und Norm, bis auf die Silben genau übereinstimmend, von dem Königtum der Assyrer.

Aus Kastors Kurzgefaßtem Buche vom Königtum der Assyrer.

»Belos war«, sagt er, »König der Assyrer. Und unter ihm waren die Kyklopen mit Blitzen und feuerllammenden Strahlen dem Aramazd, dem mit den Titanen kämpfenden, im Streite behülflich. Und Könige der Titanen wurden gekannt zu jener Zeit; deren einer war Ogygos der König«. Hierauf fährt er wenige Worte darnach hinzufügend fort: »Die Riesen stürzten sich auf die Götter und wurden zerschmettert, da hilfreiche Bundesgenossen den Göttern geworden waren Herakles und Dionos, welche von den Titanen waren«.

»Belos, von dem wir vorhin gesprochen haben, schied aus dem Leben, der denn gar für einen Gott gehalten wurde. Nach welchem Ninos über die Assyrer herrschte 52 Jahre; dieser heiratete die Samiram. Nach welchem Samiram über die Assyrer herrschte 42 Jahre. Und darauf Zam.es, der auch Ninuas.« Sodann im einzelnen die Könige der Assyrer, welche nach diesen waren, der Heihe nach anführend, zählt er sie auf bis zu Sardanapallos, bei Namen erwähnend die Sämtlichen; von denen auch wir wenig hiernach sowohl die Namen als die Zeiten der Regierungen anführen werden. Da ja auch jener in seinen Canones, die er aufgestellt hat, in eben dieser Weise von ihnen schreibt: »Zuerst haben wir die Könige der Assyrer angeführt, mit Belos beginnend; und da die Jahre von dessen Königtum nicht sicher überliefert sind, haben wir <bloß> den Namen erwähnt, jedoch den Beginn der Chronologie mit Ninos gemacht, und haben sie mit dem andern

Ninos, der von Sardanapallos das Königtum überkommen hat, abgeschlossen, damit dieserweise offensichtlich würde sowohl die gesamte Zeit im allgemeinen als auch die eines jeglichen von den Herrschern im besonderen; und so ergibt sich die Zeit von tausend zweihundert und achtzig Jahren.«

Dieses Kastör. Übrigens erzählt ebendasselbe auch der die »Bibliotheken« gesammelt hat, Diodoros der Sikeler, in derselben Form und er schreibt ebendenselben Bericht.

Aus Diodors Büchern vom Königtum der Assyrer.

»Zu Anbeginn waren im Lande der Asianer Könige aus dem Lande selbst; von denen weder Großtat noch Namen erwähnt wird. Als erster der Geschichtsüberlieferung und Erwähnung würdiger fand sich Ninos, König der Assyrer, der gewaltige Heldentaten und Tapferkeiten vollbrachte, von dem wir ausführlich der Reihe nach zu schreiben uns beflissen haben.« Darauf, nach anderen Worten, berichtet er: »Er erzengte einen Sohn aus der Samiram, den Ninuas. Und als er verstarb, hinterließ er sein Weib als Herrscherin. Den Ninos begrub Samiram im Königspalast.« Weiter sodann nach wenigen zwischengefügten Worten fährt er fort über Samiram: »Diese herrschte über alle Asianer, außer den Indern; und sie verstarb auf die Weise, wie wir vorhin gesagt haben, nachdem sie gelebt 62 Jahre und geherrscht 2 Jahre über vierzig.« Und im einzelnen führt er an: »Nach deren Tode übernahm Ninuas, des Ninos und der Samiram Sohn, die Herrschaft; und behielt sie in Frieden; und ward nirgendwie ein Nacheiferer des kriegslustigen und unermüdlichen Sinnes seiner Mutter.« Und wieder nach anderen Worten fügt er hinzu: »Dementsprechend«, sagt er, »übernahmen auch die andern Könige, vom Vater der Sohn, die Herrschaft; und regierten von Geschlecht zu Geschlecht bis auf Sardanapallos. Unter diesem nämlich ging das Königtum der Assyrer auf die Meder über, nachdem es gedauert, überstanden hatte mehr als tausend und dreihundert Jahre; wie Ktesies der Knidäer berichtet im zweiten Buche. Die Namen der Könige jedoch, welche Menge von Jahren sie geherrscht haben, kümmern sie sich keineswegs zu verzeichnen wegen des Nicht-Vollbrachtseins von irgend etwas Erwähnenswertem durch dieselben; bloß die Hülfstruppen, die den Troern gesandt wurden von den Assyrern, sind der Geschichts-aufzeichnung gewürdigt worden, deren Heerführer Memnon der Tithonide war. Während der Regierung des Tautanos über das Asianerland, der der sechsundzwanzigste war der Samiramiden von Ninos ab, berichten

sie, haben mit <Aga>memnon die Griechen einen Feldzug in das Land der Troer unternommen, Krieg zu führen, als die Herrschaft über die Asianer die Assyrer innehatten mehr als eine tausendjährige Zeit. Priamos, König der Troer, schwer bedrängt vom Kriege, reichte die Hand dem Könige der Assyrer, sandte Unterhändler hin, ihm zu schicken Hilfstruppen. Und jener gab ihm zehntausend Mann Truppen aus dem Athioporlande und weiter ebensoviele Nusianer, samt zweihundert Wagen; und als Heerführer sandte er den Memnon, den Tithoniden.« Und hierauf wiederum bemerkt er, dasselbe weiterführend: »Von Memnon werden derartige Heldentaten als in den königlichen Büchern erzählte berichtet durch die Barbaren.«

»Sardanapallos war der fünfunddreißigste von Mnos ab, der zusammenhielt, behauptete die Herrschaft; er war der allerletzte König der Assyrer; und übertraf bei weitem alle, die vor ihm gewesen waren, an Wohlleben und Üppigkeit.« Ein wenig weiter heißt es sodann: »Solchermaßen war er zügellos, daß er nicht bloß persönlich schnöde sein Loben zugrunde richtete, sondern auch die gesamte Assyrerherrschaft zu Falle brachte, die als die langdauerndste sich aufrecht behauptet hatte von <allen> den erwähnten. Ein gewisser Varbakes, ein Meder von Geschlecht, von erprobtem Heldenmut und hochherziger Tapferkeit, war Heerführer der Meder, einer von denjenigen, die Jahr für Jahr nach der Stadt Ninos zogen in Heerführung und in Geschäften. Dieser befreundete sich mit dem Feldherrn der Babylonier; und von diesem aufgefordert zerstörte er die Herrschaft der Assyrer.«

Dieses Diodoros im zweiten Buche der »Historischen Bibliothek«. Außerdem tut der Assyrerherrschaft auch Kephalion Erwähnung und berichtet folgendermaßen.

Kephalion des Geschichtschreibers <Bericht> vom Königtum

der Assyrer.

»Ich beginne zu schreiben worüber auch andere Erwähnung getan haben; und zwar zunächst <H>ellanikos der Lesbier, und Ktesies der Knidier, sodann <H>erodotos der <H>alikarnier. Zuerst herrschten über die Asiaten die Assyrer; von welchen war Ninos der Belide, unter dessen Riegierung viele Dinge und gewaltige Großtaten vollbracht wurden.« Im Anschlusse hieran berichtet er sodann auch die Genera-

tionen der Samiram; und von Zaravyst dem Magier, von seinem des Baktrerkönigs Kriege und seiner Besiegung durch Samiram; und die Jahre des Königtums des Ninos, 52 Jahre, und von dessen Ende. Nach welchem das Königtum von Samiram übernommen ward; die umgab Babelon mit Mauer von jener Art und Gestalt, wie von vielen ja gesagt worden ist, von Ktesies und Zenon und <H>erodot und andern, die nach diesen. Darauf erzählt er ferner den Feldzug der Samiram gegen das Inder-Land und ihre Besiegung und Flucht; und wie sie selbst ihre Söhne niedermetzelte; und selber von Ninos, ihrem Sohne, getötet wurde, nachdem sie regiert hatte 42 Jahre. Nach welcher Ninuas die Herrschaft übernahm; von welchem Kephalion berichtet, daß er keine der Erwähnung würdige Tat verrichtete. Und sodann führt er einen nach dem andern auch die weitern übrigen auf; daß sie bis zu einer Periode von tausend Jahren geherrscht haben, Sohn vom Vater die Herrschaft übernehmend; und zwar habe kein einziger von ihnen sie weniger als zwanzig Jahre innegehabt. Denn ihre unkriegerischen, strapazenscheuen und weibischen Sitten bewahrten sie in gesichertem Gewahrsam; denn daheim saßen sie, und eine Beschäftigung hatten sie nicht; und niemand bekam sie zu Gesichte, außer ihren Kebsen und weibischen Männern. Wenn indessen es jemanden gelüsten sollte, Bekanntschaft mit diesen Königen zu machen, so zählt Ktesies dieselben im einzelnen mit Namen auf, wie mir dünkt dreiundzwanzig Könige. Mir jedoch, welche Lust oder Vergnügen könnte es mir bereiten, die Namen barbarischer Idiome zu nennen, <die> jeglicher männlicher Tugend und Tapferkeit lediger, die von Tyrannen, feigen, verweichlichten, verwilderten?«

Weiter in Fortsetzung hieran sagt er: »Als sie etwa um sechshundert und 40 Jahre waren, regierte Belimos über die Assyrer; und. es kam Perseus Danaes in das Land derselben an, 100 Schiffe mit sich führend; und es wandte sich Perseus zur Flucht vor Dionysos dem Sohn der Semele«. Sodann, hinweggehend über des Perseus durch Dionysos <erlittene> Niederlage, fährt er in weiterm Anschluß hieran fort: »In dem letzten Geschlechte, unter des Paninos Herrschaft über Assyrien, segelte der Argonauten Kriegsllottengeschwader zum Flusse Phasin und zum kolchischen Mente; und Herakles irrte ab vom Schiffe

wegen seiner Leidenschaft und aus Sohnsucht nach Hylas und gelangte, wie man sagt, irrfahrend irgend nach Gamir <= Kappadokien> hin«. Und wiederum sagt er: »Tausend Jahre von Sainiram bis zu König Mitreos: wenn jemand zählt, wird er die beiderseitige Übereinstimmung finden. Aledia aber, ein kolchisches Weib, eine Zauberin, ging weg vom König Eties; deren Sohn Medos war, woher die Meder, d.h. die Marer, und ihr Land ward geheißen Media, d.i. Marastan. Und als Nachfolger übernahm, so berichtet er, die Herrschaft des Mitreos Teutamos; auch dieser lebte gemäß Sitte und Brauch der Assyrer; und auch durch ihn geschah keine neue Tat«.

»Agamemnon und Meneleos, die Mykenäer, zogen zu Felde mit den Argivern gegen die Stadt Ilion unter der Feldherrschaft des Priamos des Phrygers.« »Die Heere der Griechen«, sagt er, »sind herangerückt gegen mich in dein Land; und wir haben uns im Kampfe entgegengeworfen: bald siegen wir, bald werden wir besiegt. Nun aber, siehe! ist auch mein Sohn <H>ektor gestorben und von den übrigen Söhnen viele und tapfere; schicke also uns Truppen, die uns zu Hilfe kommen werden, und einen Heerführer, einen tapferen!« Hierauf berichtet er im einzelnen, wie Teutamos ihm Ersatztruppen zur Hilfe sendet und als Anführer des Heeres den Memnon, Sohn des Tithonos, welchen durch einen ihm gelegten Hinterhalt die Thettaler töteten. Sodann sagt er im einzelnen: »König der Assyrer wird Sardanapallos im Jahre 1013«. Und schließlich besiegelter dessen Untergang: »Und nachdem Tode des Sardanapallos ließ Varbakes der Meder, als er die Herrschaft der Assyrer gestürzt hatte, auf die Meder die Herrschaft übergehen«. ---- Dieses Sämtliche Kephalion.

Es sind aber die Könige der Assyrer, die in den Büchern stehen, nach den zuverlässigen Büchern diese:

Könige der Assyrer.

1.   Ninos, von dem sie sagen, er habe als erster regiert

über alle Asianer, außer den Indern......    Jahre 52

Unter welchem sich findet gewesen zu sein Abraham, des Hebräervolkes Stammvater.

2.   Samiram................    Jahre 42

3.   Zames, welcher Ninuas...........    Jahre 38

4.   Arios.................    Jahre 30

5.   Aralios, welcher Amyros..........    Jahre 40

6.   Xerxes, welcher auch Baleos.........    Jahre 30

7.   Amramithes...............    Jahre 38

8.   Belochos................    Jahre 35

9.   Baleas.................    Jahre 12

10.   Aladas................    Jahre 32

11.   Mamythos................    Jahre 30

12.   Machchaleos...............    Jahre 30

13.  Spheros.................    Jahre 22

14.   Mamylos................    Jahre 30

15.   Sparethos................    Jahre 40

16.   Askatades...............    Jahre 40

Unter ihm war Moses, Gesetzgeber der Juden.

17.   Amyntas................    Jahre 45

18.   Belochos................    Jahre 45

Dessen Tochter Tratres, die zubenannt ward Achurard,

regierte demselben zufolge, 17 Jahre. Dionesios und Perseus waren um diese Zeiten.

19.   Balatores................    Jahre 30

20.   Lamprides ...............    Jahre 32

21.   Sosmares................    Jahre 8

22.   Lampares................    Jahre 30

23.   Pannyas................    Jahre 42

Unter diesem wurde die Schiffsflotte der Argier und Herakles erkannt.

24.   Sosarmos................    Jahre 19

25.   Mithreos................    Jahre 27

26.   Teutamos................    Jahre 32

Unter welchem Ilion eingenommen wurde.

27.   Teuteos................    Jahre 40

28.   Thineus................    Jahre 30

29.   Derusos................    Jahre 40

30.   Eupalmes................    Jahre 38

Unter diesem war Davith, der erlauchte König der Hebräer, dessen Sohn Salomon den Tempel von Jerusalem erbaute.

31.   Laosthenes...............Jahre 45

32.   Peritiades................Jahre 30

33. Ophrateos................Jahre 21

34.   Ophatanes................Jahre 50

35.    Akrazanes................Jahre 42

36.   Sardanapalles..............Jahre 20

Unter diesem gab Lakoriges Gesetze den Laked<ä>moniern.

Von Ninos bis auf diese haben die Könige der Assyrer geherrscht, da über die Athener Thespios, Sohn des Ariphron, regierte. Insgesamt ergeben sich für die ganze Assyrerdynastie nach den glaubhaften Schriftstellern 1240 Jahre, und nach andern 1300. Thonnos Konkoleros, der auf griechisch Sardanapalles heißt, hat, nachdem er die Niederlage erlitten von Varbakes und von Belesios, sich selbst dem Feuer überliefert; von welchem bis auf die erste Olympiade es 40 Jahre sind. Und nachdem Varbakes die Assyrerherrschaft beseitigt hatte, setzte er den Belesis zum Könige der Babylonier ein, und er selbst übertrug auf die Moder die Herrschaft der Assyrer, die so lange Zeit hindurch sich erstreckt hatte.

Könige der Meder.

1.   Varbakes................    Jahre 28

2.   Maudakes................    Jahre 20

3.   Sösarmos................    Jahre 30

4.   Artikas .................    Jahre 30

5.   Dei<o>kes...............    Jahre 54

6.   Phraortes................    Jahre 24

7.   Kyaxares................Jahre 32

8.   Azdahak................Jahre 38

Unter diesem regierte Kyros über die Perser; abgesetzt habend den Azdahak beseitigte er die Meder-herrschaft, die sich über 298 Jahre hin erstreckt hatte.

Andere indessen stellen andere Könige der Meder in schriftlicher Überlieferung dar.

Könige der Lyder.

1.   Ardyos der Alyatide............Jahre 36

2.   Alyates.................Jahre 14

3.   Meles.................    Jahre 12

4.   Kandaules................   Jahre 17

5.   Gyges.................   Jahre 35

6.   Ardys.............    Jahre 37

7.   Sardyartes................   Jahre 5

8.   Odiartes................    Jahre 49

9.   Krisos.................    Jahre 15

Krisos wurde getötet durch Kyros, der die Lyderherr-

schaft beseitigte.                                                                 

Könige der Perser.

1.   Kyros................Jahre 31

2.   Karnbyses................Jahre 8

3.   Zmerdis der Magier............Monate 7

4.   Dareh der Vestaspier............Jahre 36

Unter diesem wurde der Tempel von Jerusalem erneuert nach seiner ersten Inbrandlegung durch die Babylonier .

5.   Xerxes der Darehide............Jahre 20

6.   Artases, der genannt wurde »Langarm«.....Jahre 41

Unter diesem wurden Ezr und Neemia, Führer der Hebräer, erkannt.

7.   Dareh.................Jahre 7

8.   Artases.................Jahre 40

9.   Ochos.................Jahre 26

10.   Arses.................Jahre 4

11.   Dareh.................Jahre 6

Diesen tötete Alexandros der Philippide und bemächtigte

sich zugleich der Perser- und der Assyrerherrschaft, 12 Jahre. Nach welchem die Makedonier waren,

294 Jahre, bis zum Ende Kleopatras, einer Frau, die regiert hat um die hundertsiebenundachtzigste Olympiade. Unter welcher Augostos über die Römer regierte, der Sebastos zubenannt wurde, was verdolmetscht heißt »Verehrungswürdiger«; das fünfzehnte Jahr der Herrschaft über die Römer führte er; von welchem bis zur 202. Olympiade, mit der das fünfzehnte Jahr

des Kaisers Tiberios zusammentrifft, sich 52 Jahre ergeben; von da ab bis zu Kostandianos' Vicennalien sind 300 Jahre. Dieses nun soweit! Indessen wollen wir von hier weiter übergehen zu der Chronographie der Hebräer.

<Hebräer.>

Wie von den Hebräern die Chronographie überliefert

worden ist.

Die der Hebräer haben wir vorliegend aufgestellt aus Moses und denen nach ihm, was <diesbezüglich> für Bücher bei den Hebräern überliefert werden; und aus des Phlavios Jösepos »Jüdischer Alten Geschichte«, und aus des Aphrikanos »Zeitbeschreibungen«.

Wie die Hebräer die Chronographie schreiben.

Der Chaldäer und Assyrer, der Meder und Perser Zeiten- und zugleich Königs-Geschichte, das fürwahr ist's was wir im ersten Hauptstück erörtert haben. Daß ferner ein chaldäisches seinem Ursprung nach das Volk der Hebräer war, auch dies ist klar dargetan und erwiesen worden; denn daß ein Chaldäer Abraham war und dessen Vorfahren im Chaldäerland angesiedelt waren, ist ja bezeugt; wie denn auch Moses der Schrift überliefernd erzählt: »Und es nahm«, sagt er, »Thara den Abraham, seinen Sohn, und den Lot, den Sohn Arrans, seinen Enkel, und die Sara, seine Schnur, die Frau Abrahams, seines Sohnes, und führte sie weg aus dem Lande der Chaldäer«. Daher denn es sehr angemessen ist, im Anschluß an die Geschichtschreibung der Chaldäer auch die alte Geschichte der Hebräer darzustellen.

Sind doch auch die Sintflutberichte, die von jenen <den Chaldäern> erwähnt werden, von der Griechen Fabelei sehr fern abweichend, die sie über die unter Deukalion <stattgehabte> Flut vorbringen, und gar weit früher als die Zeiten des Ogyges und als die große Wasserflut unter Ogyges, die von den Griechen angeführt wird; vollends denn gar liegt fern ab von diesen Zeiten <der griechischen Sintfluten> die Sint-

Hut, die von den Hebräern erzählt wird, <nämlich> um nahezu tausend und zweihundert Jahre früher als des Ogyges Zeiten, die früher als die unter Deukalion <gewesene> Flut fallen, derselben um 250 Jahre vorangehend. Dagegen mit der assyrischen Geschichtschreibung und mit der Erzählung, die darin von der Wasserflut überliefert ist, haben nicht unerhebliche Verwandtschaft die hebräischen Schriftworte, in der Lehre <nämlich>, daß vor der Sintflut die Nachfolgen der Generationen der Reihe nach bis zur zehnten Zahl sich erstreckt und ausgedehnt haben. Nach der Sintflut aber wurde von drei Männern über den ganzen Erdkreis das Menschengeschlecht ausgebreitet. Von Jabeth nämlich, sagen sie, sei ganz Europa und <das Gebiet> vom Berge Amman bis zum westlichen Okianos zur Völkerwohnung <geworden>; und von Chain Egiptos und das Libyerland und weiter hinaus alle auf den westlichen Strichen; und von Sem, welcher der älteste Bruder war, die Assyrer und alle Gegenden des Orients. Und Babelons erste Erbauung schreiben dem Nebröth zu die Schriften der Hebräer. In dieserlei Form, nach diesen selben Worten erzählen sie: »Chus erzeugte den Nebroth«. Chus ist ein Äthiopier, von dem sie erzeugt erachten den Nebroth; von welchem denn auch sagt die Schrift: »Dieser hub an ein Riese zu werden auf Erden; er war ein riesiger Jäger vor Gott; weshalb man sagt: wie Nebröth ein Riese vor Gott. Und es ward der Anfang seines Königtums Babelon und Ored und Achad und Chalane im Lande Senaar. Aus jenem Lande ging As<s>ur hervor und erbaute Ninue« Ninue, sagen sie, sei Ninos, welches die erste königliche Stadt der Assyrer war, die Assur erbaute. Und er war von den Söhnen Sems, der, wie wir gesagt haben, innehatte sämtliche Gegenden des Sonnenaufgangs. Sie sagen, daß auch Söhne Sems seien Elam und As<s>ur und Arphaxad und Aram und Lud. Von Elam aber wurden <erzeugt> die Elamäer, das erste Geschlecht der Perser, von denen auch die Stadt Elamais erbaut ward. Und von As<s>ur die Assyrer; es erbaute As<s>ur die Stadt Ninos, die Ninue genannt wurde. Und von Arphaxad die Arphaxäer, die auch Chaldäer genannt wurden. Und von Aram die Aramäer, die auch Syrer <'Asori'> genannt wurden. Und von Lud die Lyder. Und des Arphaxad war ein Sohn Sala, und von diesem Eber, von welchem der Ebräer Name und Geschlecht ausging. Und von Eber war der sechste Stammnachfolger Abraham, des Judenvolkes Stammherr, das 10. Geschlecht nach der Sintflut. Dieses möchte soweit genügen. Denn gezeigt ist worden kurz zusammengefaßt, daß mit

den Chaldäern und den Assyrern die Hebräer gemeinsame <'gemischte'> Verwandtschaft haben. Deshalb dürfte es wohl angemessen sein, sofort nach jenen zu beginnen die Chronographie der Ebräer.

Der Anfang nun der Chronographie berichtet zuerst dasjenige, was auf unsern Eintritt ins Werden1 bezüglich ist, von dem Abweichen vom Guten. Zunächst stellt sie den Bericht von den Geschlechtern der Menschen auf, als deren ersten Stammherrn sie den Adam anführt, der gleichnamig war dem allgemeinen Geschlechte: denn <mit>. Adam bezeichnet im allgemeinen die gesamte Menschheit die Ebräersprache. Deren <d. h. der Stammeltern> Lebenszeit nach der Verbannung aus dem Garten der Göttliche Geist durch Moses berichtet; und der Reihenfolge nach hieran anreihend fügt er hinzu die Aufzählung von dessen Nachkommen, den Erbnachfolgern, und zu den Lebensaltern eines jeden die entsprechenden Zeiten; also daß es aus demselben auch uns ermöglicht wird anzuschließen und einzugliedern die Zeitbeschreibung der Ebräer.

Denn für den Wohnungsaufenthalt in dem sogenannten Gottes-Garten ist es niemandem möglich die Zeiten zu bestimmen. Mir scheint, daß auch der wunderbare Moses durch den Göttlichen Greist auf irgend eine bessere Wohnstätte als die unserer Welt hindeute, auf die glückseligen Stätten gottgeliebten Lebens, da er ja auch Garten nennt die erste Wohnstätte des Menschengeschlechts; denn es war im Garten Adam in einem wonnigeren und glückseligeren Leben, als das der Menschen; womit er schlechthin allgemein das gesamte Menschengeschlecht zu verstehen zu geben andeutet.

Es wird aber weder von jener Wohnung <der Paradies-Existenz> den Behandlungsgegenstand zur Erzählung herleiten unsere gegenwärtige Zeitbeschreibung; noch auch von wo ab des Himmels und der Erde und des Alls Schöpfuug gegründet und bewirkt ward, was etliche <tun zu können> gewähnt haben; sondern von wo ab als ein sterbliches, uns gemäß, unser Geschlecht festgesetzt ward, und von wo ab durch unsern ersten Vorfahren eines solchen <sterblichen> Weges Eingang für uns zu werden begann. Dieser war es, der aus dem Garten gefallen ist und aus dem wonnigen, glückseligen Leben verwiesen worden ist und mit Namen genannt ist Adam; dessen, seines verhängnisvollen und dem Tode verfallenen Lebens Jahreszahl aus den Hebräerschriften sammelnd werde ich weiter bei den Folgenden einfügen; womit auch die ebräische Chronographie ihren Anfang nimmt; von welchem auch die mosesische Schrift in dieser Weise und Gestalt zur Darstellung bringend erzählt:

»Und es vertrieb«, sagt er, »ihn«, das ist offenbar den ersten Menschen, »der Herr Gott aus dem Garten der Wonne, zu bearbeiten die Erde, woher er genommen war; und er vertrieb den Adam und ließ ihn wohnen gerade gegenüber dem Garten der Wonne.« Wozu er beifügend sagt: »Einging Adam zu Eva seinem Weibe; sie ward schwanger und gebar den Kam«. Von hier ab nun möge den Anfang nehmen unsere gegenwärtige Chronographie; und die etwaige vorausgehende <Ur->Geschichte möge sie aus der Verbindung mit diesen folgenden Zeiten als unbestimmte weg- und beiseite lassen.

Da jedoch auch bei den Hebräern es manche Nicht-Übereinstimmung gibt bezüglich ihrer nach ihnen <überlieferten> Zeiten, so möchte es gut sein, nachzugehen den Abweichungen der Worte bei jedem Einzelnen von ihnen, damit aus der abwägenden Vergleichung der Sämtlichen mit einander der richtige Befund hervorgehe. Nun erzählen die Mosesischen fünf Bücher die Weltschöpfung und des vorsintflutlichen Lebens und der nachsintflutlichen Altvorderen Geschichte, und die der ebräischen Erbnachfolgen und die von Moses Abgang aus dem Leben. Anders haben die Nachkommen der Juden die Gesetzesschrift, und anders die der Samyrtäer <Samaritaner>, welche Zuzügler der Juden waren. Ja sogar auch die Schriftzeichen der Hebräerschriften: verschiedenartig finden sie sich bei den Juden und verschiedenartig bei den Samyrtäern, welche <letztere> für die wahren und ursprünglichen zu halten auch nicht einmal die Nachkömmlinge der Juden leugnen dürften. Es war daher auch kein Zwiespalt unter ihnen bis zur Umbildung der Schriftzeichen. Aber auch in der Chronographie findet sich sehr viel Nichtübereinstimmung zwischen beiden Parteien, welche sofort nun gegenwärtige gegenüberstellende Vergleichung offen dartuend zeigen wird.

Es ist jedoch die Passung der griechischen Übersetzung von der jüdischen mitunter gar sehr verschieden; von der hebräischen der Samyrtäer aber nicht sehr, sondern bis zur Sintflut stimmt sie nicht überein, von da aber bis zu Abrahams Zeit hat sie übereinstimmend die Überlieferung; die bei uns Lesung ist, der siebzig hebräischen Männer Verdolmetschung, aus der Landessprache in griechische Sprache übersetzt; die sie unter Philadelphos Pt<o>lomeos wörtlichübereinstimmend überliefert in der Alexandriner-Stadt in der Bücherei der Divane niedergelegt verwahrten, sorgfältig, angelegentlich.

Nun werde ich also darstellen im einzelnen der Reihenfolge nach die einer jeglichen der Schriften <Bibelversionen> eigentümliche Bezeichnung; damit leicht sich ergebe das Verständnis von der jeweiligen Verschiedenheit der einzelnen prophetischen Berichte. Sehen wir daher zunächst, wie die Übersetzung der Siebenzig von Adam bis zu den Zeugungen Abrahams die Zeitbeschreibnng hat.

[Die der Siebenzig.]

1 er erste Mensch, Adam, geworden der Jahre 230, zeugt den Seth; und lebte außerdem Jahre 700, bis zum 135. Jahre des Malalael.

2.   Seth, geworden der Jahre 205, zeugt den Enös; und lebte außerdem Jahre 707, bis zum 20. Jahre des Enoch.

3.   Enös, geworden der Jahre 190, zeugt den Kainan; und lebte außerdem Jahre 715, bis zum 53. Jahre des Mathusala.

4.   Kainan, geworden der Jahre 170, zeugt den Malalael; und lebte außerdem Jahre 740, bis zum 81. Jahre des Lamech.

5.   Malalael, geworden der Jahre 165, zeugt den Jared; und lebte außerdem Jahre 730, bis zum 48. Jahre des Nö.

6.   Jared, geworden der Jahre 162, zeugt den Enoch; und lebte außerdem Jahre 800, bis zum 280. Jahre des Nö.

7.   Enoch, geworden der Jahre 165, zeugt den Methusala; und lebte außerdem Jahre 200; er verschied im 33. Jahre des Lamech.

8.   Mathusala, geworden der Jahre 165, zeugt den Lamech; und lebte außerdem Jahre 802; diesen habe überragt die Sintflut um 22 Jahre; was seines Lebens Zahl kund macht. Wie es jedoch in anderen Abschriften steht, lebte er außerdem noch Jahre 782, und verstarb gerade während der Sintflut.

9.   Lamech, geworden der Jahre 188, zeugt den Nö; und lebte außerdem Jahre 535; vor seinem Vater Mathusala starb Lamech; und er lebte bis zum 535. Jahre des Nö.

10. Nö, geworden der Jahre 500, zeugt den Sem, den Cham und den Jabeth; und lebte dazu bis zur Sintflut Jahre 100. Im Jahre 600 des Nö kam die Sintflut. Und es lebte Nö nach der Sintflut unter seinen Söhnen Jahre 350, bis zum 80. Jahre des Eber. Zusammen alle diese Jahre: 2242.

Dieses nach der Übersetzung der Siebenzig. Nach der hebräischen der Juden aber folgenderweise:

[Die der Juden.]

1.   Adam, geworden der Jahre 130, zeugt den Seth; und lebte dazu noch Jahre 800, bis zum 56. Jahre des Lamech,

2.  Seth, geworden der Jahre 105, zeugt den Enös; und lebte dazu noch Jahre 807, bis zum 168. Jahre des Lamech.

. 3. Enös, geworden der Jahre 90, zeugt den Kainan; und lebte dazu noch Jahre 815, bis zum 84. Jahre des Nö.

4.   Kainan, geworden der Jahre 70, zeugt den Malalael; und lebte dazu noch Jahre 840, bis zum 179. Jahre des Nö.

5.   Malalael, geworden der Jahre 65, zeugt den Jared; und lebte dazu noch Jahre 830, bis zum 234. Jahre des No.

6.   Jared, geworden der Jahre 162, zeugt den Enoch; und lebte dazu noch Jahre 800, bis zum 366. Jahre des Nö.

7.   Enoch, geworden der Jahre 65, zeugt den Mathusala; und lebte dazu noch Jahre 300; hin schied er im 113. Jahre des Lamech.

8.   Mathusala, geworden der Jahre 187, zeugt den Lamech; und lebte dazu noch Jahre 782, bis gerade zur Sintflut.

9.   Lamech, geworden der Jahre 182, zeugt den Nö; und lebte dazu noch Jahre 595; dieser endet 5 Jahre vor der Sintflut.

10. Nö, geworden der Jahre 500, zeugt den Sem, den Cham, und den Jabeth; und lebte dazu noch <bzw. 'unter diesen'> Jahre 100, bis zur Sintflut; im 600. Jahre Nös ward die Sintflut; und es lebte Nö dazu noch nach der Sintflut Jahre 350, bis zum 58. Jahre Abrahams.

Zusammen im ganzen 1656 Jahre.

Verschieden ist sie von der Siebziger Verdolmetschung um 586 Jahre. Hierbei weichen die der übrigen, <nämlich> die Zeiten von Adam bis zu Nö, vor eines jeglichen Kinderzeugung von der Siebziger-Übersetzung ab; und es stimmen überein mit derselben die Zeiten des Jared und des Mathusala und des Lamech. Und aus der Übereinstimmung dieser ist es naheliegend für uns zu vermuten, daß auch die denselben vorangehenden <Zeiten> unsere Lesung besser <überliefert> habe. Denn aus

der langen Zeit der Jarediden geht doch wohl hervor, daß auch bezüglich der vorangehenden man Schulter an Schulter gehen muß mit der Siebenziger-Überlieferung. Denn wenn bei den Jüngeren und Nachkömmlingen Zusätze von Hunderter-Zeiten sich finden mit der hebräischen Schrift übereinstimmend in der Siebenziger-Übersetzung, um wieviel mehr müßten da nicht angemessenerweise die jenen Vorangehenden und deren Vorfahren langlebiger sein als jene, ihre Abkömmlinge? Nun sehen wir in den einzelnen Lebenssummen eines jeden Mannes verschieden die Zeit vor der Kinderzeugung und verschieden die nach der Kinderzeugung: nach der Kinderzeugung nämlich wird dieselbe der Rechnung der Siebenzig entsprechende Zahl vollkommen ebenso auch in der Hebräer Lesart gefunden; nur vor der Kinderzeugung werden in den jüdischen Abschriften die Jahre gekürzt. Ich vermute, daß dies der Juden geflissentliches Werk war, sich zu erkühnen zu verkürzen, zu verstümmeln die Zeiten vor der Kinderzeugung, zu dem Behufe einer frühzeitigeren Verehelichung und Kinderzeugung. Denn wenn die Vorfahren, die langlebigen und hochbetagten Menschen, so früh zur Ehe und Kinderzeugung schritten, wie ihre Lesung angibt, wer würde da nicht ein eifernder Nachahmer jener ihrer Frühverheiratungs-Sitte werden?

Nach dem hebräischen <Texte> bei den Samyrtäern. [Die der Samyrtäer.]

1.   Adam, geworden der Jahre 130, zeugt den Seth; und lebte außerdem noch Jahre 800, bis zum 223. Jahre des Nö.

2.   Seth, geworden der Jahre 105, zeugt den Enös; und lebte außerdem noch Jahre 807, bis zum 335. Jahre des Nö.

3.   Enös, geworden der Jahre 90, zeugt den Kainan; und lebte außerdem noch Jahre 815, bis zum 433. Jahre des Nö.

4.   Kainan, geworden der Jahre 70, zeugt den Malalael; und lebte außerdem noch Jahre 840, bis zum 528. Jahre des Nö.

5.   Malalael, geworden der Jahre 65, zeugt den Jared; und lebte außerdem noch Jahre 830, bis zum 583. Jahre des Nö.

6.   Jared, geworden der Jahre 62, zeugt den Enoch; und lebte außerdem noch Jahre 785, bis gerade hin zur Sintflut.

7.   Enoch, geworden der Jahre 65, zeugt den Mathusala; und lebte außerdem noch Jahre 300; hin schied er im 180. Jahre des Nö.

8.   Mathusala, geworden der Jahre 67, zeugt den Lamech; und lebte außerdem noch Jahre 603, bis gerade hin zur Sintflut.

9.   Lamech, geworden der Jahre 53, zeugt den Nö; und lebte außerdem noch Jahre 600, bis gerade hin zur Sintflut.

10. Nö, geworden der Jahre 500, zeugt den Sem; und lebte außerdem . noch Jahre 100 bis zur Sintflut. Im 600. Jahre Nös ward die Sintflut. Und es lebte außerdem noch Nö nach der Sintflut Jahre 350, bis zum 83. Jahre des Eber. Insgesammt alle Jahre: 1307.

Sie weicht ab von der jüdisch-hebräischen um 349 Jahre, und von der Siebziger-Übersetzung um 935 Jahre. ---- Dieses nun vor der Sintflut.

Wir wollen indessen herantreten auch zu denjenigen Zeiten, die nach diesen Zeiten folgen. Und vorläufig werden wir dieses merkend im Sinne behalten, wie übereinstimmend mit dem Hebräerbericht von der Sintflut auch die Chaldäerschriften berichten und von der Arche, die von Nö angefertigt ward. Da ich jedoch nun einmal in der Reihenfolge dargestellt habe die bei den Chaldäern berichtete Erzählung, halte ich es für überflüssig, abermals dieselben Worte von neuem zu wiederholen. Daß aber die Sintflut über alle höchsten Berge hinaus emporgestiegen sei, ist uns wenigstens, die wir dies schreiben, als eine augensichtliche Wahrheit glaubhaft geworden durch die Auffindung gewisser Fische, die zu unsern Tagen <sich ereignete> oben auf den Hochkämmen des Libanangebirges. Denn als Steine von dort zu Bauwerken aus den höchsten Jochsenkungen des Gebirges Etliche herausbrachen, da fanden sie die mannigfaltigsten Arten von Seefischen in den Berghöhlungen, geradezu damit verwachsen, gleichsam eingepökelt und gedörrt und wohl aufbewahrt bis zum heutigen Tage; also daß es auch uns wirklich zuteil ward, Augenzeuge davon zu sein, zur Bezeugung der Glaubwürdigkeit jenes alten Geschichtsberichtes. Indessen möge man auch dieses so wie immer man es zu verstehen beliebe, auffassen. Wir aber gehen zum Folgenden über.

Nach der Sintflut, gemäß der Siebziger-Übersetzung, im zweiten

Jahre. [Die der Siebenzig.]

1. Sem, Sohn des Nö, zeugt den Arphaxad; und lebte außerdem noch Jahre 500, bis zum 101. Jahre des Phalek.

2.   Arphaxad, geworden der Jahre 135, zeugt den Sala; und lebte außerdem noch Jahre 403 bis zum 9. Jahre des Ragau.

3.   Sala, geworden der Jahre 130, zeugt den Eber; und lebte außerdem noch Jahre 406, bis zum 7. Jahre des Seruch.

4.   Eber, geworden der Jahre 134, zeugt den Phalek; und lebte außerdem noch Jahre 430 und drei, bis zum 38. Jahre des Nachör.

5.   Phalek, geworden der Jahre 130, zeugt den Ragau; und lebte außerdem noch Jahre 209, bis zum 75. Jahre des Seruch. Zu den Tagen desselben wurde geteilt die Erde; weshalb auch denn bedeutet Phalek in der Hebräersprache Teilung. Und dieser starb vor seinem Vater. Unter diesem wurde der Turmbau aufgeführt. Und aus einer Sprache wurden sie in viele Mundarten zerteilt; und

je nach jedem einzelnen Volk wurden je verschiedene Zungen zugeteilt. Es erwähnen dies die Göttlichen Schriften und bekennen es mitzeugend auch die profanen Bücher: es verzeichnet dies der Polyhistor Alexandros in dem Chaldäerbuche, und in derselben Fassung auch Abydenos; deren Aussagen in der Chaldäergeschichte im Vorhergehenden ich zu Urkunde niedergelegt habe. ---- Nach Phalek aber:

6. Ragau, geworden der Jahre 135, zeugt den Seruch, und lebte außerdem noch Jahre 207, bis zum 77. Jahre des Nachör.

7.   Seruch, geworden der Jahre 130, zeugt den Nachör; und lebte außerdem noch Jahre 200, bis zum 51. Jahre Abrahams.

8.   Nachör, geworden der Jahre 79, zeugt den Thara; und lebte außerdem noch Jahre 119, bis zum 49. Jahre Abrahams.

9.   Thara, geworden der Jahre 70, zeugt den Abraham; und lebte außerdem noch Jahre 135, bis zum 35. Jahre des Isahak.

10. Abrahams erstes Jahr. Dieser war des Judenvolkes erster Stammherr. Unter ihm <zu seiner Zeit> herrschte über Assyrien und alle Asianer Ninos und Samiram. Im ganzen sind es von der Sintflut bis zum ersten Jahre Abrahams

942 Jahre. Und von Adam bis zur Sintflut waren es 2242 Jahre. Und

alle insgesamt sind es 3184.

Nach der jüdisch-hebräischen aber, im zweiten Jahre nach der

Sintflut.

[Die der Juden.]

1.   Sem, Sohn Nös, zeugt den Arphaxad; und lebte außerdem noch Jahre 500, bis zum 50. Jahre Jakobs.

2.   Arphaxad, geworden der Jahre 35, zeugt den Sala; und lebte außerdem noch Jahre 403, bis zum 48. Jahre des Sahak.

3.   Sala, geworden der Jahre 30, zeugt den Eber; und lebte außerdem noch Jahre 403, bis zum 18. Jahre Jakobs.

4.   Eber, geworden der Jahre 34, zeugt den Phalek; und lebte außerdem noch Jahre 430, bis zum 79. Jahre Jakobs.

5.   Phalek, geworden der Jahre 30, zeugt den Ragau; und lebte außerdem noch Jahre 209, bis zum 48. Jahre des Abraham.

6.   Ilagau, geworden der Jahre 32, zeugt den Seruch; und lebte außerdem noch Jahre 207, bis zum 78. Jahre des Abraham.

7.   Seruch, geworden der Jahre 30, zeugt den Nachor; und lebte außerdem noch Jahre 200, bis zum 1. Jahre des Sahak.

8.   Nachor, geworden der Jahre 29, zeugt den Thara; und lebte außerdem noch Jahre 119, bis zum 49. Jahre Abrahams.

9.   Thara, geworden der Jahre 70, zeugt den Abraham; und lebte außerdem noch Jahre 105, bis zum 35. Jahre des Sahak.

10. Abrahams erstes Jahr.

Zusammen von der Sintflut bis zum ersten Jahre Abrahams: Jahre 292; und insgesamt von Adam an Jahre: 1948. Ein Unterschied ist von der Siebziger-Übersetzung um Jahre 1235.

Nach der Samyrtäer-hebräischen aber, im zweiten Jahre nach

der Sintflut:

[Die der Samyrtäer.]

1.   Sem, Sohn Nös, zeugt den Arphaxad; und lebte darnach noch Jahre 500, bis zum 101. Jahre des Phalek.

2.   Arphaxad, geworden der Jahre 135, zeugt den Sala; und lebte darnach noch Jahre 80, bis zum 39. Jahre des Phalek.

3.   Sala, geworden der Jahre 130, zeugt den Eber; und lebte darnach noch Jahre 80, bis zum 39. Jahre des Ilagau.

4.   Eber, geworden der Jahre 134, zeugt den Phalek; und lebte darnach noch Jahre 270, bis zum 140. Jahre des Ilagau.

5.   Phalek, geworden der Jahre 130, zeugt den Ilagau; und lebte darnoch Jahre 109, bis zum 109. Jahre des Ilagau.

6. Ragau, geworden der Jahre 132, zeugt den Seruch; und lebte darnach noch Jahre 207, bis zum 77. Jahre des Nachör.

7.   Seruch, geworden der Jahre 130, zeugt den Nachör; und lebte darnach noch Jahre 100, bis zum 21. Jahre Abrahams.

8.   Nachör, geworden der Jahre 79, zeugt den Thara; und lebte darnach noch Jahre 69, bis zum 69. Jahre des Thara.

9.   Thara, geworden der Jahre 70, zeugt den Abraham; und lebte darnach noch Jahre 75, bis zum 75. Jahre des Abraham.

10. Abrahams erstes Jahr.

Zusammen von der Sintflut bis zum ersten Jahre Abrahams: Jahre 942; ebensoviel wie es bei der Siebziger-Version war.

Nun also stimmen überein mit unserer Lesung die von den Samyrtäern geführten hebräischen Schriften nach den vorderen Jahresüberlieferungen vor der Kinderzeugung; und sind abweichend zu der hebräischen der Juden um 650 Jahre; denn es waren von der Sintflut bis zum ersten Jahr Abrahams nach der Jüdenschrift 242 Jahre. Wenn nun aber nach dem ursprünglichen alten hebräischen Gesetz, das bis auf heute bei den Samyrtäern sich unversehrt erhalten findet, übereinstimmend mit der Siebziger-Übersetzung erscheinen die von der Sintflut ab und bis auf Abraham <gewesenen> bezüglich ihrer Hunderter-Jahre, welche vorliegen, und die gemäß der Zahl derselben <Jahre> Kinder zeugten: welche Logik wäre es da zu sagen, daß jene soviel hochbetagteren und soviel Jahre mehr als ihre Nachkommen gelebt habenden frühzeitiger zur Kinderzeugung schritten? und nicht vielmehr gemäß der Siebenziger Zeitenrechnung? Auch gibt dies wahrlich die nüchterne Überlegung zu verstehen; also daß es nötig ist zu bekennen, daß in der jüdischen Schrift ein Fehler ist in den Zeiten von Adam bis auf Abraham, mit Ausnahme von Dreien, den Jarediden sage ich; bei den Samyrtäern hingegen nur bis zur Sintflut, da von der Sintflut bis auf Abraham sich übereinstimmend finden die Jahre mit der bei den Siebzigern vertretenen Überlieferung der Jahrebezeichnung.

Es ist also wohl ganz klar, daß die hebräische der Juden fehler-

haft ist. Denn solcherweise berechnet sie auf dieselbe Weise für die Zeiten des Abraham und des Nö die Zahl, die auch nicht ein einziger von den Geschichtsberichten darstellt. Wenn nämlich, der Juden Schrift gemäß, von der Sintflut bis zu Abraham sich 292 Jahre herausstellen, da Nö nach ihrer Rechnung nach der Sintflut 350 Jahre gelebt hat, ist es offenbar, daß er sein Leben bis zum achtundfünfzigsten. Jahre Abrahams ausgedehnt habe. Aber auch noch auf andere Weise kann man die Mangelhaftigkeit der jüdischen Fassung erkennen: darin daß sie schreibt, daß als Dreißigjährige die vor Abraham <Gewesenen> zur Kinderzeugung schreiten; da doch nicht einmal die, welche nach Abraham dargestellt werden, sich als zuerst im dreißigsten Jahr zur Kinderzeugung Gelangende finden!

Es ist daher allenthalben wohl klar, daß die Siebenziger-Übersetzung aas alten und fehlerlosen Vorlagen der Hebräer übersetzt worden ist; und billigerweise werden auch wir dieselbe zugrunde legen bei unserer Zeitbeschreibung, die uns vorgesetzt ist. Und zumal da auch gar die Kirche Christi, die über den ganzen Erdkreis ausgedehnt ist, diese allein führt. Welche auch unseres Heilandes Apostel und Jünger von Anbeginn an zu gebrauchen überliefert haben.

Es finden sich also, nach den Siebenzig: von Adam bis zur Sintflut 2242 Jahre; und von der Sintflut bis zum ersten Jahre Abrahams 942 Jahre; und im ganzen 3184 Jahre.

Nach der Jüdisch-hebräischen aber: von Adam bis zur Sintflut 1656; und von der Sintflut bis zum ersten Jahre Abrahams 292 Jahre; und im ganzen 1948 Jahre.

Nach der Samyrtäisch-hebräischen aber: von Adam bis zur Sintflut 1307; und von der Sintflut bis zum ersten Jahre Abrahams 942 Jahre; und im ganzen 2249 Jahre.

Und vom ersten Jahre Abrahams bis zu Moses und zum Auszuge der Juden aus Egiptos ergeben sich übereinstimmend nach allen Übersetzern 505 Jahre; welche nach dieserlei Weise berechnet werden:

Im fünfundsiebzigsten Jahre des Lebens Abrahams hat ihm Gott, der sich ihm offenbarte, versprochen, zu geben seiner Nachkommenschaft das Land der Verheißung. Denn es steht geschrieben, daß »Abraham war der Jahre siebzig und fünf, als er aus Charan auszog; und es nahm Abraham die Sara, sein Weib, und den Lot, seinen Brudersohn«. Und hieran fügend sagt im einzelnen die Schrift: »Und es erschien Gott dem Abraham und sagt zu ihm: Deinem Samen werde

ich dieses Land geben«. Daher ergeben sich von dem ersten Lebensalter Abrahams ab 75 Jahre; und vom fünfundsiebzigsten Jahre Abrahams bis zum Auszug der Juden aus Egiptos 430 Jahre. Dasselbe bezeugt auch der Apostel Polos: »Das Testament« , sagt er, »das vorher bestätigt war von Gott, das Gesetz, das nach 430 Jahren geworden ist, kann es nicht nichtig machen zur Verhinderung der Verheißung.« Und hieran anschließend sagt er: »Dem Abraham aber hats durch Verheißung geschenkt Gott«. Geboren wird dem Abraham ein Sohn Isahak im hundertsten Jahre desselben, nach 25 Jahren der ihm von Gott versprochenen Verheißung. Und weiter ergeben sich als noch fehlend bis zum Auszuge aus Egiptos 405 Jahre, so dass von der Verheißung bis zu jener Zeit 430 Jahre sind. Der aber sich offenbart hatte dem Abraham, Gott, abermals erscheinend sagt ihm: »Wissend wisse, daß pilgern wird dein Same in einem Lande, das nicht sein ist; und knechten wird man sie und plagen 400 Jahre «. Überaus nachdrücklich hat er Erwähnung getan des Samens. Damit wir nicht es für des Isahak Zeiten halten, ist angegeben beim Auszug der Söhne Israels aus dem Lande der Egypter jene 430jährige Zeit. Denn so spricht die Schrift: »Die sie gewohnt haben in Egiptos und im Lande der Chananäer, sie und ihre Väter, 430 Jahre. Und es geschah, nach 430 Jahren zogen weg die Heere des Herrn aus dem Lande der Egypter bei Nacht«. Da nun aber insgesamt 430 Jahre sind seit Gottes Verheißung her, die im fünfundsiebzigsten Jahre der Lebenszeit Abrahams geschah, so erhellt denn, daß vom ersten Jahre Abrahams bis zu Moses und zum Auszug aus Egiptos es 505 Jahre sind; welche ausführlich aufzählen Etliche auf dieserlei Weise:

Abraham, geworden der Jahre 100, zeugt den Isahak.

Und Isahak, geworden der Jahre 60, zeugt den Jakob.

Jakob, geworden der Jahre 86, zeugt den Levi.

Levi, geworden der Jahre 46, zeugt den Kahath.

Kahath, geworden der Jahre 63, zeugt dem Amram.

Amram, geworden der Jahre 70, zeugt den Moses. Moses, geworden der Jahre 80, führt heraus das Volk aus Egiptos.

Insgesamt im ganzen vom ersten Jahre Abrahams bis zum Auszug aus Egiptos: 505 Jahre. Und im ganzen von Adam bis zum Auszug aus Egiptos: nach den Siebenzig 3689 Jahre, und nach den Juden 2453 Jahre, und nach den Samyrtäern 2753 Jahre.

Und nach Moses' Tode bis zu Solomon und zur Erbauung des

Tempels überliefert anders das Buch der Richter, mit welchem auch der geweihte Apostel Polos in den »Werken der Apostel« übereinstimmt, und anders die Geschichte des Königtums und die Auslegung <Unterscheidung> der Ebräer. Am besten dürfte es sein, ein jegliches eins nach dem andern durchzugehen und das, was das nichtige zeigt, anzunehmen.

Zuvörderst jedoch darf auch über dieses nicht ohne Untersuchung hinweggegangen werden, wie auch Aphrikanos fünf Zeitbeschreibungsbücher verfaßt hat. Und mir scheint, daß er denn gar gewaltig irregeht in Diesem, was uns vorliegt. Denn vom Auszuge Moses bis zu Solomon und des Tempels von Jerusalem Erbauung sammelt er nach seiner freilich ihm eigentümlichen Zählung 744 Jahre; und dieselben großenteils ohne Zeugnis aufstellend, fehlt er nicht nur gegen der Göttlichen Schriften Aussage, sondern führt, indem er auch ein gewisses Anmaßungsverfahren in Anwendung bringt, volle hundert Jahre gar von sich aus ein. Denn er setzt zuviel Jahre an: für die Greise, die nach Jesu gewesen sind, 30 Jahre; und nach Sampson für den Genossenschaftsbund 40 Jahre; und wiederum 30 Jahre des Friedens. Soviel Jahre überschüssig ohne Bezeugung ansetzend, führt er stillschweigend eine Menge vieler Jahre von sich selbst heraus ein; zwischen Moses' Zeiten und Solomons Königtum seien, sagt er, mehr als siebenhundert und 40 Jahre.

Man muß in Betracht nehmen die Geschlechter, die vorher gewesen sind, wieviele ihrer waren, und daraus den Schluß ziehen auf nichtiger Worte Kunstgriffe. Wenn nämlich von Abraham bis zu Davith vierzehn Geschlechter sind, und oben schon unter Moses das elfte Geschlecht vorüber war, unter welchem Naasön, Sohn Aminadabs als Fürst des Stammes Juda erkannt ward, und dieser eben dort in der Wüste verstarb ---- denn er war einer von denen, die aus Egiptos ausgezogen waren und in der ersten Zählungsmusterung vorbeizogen: so ist's offenbar, daß weiter noch fünf Geschlechter nach Naasön bis zu Davith fehlten bei der Zählung. Denn Naasön zeugte den Salmon, und dieser den Boos, und dieser den Obed, und dieser den Jesse, und dieser den Davith. Welcher Grund ließe sich daher dafür anführen, daß auf die fünf Geschlechter nach Moses sich eine Summe von 700 Jahren vereinigte? Wenn man nämlich gleichmäßig auf die einzelnen Männer eines jeden Geschlechtes diese Zeit verteilte, so ergäben sich 140 Jahre, die gelebt hätte ein jeder Einzelne vor der Nachwuchszeugung; und dieses würde doch keiner von den Gesunddenkonden zugeben mögen. Denn selbst Moses endigte ja als 120 jähriger; und

dessen Nachfolger Jesu schied hin als 110 jähriger; und ihrem Vorfahren Joseph war für's ganze Leben 110 Jahre beschieden gewesen zu leben; und auch der neben diesen ältere Jakob, der auch Israel genannt wurde und aller Juden Stammherr war: im ganzen lebte er 145 Jahre. Also denn, welche Gründe ließen sich wohl beibringen dafür, daß weiter abwärts und nach Moses es jemandem beschieden gewesen wäre, solch lange Zeiten zu leben, wie sie im Vorigen1 angegeben worden sind? ---- Aphrikanos aber ist hierin solcherweise irregegangen. Kleines jedoch bringt von Jesu, des Moses Nachfolger, bis zur Erbauung des Tempels 574 Jahre zusammen; worüber man sich aus dessen Erstem Buche unterrichten kann. Nun sagt aber der göttliche Apostel Polos in seiner Juden-Standrede: »Ausgerottet hat Jesu 7 Stämme im Land